Schwaz in Tirol: Thor Steinar stinkt!
01.01.2010
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Der Laden „Windstärke 10“ selbst, befindet sich in der Franz-Josefstr.27 und somit direkt in der Fußgängerzone. Obwohl bei der gestrigen Eröffnung am 27.11.2009 nur eine kleine Gruppierung einschlägiger Boneheads vor Ort war, liegt das Geschäft in einer gut frequentierten Einkaufsstraße – schräg gegenüber ist die Schwazer Pfarrkirche und gleich um die Ecke der Weihnachtsmarkt. Seite an Seite mit diversen Modegeschäften erscheint das Geschäft auf den ersten Blick wie ein gewöhnliches Sport-Bekleidungsgeschäft. „Thor Steinar“ ist jedoch eine nachweislich rechtsextreme Modemarke aus Deutschland, die rechtes bis neonazistisches Klientel mit modischer Kleidung bedient.

Was ist „Thor Steinar“?

Es handelt sich um die heute beliebteste Modemarke der extremen Rechten. Ihr Gründer ist Axel Kopelke aus dem deutschen Brandenburg. Dieser steht in einem eindeutigen Naheverhältnis mit Teilen der deutschen NPD. Kopelkes Firma MediaTex Ges.m.b.H macht mittlerweile einen Jahresumsatz von mindestens 2 Millionen Euro.(1)
Die Mode-Kollektionen sind geprägt von völkischer Symbolik und Runenzeichen.(2) Es gibt auch Modelle mit eindeutigen Anspielungen. Zum Beispiel aus der Kollektion Herbst/Winter 2005/06: „Sölden – Ski Heil“
Auch auf dem Flyer zur Eröffnungsfeier des „Windstärke 10“ sind rechtsextreme Symbole versteckt. Beispielsweise die Tyr-Rune. Diese wurde auch von SS-Einheiten verwendet. In Deutschland gab es bereits im November 2004 wegen ähnlicher Symbole erste Gerichtssprüche gegen Markenträger von „Thor Steinar“. Was das Label besonders auszeichnet, ist die Tatsache, dass die verwendeten Aufdrucke und Embleme niemals eindeutig neonazistisch sind, aber durchaus so gelesen werden können. Dies ermöglicht es, auch in den Mainstream einzudringen und gleichzeitig Klient_innen von rechts außen zu bedienen.

Bei genauerer Beobachtung wird deutlich, dass alle in Deutschland und Österreich tätigen „Thor Steinar“-Läden nicht nur „einfache“ Bekleidungsgeschäfte sind, sondern vor Allem Treff- und Vernetzungspunkte der extremen Rechten Szene.
Wir befürchten nun mit der Eröffnung des „Windstärke 10“ in der Schwazer Franz-Josef-Straße einen Anstieg rechtsextremer Aktivitäten in der Region.

Wir fordern die sofortige Schließung des Geschäfts „Windstärke 10" - Es darf keine braunen Kaufleute geben! Weder in Schwaz noch irgendwo!

Quellen:
(1)Andrea Röpke, Andreas Speit (Hg.); Neonazis in Nadelstreif; 2.Auflage; Ch. Links – Verlag; 2008; Berlin; S. 118.
(2)Eben da; S.117.
 
 
 
kampage gegen thor steinar

 
Versuch einer kritischen Analyse des Landesfestumzugs 2009

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Angesichts einer solch einseitigen Berichterstattung stellt sich für uns die Frage, ob diese Massenveranstaltung tatsächlich eine solche Begeisterung verdient.
Dazu Evelyn Roth: „Der Umzug bot rechten bis rechtsextremen Gruppen und Personen eine bürgerlich-politisch legitimierte Bühne vor nicht weniger als 70.000 Zuschauer_innen. Noch vor einem halben Jahr bemühte sich die Landesregierung um Abgrenzung vom rechtsextremen Burschenschafterkommers, und nun wird den gleichen und weiteren einschlägigen Gruppierungen öffentlich zugejubelt – eine scheinheilige Doppelmoral!“
Letztere lässt sich insbesondere an der Diskrepanz zwischen der offiziell vertretenen Position der Organisator_innen und den tatsächlich transportierten Inhalten und Symbolen während des Umzugs aufzeigen:
So lautete etwa der Slogan des vom Kulturreferat des Landes Tirol getragenen und pompös vermarkteten Gedenkjahres „Geschichte trifft Zukunft“.
Am Tag des Festumzugs selbst wurde die Geschichtsauffassung der Landesregierung klar zur Schau gestellt. Einige Aspekte sollen im Folgenden beleuchtet werden:

Die „Rosenkrone“

Schon das zentrale Element, die „Rosenkrone“, ist lediglich die optische Umgestaltung eines ewiggestrigen Relikts, nämlich der bei den letzten Umzügen 1959 und 1984 mitgetragenen Dornenkrone; diese stand ursprünglich für das Leid der unterdrückten Minderheiten in Alto Adige, . wurde jedoch im Laufe der vergangenen Jahrzehnte von der extrem Rechten instrumentalisiert. Diesen bitteren Beigeschmack können auch tausend Rosen nicht versüßen.

Transparente

Auch die von verschiedenen Teilnehmer_innen mitgetragenen Transparente und Schilder sprachen größtenteils eine ähnliche Sprache: „Los von Rom“, „Südtirol ist nicht Italien“ und „Freiheit für Südtirol“ reihten sich ein in einen endlosen Kanon nationalchauvinistischer Botschaften. Diese entstammen, gleich wie die Dornenkrone, einer Zeit vor der Autonomie Alto Adiges/Südtirols und dienen heute einer ausschließlich völkischen Argumentation. Jahre nach Inkrafttreten des Autonomiestatuts sind obenstehende Parolen nur noch nationalistisch lesbar.
Damit hatten die „offiziellen“ Plakate eine erschreckende Ähnlichkeit mit dem von Rechtsextremen am Rande des Umzugs verteilten Propagandamaterial. U.a. wurden von der neonazistischen Plattform „Alpen-Donau.Info“ und der Burschenschaft Brixia sowie der „Südtiroler Freiheit“ entsprechende Flugblätter in Umlauf gebracht und ein einschlägiges Transparent stand medienwirksam positioniert vor dem „Goldenen Dachl“.

