Salvia divinorum Epling et Játiva-M.

Bildquelle. 1. Bluete. 2. Nodie. 3. Pflanze.

Andere Namen:

Hierba de la Pastora (Kraut der Schaeferin), Hierba de la Virgen (Kraut der Jungfrau), (#11) Ska Maria Pastora, ("Blaetter der Hirtin Maria"), (#13, 14, 31) Yerba de la Pastora (Hirtenkraut), (#31, 32) Wahrsagesalbei, (#32) moeglicherweise Pipiltzintzintli (aztek.), (#11, 31, &1) Ska Pastora, (&1, 14) hojas de la Pastora (mexik.), hojas de Maria Pastora (mexik.). (#13, 14)

Inhaltsstoffe:

Die frischen Blaetter enthalten einen nonalkaloiden, psychoaktiven Wirkstoff namens Divinorin . Er ist ein Terpenoid. Er koennte fuer die Wirksamkeit verantwortlich sein. (#31) Die psychoaktiven Wirkungen der Pflanze wurden experimentell nachgewiesen. (#32)

Dosis:

6-12 Blaetter wurden verwendet, wurde von A. Hofmann berichtet. (#13)

Aussehen:

Diese Salbeiart (#31) ist ein mehrjaehriges (#11) und buschiges (#31) Kraut. (#11, 31) Die Blaetter sind eifoermig und am Rand fein gezaehnt. (#11) Die Blaetter werden aber auch als minzartig beschrieben. Die Pflanze hat weisse Blueten in violetter Calyx. (#31)

Vorkommen:

Die Pflanze kommt laut R.E. Schultes und A. Hofmann in tropischen und gemaessigten Zonen beider Hemisphaeren vor. (#11) C. Raetsch hingegen gibt an, dass die Salbeiart nur im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca vorkommt. (#31, 32) Ansonsten kommt sie nur in Kultur vor. (#31)

Pflanzl. Fam.:

Labiatae - Lippenbluetler

Allgemeines:

Im mexikanischen Teilstaat Oaxaca verwenden die Mazateken S.d. wegen der halluzinogenen Wirkung ihrer Blaetter. Diese werden bei Ritualen zerquetscht und mit etwas Wasser angeruehrt, frisch getrunken oder gekaut. (#11, 14, 32, 36) Die Pflanze wird auf kleinen Aeckern und an versteckten Stellen in den Waeldern angebaut. Die Pflanze scheint jedoch heute ausschliesslich von den Mazateken benuetzt zu werden. (#11) Die Blaetter werden von den Schamanen der Mazateken benutzt, wenn sie keine halluzinogenen Pilze zur Verfuegung haben. (#32) Als Droge wird auch ein alkoholischer Extrakt verwendet. (#31)

Die bekannte, amerikanische Firma .. off the jungle (jetzt Allies genannt), welche es sich verdient gemacht hat, um die Einfuehrung etlicher ethnopharmakologisch bekannter Arten, berichtet, dass es angeblich 2 Sorten geben soll:

Sucht:

Die Ausbildung einer koerperlichen oder psychischen Abhaengigkeit ist nicht bekannt geworden. (eigen)

Geschichte:

Moeglicherweise war das Betaeubungsmittel Pipiltzintzintli der alten Azteken mit S.d. identisch. (#11, 32)

1962: Die Curandera Consuela Garcia, zeigte A. Hofmann, seiner Frau Anita und R.G. Wasson die Pflanze und fuehrte ein Ritual mit Ihnen durch. (#13/363f., 14)

Die botanische Bestimmung wurde von C. Epling und C. D. Jativa durchgefuehrt. (#13, 14)

1982: Ortega isolierte aus den Blaettern der Pflanze Salvinorin. (#62/382)

1984: Valdés et al. isolierten 2 Diterpene aus den Blaettern von S.d., die sie Divinorin A und B nannten. (#62/382)

1986: Salvinorin erwies sich nach den Untersuchungen von Valdés et al. als ident mit Divinorin A. (#62/382)

1987: Nach den Arbeiten von Valdés et al. erwies sich Salvinorin als sedativ und halluzinogen, doch die Arbeit wurde nur durch Tierexperimente unterlegt. J. Ott. bemerkte treffend, dass die Isolation an den getrockneten Blaettern vorgenommen wurde, die jedoch nach A. Hofmann und R.G. Wasson nicht wirken. (#62/382)

Wirkungen:

Der Rauschzustand, der von diesem Gewaechs ausgeloest wurde und den R.G. Wasson und Anita Hofmann erlebten, hatte eindeutig halluzinogenen Charakter, war aber "wenig tief und nur von kurzer Dauer". (#13)

Wirkdauer:

Die Dauer der Wirkung, soll nach R.G. Wasson und Anita Hofmann, der Frau des Chemikers und LSD-Entdeckers Albert Hofmann, nur sehr kurz sein. (#13)


Bildquellen:

Abbildung 1: Zeichner: BRADY I.; In: SCHULTES Richard Evans, HOFMANN Albert: "The Botany and Chemistry of Hallucinogens", THOMAS Charles C. Publishers, S. 259, 1980.