5-Methoxy-DMT

Formel aus:

(#62)

Andere Namen:

5-Methoxydimethyltryptamin, Dimethyl -5- methoxytryptamin, 3- [2- (Dimethylamino) ethyl] -5- methoxy- indol, 5- Methoxy -N,N- dimethyltryptamin, o-Methylbufotenin. (#62/434)

Vorkommen:

Anandenanthera peregrina;
Banisteriopsis rusbyana;
Mucuna pruriens;
Phalaris tuberosa;
Psychotria viridis;
Virola calophylla, V. calophylloidea, V. peruviana, V. rufula, V. sebifera, V. theiodora.

Bufo alvarius.

Spezifikation:

Die Summenformel ist C13H18N2O. Das Mol. Gew. betraegt 218,17. Die Droge bildet prismatische Kristalle aus Hexan mit einem Schmelzpunkt (mp) von 67,5-68,5 Grad Celsius. Das Oxalat hat einen mp von 173 Grad Celsius, das Pikrat einen mp von 175-176 Grad Celsius, das Methiodid einen mp von 183 Grad Celsius. (#62/434)

Allgemeines:

Die Droge ist eine interessante Substanz fuer die Psychotherapie, da sie eine intensive und zwingende Erfahrung in Verlauf einer einzigen Stunde ermoeglicht. Je nach Dosierung kann es fuer die Erforschung des biographischen, perinatalen oder transpersonalen Bereichs verwendet werden. Es kann aber auch, bei entsprechender Dosierung, eine tiefgehende transformative Erfahrung voellig abstrakter, inhaltsloser, aber alles beinhaltender Natur herbeifuehren, die die Probanden oft mit dem im Tibetanischen Totenbuch beschriebenen "klarem Urlicht" vergleichen. (#25) Die Substanz kommt in vielen halluzinogenen Pflanzen vor, und wird auch vom Menschen selbst erzeugt. Die im Menschen gewoehnlich gebildete und ausgeschuettete Menge bleibt normal unter einer halluzinogenen Dosis. Eine vollstaendige Bewusstseinsveraenderung tritt nach Aufnahme sofort ein, haelt aber nur 10-15 Min an. Die koerpereigene Substanz wird aussergewoehnlich schnell abgebaut. Die Metaboliten werden ausgeschieden. (#9) Da die Verbindung endogen im Menschen vorkommt, kann man die Theorie aufstellen, dass die Rauschdroge fuer eine Reihe pseudo-"drogenfreier", halluzinogener Trancezustaende, zustaendig ist. Da wir wissen, dass die Endorphine, koerpereigene Opiate, fuer die gesenkte Schmerzempfindlichkeit und eine Euphorie zustaendig sind, wie sie bei "satori"-Zustaenden der Meditation, oder aehnlichen Techniken, auftreten, mitverantwortlich ist, liegt es nahe anzunehmen, dass drogenfreie, d.h. ohne Drogeneinnahme, ausgeloeste Trancezustaende und Sinnesveraenderungen, wie beispielsweise beim Rave-Tanz oder Extremsport, durch diese Verbindung verursacht werden. Da diese Zustaende nur von wenigen Menschen ohne Drogen erlangt werden koennen, und zweifelsohne, wie der Autor aus Beobachtungen und Selbsterfahrungen weiss, existent sind, werden uebrigens sehr haeufig halluzinogene Drogen und meditative Techniken, monotone Musik, Choralgesaenge (Chanten) benutzt, um diese Zustand der "Trance" leichter zu erreichen. Grundsaetzlich wird jede halluzinogene Droge durch diese Techniken in ihrer Wirkung verstaerkt, bis womoeglich, bei gutem set und setting, die sogenannte 'peak-experience', das satori der Buddhisten, oder das samadhi der shiva-babas Indiens, erreicht wird. Dieser Trancezustand wird von vielen Menschen als heilig, als Begegnung mit "Gott", oder "kosmisches Einheitsgefuehl" tituliert. Die Anwendung einer Droge zum Erreichen solcher Zustaende, wird meistens als religioes bezeichnet, und vielerorts toleriert. Die shiva-babas, Indiens wandernde Bettelmoenche, werden sogar als "Heilige" verehrt, wenn sie diese Faehigkeiten besitzen. Eine groessere Kenntnis ueber die psychochemische Beschaffenheit solcher Bewusstseinszustaende kann methodisch bedingt nur schwer erreicht werden und eine groessere Absicherung bestehenden Wissens durch experimentelle Forschung wird vermutlich noch dauern. Dennoch glaube ich, dass dieses Wissen, um diese "Eigenschaften" des Koerpers sehr nuetzlich sein koennen und sicherlich auch zu einer neuen Form von endogener "Medikamentation" genutzt werden koennen, im Sinne einer Beeinflussung der Produktion von endogenen Wirkstoffen bei Bedarf (Schmerzpatienten,...) Grundsaetzlich ist die Chemie des Gehirns so komplex, dass komplizierte Mechanismen die sogenannten hoeheren Funktionen (Denken, Gefuehle, Schmerz,..) ergeben, dass millionenfache "Schaltungen" noetig sind, um die endgueltige Reaktion auszuloesen. (eigen)

Wirkungen:

Die Wirkungen der Droge sind unangenehm fuer die meisten Leute. Das Rauchen vermittelt das Gefuehl von Uebelkeit und das Gefuehl "ein Elefant laste auf dem Magen". (#23) Es ist etwa 4x so wirksam wie DMT (Dimethyltryptamin) beim Rauchen. (#57)

Dosis:

Das Halluzinogen ist oral unwirksam, es wird daher geschnieft oder geraucht, bei letzterem tritt Plastikgeschmack auf. (#23) Die Dosis betraegt 5-10mg beim Rauchen, laut dem amerikanischen Drogenforscher und -designer A. Shulgin in DeSmet, Journal of Ethnopharmacology, 9: 129, 1983. (#62) Das Halluzinogen wird durch die Zugabe von einem MAO-Hemmer, beispielsweise Harmin, oral aktiv. Durch die Hemmung der Mono-amino-oxydase wird der Abbau im Verdauungstrakt verhindert, die Substanz kann ungehindert das Gehirn erreichen und die halluzinogene Wirkung entfalten. (eigen)

Reaktionsschema.

Wirkdauer:

Die Wirkung dauert nur 10-15 Min. (#9) Es gehoert damit zu den am kuerzesten wirksamen Halluzinogenen. Dies laesst darauf schliessen, dass es sehr schnell abgebaut wird. Da es auch natuerlich im Menschen vorkommt, kann man ableiten, dass es auch entsprechende Abbaumechanismen gibt, die dies bewerkstelligen. (eigen)

Sucht:

Die Ausbildung einer koerperlichen Abhaengigkeit ist nicht bekannt. (eigen)

Geschichte:

1955: Die erste Synthese von 5-Methoxy-DMT wurde durch Stoll durchgefuehrt. (#62/434)

1958: Synthese durch Benington. (#62/434)

1962: Synthese durch Gessner. (#62/434)

1963: Isolation durch Legler aus Anadenanthera peregrina. (#62/434)

1965: Isolation durch Holmstedt aus Virola theiodora. (#62/434)


Bildquellen:

Abbildung 1: In: TRACHSEL Daniel, RICHARD Nicolas: "Psychedelische Chemie.", S. 365, Nachtschatten Verlag, Solothurn, 2000.