Teilnehmer_innen

Die Teilnehmer_innen dieser Großveranstaltung entstammten diversen Traditionsverbänden, von Musikkapellen und Schützenkompanien über Bundesheer- und Bundeswehrverbände und Monarchist_innen bis hin zu rechtsextremen Gruppen und Wehrmachtskameradschaften. Davon sind einige besonders zu erwähnen:
Die „wehrhaften Korporationen“ stellten einen eigenen Block unabhängig von anderen studentischen Verbindungen. Mit dabei waren die Burschenschaften Brixia und Suevia, die Sängerschaft Skalden, die Landsmannschaft Tyrol und die Verbindungen Athesia und Gothia – alte Bekannte vom Festkommers im Juni 2009 (Details zu den Burschenschaften siehe --INFORMATION--)
Der RFJ Tirol mit etwa 100 Teilnehmer_innen stellte den Schlussblock, in dem lautstark „Los von Rom“ skandiert wurde (Details zum RFJ Tirol siehe –INFORMATION--).
Die „Kameradschaft der ehemaligen Südtirolkämpfer“ stellte einen weiteren traurigen Höhepunkt im Programm dar – bejubelt von Publikum und Ehrentribühne zogen u.a. der wegen vierfachen Mordes in Abwesenheit verurteilte Erhard Hartung und weitere Südtirolterrorist_innen durch Innsbrucks Straßen und trugen ein Transparent mit der Aufschrift „Trotz Autonomie die Heimat in Gefahr – Selbstbestimmung für Südtirol“ und der Forderung nach Amnestie.
Unter den Kameradschaften, die mitmarschierten, befanden sich etliche, die eine Verbindung von ehemaligen Wehrmachtssoldaten über den zweiten Weltkrieg hinaus darstellen und die sich auch in ihren Ehrenabzeichen positiv auf diesen Krieg beziehen.
Neben den Teilnehmer_innen waren auch illustre Gäste von rechts außen anwesend: FPÖ Obmann Heinz -Christian Strache, der dritte Nationalratspräsident Martin Graf und die Vorsitzende der Südtiroler Freiheit Eva Klotz.

Aus diesen und weiteren Faktoren ergibt sich ein vorläufiges Gesamtbild:
Ein martialisch anmutender traditionalistischer, sexistischer, ultrakonservativer bis rechtsextremer, erzkatholischer Mob zieht mit Dreschflegeln, Sensen, Keulen, Degen und Gewehren bewaffnet, von Marschmusik begleitet, teils betrunken durch die Stadt und wird von einer bierseligen Menge unreflektiert bejubelt.

Der gesamte Umzug reproduzierte ein geschlechtsdualistisches heterosexistisches Gesellschaftsbild, in welchem Frauen bestenfalls zu mobilen Schnapsversorgerinnen für ihre Waffen tragenden Männer degradiert oder als funktionierender Teil der propagierten biologischen Kernfamilie dargestellt werden.

Eine solche Veranstaltung kann keineswegs als modern betrachtet werden. Vielmehr stellt sie einen ewiggestrigen Anachronismus dar, der noch dazu von der Politik gefördert und mit zwei Millionen Euro finanziert wird – sämtliche vorhergehenden Distanzierungsversuche wurden schlicht in den Wind geschlagen. Die Symbolik des Umzugs als solche ist nicht dezidiert rechtsextrem, aber eine definitive Öffnung in diese Richtung kann attestiert werden.
Evelyn Roth meint abschließend: „Innsbruck wurde für drei Tage nationalistischem, traditionalistischem Gedankengut überlassen, während emanzipatorische Ideen höchstens in kleinen Protestaktionen Ausdruck finden konnten. Wir haben Angst vor einer Zukunft, die eine solche Geschichte treffen will!“
 
 
 
einige bilder

 
Vorläufige Ergebnisse der Recherchen zum Festkommers der deutschnationalen Burschenschaften in Innsbruck

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Hiermit werden die vorläufigen Ergebnisse der Antifa-Recherchen veröffentlicht:

Am Kommers beteiligten sich an die 1.500 Korporierte, vorwiegend aus dem extrem Rechten Spektrum nationaler, akademischer Gruppen. Organisiert wurde der Kommers von Christof Mösenbacher von der Innsbrucker B! Brixia. Er ist auch Mitglied im RfS, der Studentenorganisation der FPÖ.

Mindestens folgende Burschenschaften und Korporationen waren am Kommers anwesend:


Aus Österreich:

Innsbruck: B! Brixia; B! Suevia; L! Tyrol zu Innsbruck; Corps Gothia; Corps Athesia; S! Skalden; Akademische Turnverbindung ATV; B! Teutonia
Wien: B! Olympia; B! Gothia; B! Silesia; B! Albia; B! Bruna Sudetia; L! Kärnten; GL! Cimbria; OÖ Germanen; B! Teutonia; PB! Ghibellinia; PB! Vandalia
Linz: B! Arminia Czernowitz; APL! Böhmerwald; Fst. V! Bajuvaria
Salzburg: AL! der Salzburger; C! Frankonia-Brünn
Graz: B! Cheruskia
Klagenfurt: PB! Tauriska
Steyr: c. P! Eysn

Aus Deutschland:

München: B! Danubia; MB! Arminia Rhenania; MB! Cimbria; MB! Stauffia; C! Cisaria
Regensburg: Prager B! Teutonia; L! Franconia-Teutonia auf der Schanz
Bonn: ABB! Raczeks; L! Teutonia
Ulm:C! Concordia Chemnitz
Stuttgart: B! Ghibellinia
Rostock: B! Redaria-Allemannia Rostock
Düsseldorf: AHB! Rhenania-Salingia
Marburg: B! Rheinfranken

Aus Italien:

Meran: SV! Gothia

Redner_innen waren:

- Rüdiger Gerald Franz; von der Teutonia Bonn. Diese hatte im SoSe/09 den Vorsitz im Dachverband Coburger Convent.
- Martin Graf; B! Olympia Wien; 3. Nationalratspräsident; FPÖ
- Herwig Nachtmann; B! Brixia; Südtirolterroist; Verurteilt nach dem NS-Verbotsgesetz
- Erhard Hartung; B! Brixia; Südtirolterrrorist und mehrfach verurteilter Mörder
- Eva Klotz; Partei Südtiroler Freiheit
- Udo Guggenbichler; B! Albia Wien; Organisator des Balls des Wiener Korporationsrings (WKR)

Sowie jeweils ein Redner der B! Ghibellinia Stuttgart sowie S! Skalden Innsbruck.


