Mimosa hostilis (K.F.P. Martius) Bentham

Andere Namen:

Jurema (Ostbrasilien), (#11, #62, #92) Jurema Pręta (Schwarze Jurema), Ajuca, (#11, #92) vinho de jurema (Brasilien), (#11, #32, #62) M. jurema, (#62, #92) M. tenuiflora, M. tenuefolia L., M. cabrera, Acacia tenuiflora, Cabrero ("Ziegenhirt"), Carbón ("Holzkohle"), Jurema negro, Espineiro, Tepescahuite, Tepescohuite, Veueka. (#92)

Inhaltsstoffe:

Die Pflanze (die Wurzelrinde) beinhaltet eine hohe Konzentration (#17) des halluzinogenen Tryptamins DMT (Dimethyltryptamin). (#11, 17, 32, 62) Die Wurzeln enthalten 0,57% DMT. (#32)

Aussehen:

Von dem Botaniker R.E. Schultes und dem LSD-Entdecker A. Hofmann stammt jene kurze, botanische Beschreibung, die dem Werk "Pflanzen der Goetter" entnommen ist:

Es ist ein strauchartiges, spaerlich mit Dornen besetztes Baeumchen. Die Dornen sind 3mm lang und an der Basis geschwollen. Es gibt eine Huelsenfrucht mit einer Huelse, die 2,5-3cm lang ist und in 4-6 Teilstuecke zerspringt. (#11)

Vorkommen:

Die Pflanze gedeiht in den tropischen und warmen Zonen beider Hemisphaeren. Sie ist sehr zahlreich in den trockenen catingas Ostbrasiliens. (#11)

Pflanzl. Fam.:

Leguminosae - Huelsenfruechtler

Allgemeines:

Im ostbrasilianischen Teilstaat Pernambuco verwenden verschiedene Staemme M.h. bei ihren Zeremonien. Die Pflanze wurde in derselben Gegend auch von verschiedenenen Volksstaemmen verwendet, die heute ausgestorben sind. Es scheint, dass die halluzinogene Verwendung bei Zeremonien heute fast voellig verschwunden ist. (#11, 32) Sie wurde bei der Kriegsfuehrung verwendet. Die Wurzel lieferte die Hauptzutat zu einem "Wundertrank", der von den Einheimischen Ajuca oder Vinho de Jurema genannt wurde. (#11) Jurema ist ein brasilianischer Name fuer einem dem Ayahuasca vergleichbaren Trank. Viele Amazonas-Indianer (Pankarurú, Karirˇ, Tusha, Fulnio usw.) haben Jurema-Truenke aus den Wurzeln verschiedener Mimosen-Arten hergestellt und in gemeinsamen Kreisritualen getrunken. Er wird nur gelegentlich in der aelteren ethnographischen Literatur gestreift. Zerquetschte Mimosen-Wurzeln werden auch auf die Sohlen geschmiert. Dann sollen sie aphrodisischen 'Liebeszauber' bewirken. Schon zu Anfang dieses Jahrhunderts wurde der rituelle Gebrauch eines vinho de jurema in verschiedene afro-brasilianische Kulte (Candomblé, Macumba) integriert. (#32)

Wirkungen:

Es gibt keine speziellen Berichte uber die Wirkung dieser Pflanze, bzw. des daraus bereiteten Gebraeus. Es muss deshalb an dieser Stelle an die Beschreibungen anderer, DMT-haeltiger Pflanzen, wie Desmanthus illinoensis, Banisteriopsis rusbyana oder auch auf die Virola-Arten verwiesen werden. Es soll aber auch an die Beschreibungen des Hauptinhaltsstoffes DMT verwiesen werden, wo sich eine Reihe naeherer Erlaeuterungen befinden. (eigen)

Wirkdauer:

Es gibt leider keine spezifischen Berichte ueber die Dauer der Wirkung, aber es kann vom Hauptinhaltsstoff DMT auf diese geschlossen werden. Werden die Pflanzenauszuege geraucht, ist mit einer sehr kurzen (bis zu einer halben Stunde) Wirkung zu rechnen. Wird hingegen eine ayahuaska-aehnliche Bereitung mittels eines MAO-Hemmers getrunken, verlaengert sich die Wirkung auf einige Stunden. Genaueres ist nicht bekannt. (eigen)

Dosis:

Die Wurzelrinde eignet sich zur Herstellung eines Ayahuascaanalogs. Dazu werden pro Person 9-12g der getrockneten Wurzelrinde mit 3g Peganum harmala kombiniert. (#92)

Sucht:

Die Ausbildung einer koerperlichen oder glaubhaften, psychischen Abhaengigkeit ist nicht bekannt geworden. (eigen)

Geschichte:

Praekolumbische Zeit: Die Pflanze war schon den Azteken bekannt. Der heutige in Mexiko übliche Name Tepescohuite leitet sich vom aztek. tepus-cuahuitl "Metallbaum" ab; der Name bezieht sich auf das sehr harte Holz. (#92)

18.-19. Jhdt.: Es erschien ein erster Bericht aus dem nordoestl. Brasilien von einer Droge namens vinho de jurema.

1946: Die Wurzeln von M.h. wurden als Quelle der Rauschdroge vinho de jurema erkannt.

1946: Nigerin wurde aus M.h. von Goncalves de Lima isoliert.

1959: Nigerin und DMT (Dimethyltryptamin) wurden von Pachter et al. als ident erkannt. (#62)

1990-2000: Eine Splittergruppe der Santo-Daime-Kirche benutzt diese Pflanze als Sakrament (zusammen mit Peganum harmala). (eigen)