Trotz dieser traurigen Präsenz rechtsextremer Umtriebe gilt es mehr denn je nicht den Mut zu verlieren.
Organisiert euch in eurem Freundeskreis, eurem Dorf, eurer Stadt. Organisiert die Antifa!



 
 
 
einige bilder der burschis

 
Österreich kann tödlich sein!

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Singh K. reiht sich in eine traurige Todeschronologie des österreichischen Staates ein, die seit Marcus Omofuma schon eine schreckliche Regelmäßigkeit im österreichischen Asyl- und Fremdenrecht bzw. Verfahren darstellt.
Er war in Hungerstreik getreten. Das ist oft die einzige Möglichkeit um aus der Schubhaft zu kommen und es sollte nicht vergessen werden, dass Schubhaft Haft ohne Delikt unter menschenunwürdigsten Bedingungen bedeutet, die weit unter denen des „normalen“ Strafvollzugs liegen.

Peter Goldgruber, Leiter der Sicherheitspolizeilichen Abteilung bei der Wiener Polizei, behauptet „dass es derzeit keine Anzeichen dafür gibt, dass der Hungerstreik am Tod schuld war, das wird erst die Obduktion klären müssen.“
Letztere ist mittlerweile erfolgt und als Todesursache wurde ein Herzinfarkt diagnostiziert. Dass ein Herzinfarkt auf nahezu jede mögliche Erkrankung oder Schwächung des Körpers erfolgen könnte und das vorgelegte Ergebnis somit wenig aussagekräftig ist, wird elegant verschwiegen.

Singh K. ist ein weiteres Opfer des österreichischen Staates, dessen rassistische und fremdenfeindliche Politik schon Teil der österreichischen Realität sind.

Übrigens, nur Stunden nach dem bekannt werden des Todes von Singh K. wurde von der österreichischen Bundesregierung die Verschärfung des Fremdenrechts beschlossen! Die österreichische Regierung hat sich darauf geeinigt, dass es in Zukunft mehr Schubhäftlinge geben wird, „unberechtigte“ Folgeanträge eingebremst werden und es sollen Röntgenuntersuchungen zur Altersfeststellung durchgeführt werden.
Das bedeutet ab kommendem Jahr wird bei allen Personen, für deren Verfahren ein anderer Staat zuständig ist (so genannte Dublin-Fälle), die Schubhaft angewendet. Die Möglichkeit war zwar an sich schon gegeben, nun wird die Fremdenpolizei jedoch explizit aufgefordert, Schubhaft zu verhängen.

Gegen die Schubhaft! Gegen Polizeigewalt! Gegen Rassismus!
No Border! No Nation!
 
 
 

 
Tirol: NS-Relikte am Landeshauptschießstand in Innsbruck/Arzl

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Es handelt sich hierbei um Zielscheiben die auf die Einschußlöcher des ehemaligen Gauleiters von Tirol-Vorarlberg Franz Hofer und seiner Stellvertreter hinweisen.
Franz Hofer war unter Anderem der Verantwortliche für die Reichsprogromnacht in Innsbruck 1938, bei der – im Verhältnis zur Bevölkerungszahl – die meisten Juden und Jüdinnen ermordet wurden.
Eine der beiden Scheiben am Tiroler Landeshauptschießstand ziert außerdem die Aufschrift:
„Tirol ist die Zitadelle des deutschen Reiches im Süden“. Eine Erklärung oder Hinweistafel die sich von dieser Aussage distanziert sucht Mensch vergeblich.
Seit Anfang August 2009 haben nun am Landeshauptschießstand Umbau- und Renovierungsarbeiten begonnen. Unsere Hoffnung diese unsäglichen Tafeln würden nun endlich entfernt werden hat sich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil. Die Tafeln wurden gereinigt und wieder völlig unkommentiert an ihren angestammten Platz gehängt.


Evelyn Roth dazu: „Diese Umgangsform mit Relikten aus der NS-Zeit zeigt wieder einmal, dass nicht nur einzelne Schützenkompanien Schwierigkeiten haben, sich vom Nationalsozialismus zu distanzieren, sondern auch der Landesverband.“
Der Landeshauptschießstand in Innsbruck/Arzl ist der offizielle Schießstand des Landes Tirol. Kein Wunder das die Emotionen innerhalb der Schützen mit dem nahenden Landesfestumzug am 20. September in Innsbruck wieder nach rechts schweifen.
Die Südtiroler Schützenkompanie Burggrafenamt hat bereits angekündigt die Parole „Los von Rom“ demonstrativ präsentieren zu wollen um somit ihre Forderung nach neuen Grenzen zu verdeutlichen. Im rechten Klima von Burggrafenamt hat sich ebenfalls eine rechtsextreme Gruppierung gebildet, die unter den Namen Hitlerjugend läuft und die auch vor Gewalttaten nicht zurückschreckt. (siehe: antifa meran)

Nach dem Festkommers der schlagenden Burschenschaften im Juni, bei dem mittlerweile die Innsbrucker Staatsanwaltschaft wegen NS-Wiederbetätigung ihre Untersuchungen aufgenommen hat, ist somit für Rechtsextremisten_innen der Landesfestumzug im September ein erneutes Moment ihr Menschenverachtendes Gedankengut in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Evelyn Roth fordert deshalb: „Der Landesfestumzug muss abgesagt werden! Tirol darf - gerade nach dem Kommers der deutschnationalen Burschenschaften – kein neuer Spielplatz für Rassismus, Antisemitismus und Männerbündelei werden!“
 
 

 
Krems: NO JUSTICE NO PEACE!
Versuch einer kritischen Ananlyse


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In der Nacht vom vierten auf den fünften August versuchen zwei Jugendliche in einen Supermarkt einzubrechen. Aufgrund eines stillen Alarms kommen sie gar nicht dazu, etwas zu entwenden, sie werden von zwei Polizeibeamten überrascht, die beide Schüsse auf die Jugendlichen abgeben. Der vierzehnjährige Junge wird durch Schüsse in den Rücken tödlich getroffen, sein mittlerweile siebzehnjähriger Komplize erleidet Oberschenkeldurchschüsse. Eine weitere Kugel wird in größerer Höhe im Supermarkt aufgefunden. Ein achtundzwanzigjähriger, der ebenfalls mit der Tat in Verbindung gebracht wird, wird am siebten August festgenommen. Die Aussagen der beiden Polizisten und des Überlebenden über den genauen Tathergang divergieren.

Soweit die Fakten. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft, die Boulevardmedien und Landeshauptmann Erwin Pröll stellen sich hinter die Polizei, Innenministerin Maria Fekter hält sich bedeckt, lehnt aber grundsätzlich ab, alle Polizist_innen vor Gericht zu stellen, die Menschen erschossen haben, und Amnesty International fordert „bessere Ausbildung“ für Polizeibeamt_innen. Sind alle verrückt geworden?

Einiges an diesem Fall ist noch unklar, doch die Art, wie er von Innenministerium und Staatsanwaltschaft behandelt wird, ist mehr als anrüchig:
- Als die Beamten auf Grund von Traumatisierung für „nicht vernehmungsfähig“ befunden wurden, wurde der Überlebende am Krankenbett verhört und trotz seiner Oberschenkeldurchschüsse wegen „Tatbegehungsgefahr“ in Untersuchungshaft genommen.
- Die Staatsanwaltschaft ermittelt außerdem wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen, und nicht wegen Mord – dieser wird trotz nicht geklärter Faktenlage ausgeschlossen.

Wieder einmal wird Polizeigewalt in Österreich mehrheitlich unkritisch wahrgenommen und entschuldigt, Zeitungsforen zu einschlägigen Artikeln strotzen vor ordnungswütiger Apologie, aber auch die kritischen Stimmen hierzulande kratzen nur an der Oberfläche des Problems – bessere Schießausbildung wird gefordert, und andere Ideen á la Polizeireform werden eingebracht.

Dass die Polizei selbst Ausdruck einer unterdrückerischen Gesellschaft ist, wird nicht angedacht. Die herrschende Ordnung drückt sich in bürgerlichen Gesetzen aus, die sich durch ihre Befolgung täglich wieder verwirklichen und verändern – erst wenn die große Mehrheit der Menschen auf einem Territorium ein Gesetz befolgt, nimmt dieses in der materiellen Welt Gestalt an. Die Polizei als Institution überwacht die Handlungen der Bevölkerung und sieht zu, dass sich diese in den vorgegebenen Bahnen der Rechtsnormen bewegen und damit soziale Wirklichkeit werden – die Befolgung der Norm und ihre Überwachung können also durchaus als eine alltägliche Produktion von Recht gesehen werden.

Dass aber Menschen Verhalten zeigen, das von diesen Normen abweicht, bewegt sich durchaus auch in der Denklogik des Polizei- und Rechtssystems - die Folge ist ein durchdachter Kanon verschiedener Strafen, die für entsprechende Übertretungen anzuwenden sind. Der Strafe kommt somit im Hinblick auf die Produktion von Recht eine doppelte Aufgabe zu: Einerseits die tatsächliche Bestrafung der Person, die die Gesetzesnorm verletzt hat, und andererseits die Warnung an alle, die diese Norm brechen könnten. Die Bestrafung soll der Verhinderung der Wiederholung der Tat dienen, und sie soll das Abweichen anderer von der Norm durch ihren Symbolcharakter unterbinden.

Florian Ps Tod unterscheidet sich von den Fällen anderer Morde und Folterungen durch die Polizei in den letzten Jahren: Diesmal scheinen keine rassistischen Motive eine Rolle gespielt haben, die Warnung geht diesmal nicht an Asylwerbende oder an Menschen mit dunkler Hautfarbe, sondern an alle, die sich des privaten Eigentums anderer bemächtigen wollen oder dieses in Frage stellen.

Der Fall von Florian P. hat jetzt schon einen starken Symbolcharakter, auch wenn er noch nicht durch das Rechtssystem gegangen ist, und zwar weil Gesellschaft und Politik stark reagieren: Er stellt die materielle Sicherheit von Waren über Gesundheit und Leben der Bevölkerung – in Zeiten der Krise, in denen Klassenwidersprüche besonders klar zu Tage treten, und immer mehr Menschen immer weniger zu verlieren haben, scheint das Ausmaß der Bestrafung nach oben zu schnellen, um die Arbeiter_innen und Arbeitslosen auf ihren Posten zu halten. Wir dürfen nun noch warten, ob die Justiz die Erschießung von Florian P nachträglich stützt, aber als Mord wird die Tat von öffentlicher Seite wohl nicht mehr bezeichnet werden. Unterdrückte Menschen können sich in Österreich keine Gerechtigkeit seitens der Polizei und der Justiz erwarten, ob sie von Rassismus oder kapitalistischer Ausbeutung betroffen sind - unsere Gerechtigkeit muss der Kampf gegen Unterdrückung bleiben, ohne diese Gerechtigkeit werden wir auch keinen Frieden geben und akzeptieren.

Mit kämpferischen Grüßen aus den Innsbrucker Bergen,

Evelyn Roth
 
 
 

 
Gegen das Ulrichsbergtreffen
11.08.09
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Antifaschistische Aktionstage 2009, 18.-20.09.2009 Klagenfurt/Celovec

Dieses Jahr feiert die Ulrichsberggemeinschaft ihr 50-jähriges Bestehen und somit ein halbes Jahrhundert ungehinderte rechts-revisionistische Traditionspflege von Opfermythen und NS-Verherrlichung. Jedes Jahr treffen sich am Ulrichsberg in Kärnten/Koroška Veteranen der Wehrmacht und Waffen-SS, PolitikerInnen fast aller Parteien, das österreichische Bundesheer, Burschenschaftler und Neonazis, um den gefallenen Kameraden der beiden Weltkriege und des "Kärntner Abwehrkampfes" zu gedenken. Durch die Glorifizierung von nationalsozialistischen Einheiten und Organisationen wird positiv auf den Nationalsozialismus Bezug genommen. Dabei werden die unzähligen und unfassbaren Verbrechen von Wehrmacht und Waffen-SS einerseits verschwiegen oder andererseits durch das Argument der soldatischen Pflichterfüllung entschuldigt. Durch die Gleichsetzung von NS-Verbrechen mit Kriegshandlungen der Alliierten und der PartisanInnen wird die eigene Schuld geleugnet und die Geschichte umgelogen.

Es gibt viele gute Gründe gegen das Treffen ehemaliger SS- und Wehrmachts-Angehöriger, junger Neonazis, der Kärntner "Traditionsverbände", aktiver Soldaten und der regionalen Politprominenz vorzugehen.

Alle zu den Antifaschistischen Aktionstagen von 18.-20.09.2009 nach Klagenfurt/Celovec !!!
 
 
 
www.u-berg.at

 
Berlin/Friedrichshain: Linker Jugendlicher von Neonazis fast tot geschlagen!
18.07.09
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Der Jugendliche musste bewusstlos und mit schweren inneren und äußeren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die vier Nazis wurden festgenommen.
Bereits einen Tag später nahm die Berliner Polizei auch einen Linken fest, der an einer Auseinandersetzung mit den vier Neonazis vor dem brutalen Überfall beteiligt gewesen sein soll. Er kam am Dienstag frei. Die Polizei versucht hierbei dem betroffenen Jugendlichen eine Mitschuld zuzuschieben. So soll sein "good night white pride" shirt der Auslöser für den "Bordsteinkick" gewesen sein!?
Als Reaktion auf diesen brutalen Übergriff kam es zu einem Angriff auf die Diskothek "Jeton" durch etwa 70 Autonome. Die besagte Diskothek gilt als Treffpunkt der Nazischläger und der rechten Szene in Friedrichshain. Dort kommt es schon seit längerer Zeit wiederholt zu Übergriffen durch Neonazis, zuletzt auch zu einer Messerattacke.

Am 18.07.09 findet in Berlin eine große Antifa-Demo statt. Erwartet werden mindestens 500 Personen.
 
 
 
bilder der neonazis und aktuelle infos
bericht auf antifa.de

 
Offener Brief an das Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus!

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Hallo!
Kennt ihr uns noch? Wir sind die Linke, für die die Demonstration eures Bündnisses nicht attraktiv war, wi e euer Sprecher so treffend sagte. Wir sind die Gefahr für die öffentliche Ordnung, die Anarchistenanführer_innen, gewaltbereiten Chaoten, Vandal_innen, Vaterlandsverräter_innen, die, die so frech sind, ihre privaten Konflikte in die Öffentlichkeit zu tragen, der schwarz e Block, der pinke Block, der regenbogenfarbene, immer die Identität wandelnde Block – nun, in unkenntliche Gesichter lassen sich bekanntlich viele Dinge hineininterpretieren, was braucht ihr denn gerade?
Vielleicht ein paar Lämmer für die Schlachtbank der bürgerlichen Presse? Wir machen’s euch gerne. Oder doch lieber Sündenböcke um den Verfassungsschutz von euren Parteivorfeldorganisationen fernzuhalten?
Natürlich, warum denn auch nicht. Böse Geister, um das Interesse der Öffentlichkeit am Kommers wach zu halten? Wir spuken vierundzwanzig Stunden nur für euch. Oder vielleicht habt ihr bei der Breite eures Protests mal auf Recherche und inhaltliche Texte vergessen? Kann doch passieren, kopiert doch was von der Antifaschistischen Aktion zusammen, wir sind ohnehin zu polemisch, um zitierfähig zu sein, ist doch nicht der Rede wert.
Wir lassen uns nicht als Vehikel für eure Interessen missbrauchen! Wenn es euch notwendig erscheint, sind wir eine wertvolle Informationsquelle, und wenn ihr euch mal mit rechten Journalist_innen gut stellen wollt, dann seht ihr uns als Gefahr für die Sicherheit, aber falls doch ein paar unschuldige, zukünftige Kaderkinder von der Polizei gekesselt werden, könnte die Rechtshilfe der Autonomen doch sehr nützlich sein.
Doch mehr als das: Ihr scheint offenbar nicht erkannt zu haben, dass ihr euch so von euren eigenen Positionen entfremdet habt – ihr seht die Ursachen der Probleme, die ihr ansprecht, nicht. Tretet weiter ein für die Republik Österreich, die vom dritten Lager strukturell wesentlich mitgetragen wurde und wird, tretet für ein friedliches Miteinander mit Burschenschaftern, Nazis, Ausländerhasser_innen, Abschiebebehörden, Homophoben, Antisemit_innen, Firmenchefs und euren Freund_innen von der rechten Mitte ein, vielleicht gewinnt ihr dort ein paar Stimmen bei der nächsten Wahl, wir werden dies auch weiterhin nicht tun – wir wollen keinen Frieden ohne Gerechtigkeit, keinen Frieden ohne radikalen Wandel!

Mit unfreundlichen Grüßen aus den Innsbrucker Bergen,

Evelyn Roth

PS: Wir wissen, dass das Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus keine homogene Gruppe ist und auch, dass bei weitem nicht alle Personen die auf der Homepage veröffentlichten und in der Presse kommunizierten Inhalte mittragen. Dies sehen wir allerdings genauso problematisch – das ist ja nicht einmal demokratisch.
 
 
 

 
Kommers angreifen! - Alpenfestung schleifen!
03.06.2009
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!!!ACHTUNG!!! Neue Rechtshilfe/EA Nummer
Im folgenden eine kurze Beschreibung des Aktionswochenendes.
Die wichtigesten Kontaktnummern:

Infotelefon: 0043/681 / 10 20 52 47

Rechtshilfe: 0043/681 / 10 40 65 97 (EA)

Freitag 19.06.2009
Die erste Anlaufstelle in Innsbruck ist das „Hutterheim“ (siehe Karte). Dort gibt’s für Alle etwas zu essen. Es besteht die Möglichkeit sich alle nötigen Informationen zu besorgen (Rechtshilfe; Stadtplan; Aktivitäten; usw.).

Vor Allem aber werdet ihr von dort aus weiter an die Schlafunterkünfte vermittelt.

Ebenfalls im „Hutterheim“ finden am Abend ab 20.00Uhr Vorträge mit Bezug zu Rechtsextremismus, Südtirolterrorismus und Burschenschaften statt.

Samstag 20.06.2009
Ab 12.00Uhr startet das Antifa-Straßenfest vor dem Kulturgasthaus „Bierstindl“ (siehe Karte). Es liegt genau unterhalb der „Gedenkfeier“ der Burschenschaften. Wir werden dort gemeinsam versuchen ihrem Fest den nötigen Schliff zu verleihen. Es wird Bands, Infotische und Vokü geben. Das Ganze ist erst das „warm-up“ für die anschließende Demo.

Diese startet ab 17.00 Uhr vom Antifa-Straßenfest aus Richtung Innenstadt. Auf der Karte ist die Demoroute ROT eingezeichnet. In BLAU ist die polizeiliche „Schutzzone“ gekennzeichnet in der verstärkt vor möglichen repressiven Maßnahmen zu warnen ist.
Die Demo endet vor der Messehalle, in der der Kommers der Burschenschaften stattfindet. Die Antifa-Demo verbündet sich dort mit dem bürgerlichen Anti-Kommers Bündnis um gemeinsam der Abschlußkundgebung beizuwohnen. Ende der Kundgebung ist 22.00Uhr.



Anmerkungen:
Allen überdurchschnittlich motivierten Menschen empfehlen wir überaus zeitgerecht zu erscheinen!

Darüber hinaus müssen wir ausdrücklich davor warnen sich Einzeln oder in Grüppchen abseits der großen Veranstaltungen zu bewegen. Übergriffe durch Uniformierte und Anhänger_innen der Gegenseite sind des Öfteren vorgefallen und können deshalb nicht ausgeschlossen werden.

Bewegt euch NUR IN GROSSEN GRUPPEN und haltet Kontakt mit dem Organisations-Team.
Die Nummer des Info-Telefons ist: 0043/681 / 10 20 52 47
 
 
videos gegen den Kommers von 1994 bis 2009

 
Ehemaliger Projektmitarbeiter und "Rechtsextremismusforscher" an der Universität Innsbruck ist Mitglied des pflichtschlagenden Corps Gothia.
12.05.2009
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Am Institut für Geschichte und Ethnologie der Universität Innsbruck war laut einem e-mail der Institutsleiterin Dr. Brigitte Mazohl-Wallnig seit dem Jahr 2003 bis 2005 Andreas Bösche als drittmittelfinanzierter Projektmitarbeiter beschäftigt. Er arbeitete am Projekt "Universitätsreform und Bildungspolitik 1849-1860" mit. (1)
Andreas Bösche wurde außerdem im Jahr 2005 in einem Artikel der Tiroler Wochenzeitung "ECHO" (10/2005) über Studentenverbindungen und Burschenschaften in Innsbruck zitiert. Interessant dabei ist, dass Bösche dort als "Mitglied des akademischen, schlagenden Corps Gothia" geoutet wird. Im selben Artikel werden "Corps" als "farbentragende, antiklerikal geprägte und Mensuren schlagende Studentenverbindungen, die jedoch im Unterschied zu den Burschenschaften ihren unpolitischen Charakter stets betonen", charakterisiert. (2)
Die "Gothia" ist in Innsbruck in der Innstraße 12 und damit in unmittelbarer Nachbarschaft zur "Brixia" beheimatet. Doch nicht nur geographisch scheut die "Gothia" die Nähe zu rechtsextremen, deutschnationalen Burschenschaften keineswegs. So hält sie beispielsweise zusammen mit "Brixia", "Suevia" u.a. den Burschenschafter-Kommers im Juni in Innsbruck ab.(3) In ihrer Selbstdarstellung betont die "Gothia" gerne, dass sie unpolitisch agiere und totalitäre Strömungen ablehne. Dass 74 % der Mitglieder der Innsbrucker "Gothia" bereits vor dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland im Jahr 1938 Mitglieder der NSDAP waren, widerspricht der von der "Gothia" selbst gepriesenen Ablehnung totalitärer Strömungen zumindest in Bezug auf den Nationalsozialismus aber eindeutig.(4) Als pflichtschlagende Verbindung ist der Corps Gothia fast schon "selbstverständlich" nur für männliche Studenten offen.
Wohl nicht zuletzt aufgrund der fehlenden Abgrenzung zum Rechtsextremismus hält sich Andreas Bösche auf die Frage, ob weitere Burschenschafter oder Corps-Mitglieder an der Uni Innsbruck arbeiten, bedeckt. Seine knappe Antwort: "Ja, gibt es schon. Ich möchte aber nicht sagen, wer."(5) Die Äußerst elitären und männerbündisch organisierten Netzwerke funktionieren also nach wie vor hervorragend.
Andreas Bösche hat seine Diplomarbeit zum Thema "Internet und Rechtsextremismus" verfasst. Dass ein Mitglied einer pflichtschlagenden akademischen Korporation sich mit Rechtsextremismus beschäftigt, erscheint auf den ersten Blick schlicht widersprüchlich und lächerlich. Tatsächlich darf aber die Gefahr nicht unterschätzt werden, wenn sich Mitglieder von rechten Verbindungen als Rechtsextremismusexperten aufspielen. Sie versuchen ein Bild zu vermitteln, das den wahren Ursachen und Hintergründen des Rechtsextremismus keinesfalls gerecht werden kann. Nichts anderes ist von solchen geistigen Ergüssen zu erwarten, als dass sie rechte Strukturen und Netzwerke wie akademische Burschenschaften, die in unserer Gesellschaft akzeptiert werden, verschweigen oder verharmlosen. Dass Herr Bösche von der Universität Innsbruck die akademischen Ehren ohne weiteres erteilt werden und er auch den Doktortitel für seine Arbeit über die Universität Innsbruck und "ihre" Studentenverbindungen trägt, verleiht seinen Thesen natürlich Legitimation in der Öffentlichkeit und macht die elitären und menschenverachtenden Ansichten akademischer Korporationen damit umso gefährlicher.


Die Autonome Antifa Innsbruck fordert


- Schluss mit den elitären, männerbündisch organisierten und rechten Netzwerken!
- Rechtsextremismusforschung darf nicht Mitgliedern in rechten, schlagenden Korporationen übertragen und überlassen werden!




Quellen:

(1) Online: http://www.uibk.ac.at/geschichte/personal/boesche.html, April 2009.
(2) Online: http://www.gehler.at/mat/echo_burschen.pdf, April 2009.
(3) Online: http://gothia.digitmail.de/files/vhosts/gothia-innsbruck.at/pdf/2009/Voreinladung_Tirol_2009_s.pdf, April 2009.
(4) Vgl. Michael Gehler et. al., Blut und Paukboden, 1997, S. 142.
(5) Online: http://www.gehler.at/mat/echo_burschen.pdf, April 2009.
 
 
 
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München - Nazistrukturen und antifaschsitische Gegenbewegung
07.05.2009
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Im folgenden Artikel soll ein kurzer Überblick über die Naziaktivitäten in München im Zeitraum des letzten Jahres gegeben werden und über aktuelle Entwicklungen informiert werden.

Nachdem am 13.06.2008 der Naziaufmarsch zum Kafe Marat
(http://de.indymedia.org/2008/06/219948.shtml) durch für Münchner Verhältnisse ziemlich militante Aktionen (http://de.indymedia.org/2008/07/221251.shtml) erfolgreich gestört werden konnte und der christlich-fundamentalistische 1000-Kreuze-Marsch mit Nazibeteiligung am 04.11.08 ebenfalls durch kreative Aktionen stark behindert wurde (http://de.indymedia.org/2008/10/228780.shtml), ließ es sich die Münchner Polizei bei der nächsten Gelegenheit, dem „Heldengedenkmarsch“ der Nazis am 15.11.08, nicht nehmen, den Nazis mit einem völlig überdimensionierten Aufgebot von über 2000 Bullen einen reibungsloses Gedenken an deutsche Kriegsverbrecher_innen zu garantieren und gegenüber der – wohl etwas zu aufmüpfig gewordenen - autonomen und antifaschistischen Szene Münchens (para-)militärische Stärke zu demonstrieren (http://de.indymedia.org/2008/11/233171.shtml).

Im November jedoch distanzierte sich Norman Bordin (http://de.wikipedia.org/wiki/Norman_Bordin), bis dato überzeugter NPD-Parteisoldat und u.a. ehemaliger Bundestagswahlkandidat der NPD im Wahlkreis München-Land, von der NPD und spaltete mit dem sogenannten „Freien Netz Süd“, das jede Zusammenarbeit mit der NPD/“Bürgerinitiative Ausländerstopp“(BIA) kategorisch verweigert, die Münchner Neonaziszene. Im Dezember 08 schließlich gerieten die Münchner Nazis im Zuge der polizeilichen Ermittlungen wegen des Mannichl-Attentats vorübergehend unter Repressionsdruck, als beim FNM-Kader Markus Manuel Heine und seiner Frau Sabrina zu einer Hausdurchsuchung kam und Heine einige Zeit in U-Haft verbringen musste. Als Reaktion darauf führten Münchner Nazis am 03.01.2009 einen Aumarsch „gegen polizeiliche Willkür und Medienhetze“ in Passau durch (http://de.indymedia.org/2009/01/238984.shtml). Außerdem mussten die Nazis im Januar den Verlust ihrer bisherigen Stammkneipe, der „Fan Arena“ (http://de.indymedia.org/2008/07/221171.shtml) am Münchner Hauptbahnhof, hinnehmen.

Nun scheint sich die Münchner Naziszene von diesen Problemen wieder weitestgehend erholt zu haben: Am 11.04.09 führte das „Freie Netz Süd“ anlässlich der Verurteilung Horst Mahlers ( http://de.indymedia.org/2009/03/245219.shtml) einen Naziaufmarsch in München durch, der von 1300 Bullen beschützt wurde und von antifaschistischer Seite leider als Misserfolg gewertet werden muss (http://de.indymedia.org/2009/04/247337.shtml), auch wenn Tags zuvor gerüchteweise ca. 15 Nazis im Hirschgarten eine saubere antifaschistische Mass Starkbier eingeschenkt bekommen haben...;-) Am 01.05. marschierte das „Freie Netz Süd“ in Weiden i.d. Oberpfalz, wohingegen die FNM sich am Großaufmarsch in Ulm beteiligte.

Am Abend des 8. Mai, dem Tag der Befreiung Europas vom Faschismus, wollen Nazis nun auf dem Münchner Marienplatz eine Kundgebung unter dem Motto „Wir feiern nicht!“ durchführen. Am selben Tag demonstrieren allerdings auch Antifaschist_innen unter dem Motto „Gib mir irgendwas das bleibt... - Für eine starke antifaschistische Bewegung!“ ab 17.30 Uhr gegen Faschismus und Polizeigewalt vom Kafe Marat aus in die Münchner Innenstadt (www.antifa-nt.de). Der 8. Mai verspricht also ein spannender Tag zu werden...

Zwei Wochen später, am 23.05.09 haben Nazis aus dem Spektrum der FNM und der NPD/BIA anlässlich des 60. Jahrestages des BRD-Grundgesetzes einen weiteren Aufmarsch durch München angekündigt. Offensichtlich fühlte sich die FNM vom Aufmarsch des „Freien Netzes“ am 11.04. konkurrenzmäßig so unter Druck gesetzt, dass sie nun auch einen Aufmarsch macht. Treffpunkt der Nazis ist – wieder einmal - um 13.00 Uhr am Münchner Hauptbahnhof, Ausgang Arnulfstraße (Nord). Auch gegen diesen Aufmarsch haben Antifaschist_innen schon Proteste angekündigt.

Interessant ist bei dem Ganzen auch ein Blick auf die (bürgerliche) Münchner Medienlandschaft: Während der Naziaufmarsch gegen das Kafe Marat am 13.06.08 in den hiesigen Printmedien quasi nicht stattfand, wurde genau dieser Aufmarsch, der zuvor so gründlich verschwiegen wurde, im Vorfeld des „Heldengedenkmarsches“ am 15.11. medienwirksam als Begründung für das völlig überdimensionierte Polizeiaufgebot und -vorgehen an diesem Tag herangezogen. Die Aufmärsche am 04.01.08 (http://de.indymedia.org/2008/01/204234.shtml) sowie am 11.04.09 fanden dagegen im bürgerlichen Blätterwald beide wiederum nicht statt. Insgesamt ist durch die Bank eine starke Tendenz bei allen Münchner Zeitungen zu beobachten, alles, was irgendwie mit sozialen Konflikten zu tun hat, möglichst komplett zu verschweigen – und das trotz teilweise aufwendiger Pressearbeit seitens antifaschistischer/linker Aktivist_innen. Hier kommt mensch nicht umhin, eine dauerhafte Absprache zwischen Polizei, Stadt und bürgerlichen Medien zu vermuten. Eine Mobilisierung, die bis in bürgerliche Kreise hineinreicht, wird so natürlich erheblich erschwert.

Die Münchner Polizei wird wohl auch zu diesem Aufmarsch wieder alles auf die Straße stellen, was zwei Beine hat und sich die Schnürsenkel binden kann. Bei den vergangenen beiden Naziaufmärschen in München waren zudem, neben dem allseits beliebten USK; Cops aus Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Hamburg (sic!) anwesend. Das Vorgehen der Polizei zeichnet sich in München, insbesondere seit dem 15.11., durch komplettes Absperren der Naziroute mit Gittern und Stoßstange an Stoßstange stehenden Bullenwannen, brutale USK-Prügeleinsätze bei eventuellen Blockadeversuchen, extrem viele Zivibullen und ein – gemessen an der Zahl der Antifaschist_innen - völlig überdimensioniertes Polizeiaufgebot aus.

Das alles macht nun nicht gerade Lust, am 8./23. Mai wieder auf die Straße zu gehen, oder gar von außerhalb anzureisen. Die Aktivist_innen aus München – im Herzen des bayerischen Löwen ;-) - sind aber nichtsdestotrotz auf die Solidarität der Genoss_innen von außerhalb angewiesen. Das in München trotzdem was gehen kann, zeigen neben dem 13.06.08 noch viele weitere Beispiele aus den letzten paar Jahren, wo Nazis oder Bullen ordentlich was abgekriegt haben und/oder schöne Erfolge gefeiert werden konnten. Voraussetzung dafür ist aber immer ein gemeinsames und entschlossenes Vorgehen und dass die Leute ihren Arsch hochkriegen und aktiv werden!


 
 
 
antifa_nt München

 
Der Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ) - Namen, Fakten, Hintergründe

12.4.2009
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In Tirol fällt der RFJ immer wieder durch rechtsextreme bzw. neonazistische Äußerungen und personelle Überschneidungen auf.

Selbst ehemalige FPÖ Mitglieder wie der ehemalige stellvertretende Tiroler Parteivorsitzende der FPÖ sowie Ex-Abgeordneter zum Nationalrat Hans Sevignani, ist im September 2007 von seiner Funktion zurückgetreten mit folgender Begründung:

„Das geht alles zu sehr nach rechts, das missfällt mir“…Sevignani nennt her vor allem die Parteijugend.“(1)

Auch der ehemalige Obmann der Tiroler FPÖ, Willi Tilg, wirklich kein Linker, kommentierte den Besuch H.C. Straches, kurz vor der Landtagswahl in Tirol 2008 am Franziskanerplatz mit folgenden Worten:

„Stramme Skinheads, die beidseits der Bühne als Standarte fahnentragend die Politiker vor dem Volk sichern. Das erinnert an die Choreographie der Nazi-Aufmärsche.“(2)

Auch sonst fällt die Parteijugend immer wieder durch ihre rechtsextremen Aktivitäten auf. So wurde im März 2007 durch die Sicherheitsbehörde Anzeige gegen sieben Tiroler Neonazis bei der Staatsanwaltschaft eingebracht. Ihnen wurde u. a. vorgeworfen, im Juli 2006 ein Straßenfest des Innsbrucker Kulturzentrums P.M.K. angegriffen zu haben.(3) Dabei war ein Anführer der Gruppe Sebastian Farnik, welcher ein Aktivist im RFJ und in der FPÖ-Wipptal war und beim Überfall den Hitlergruß gezeigt und „Sieg Heil!“ gebrüllt hatte. Im November 2007 wurde die Anklage gegen ihn fertig gestellt. Bei einem anderen Verdächtigen wurden in der Wohnung vielfältige Propagandamaterialien beschlagnahmt wie eine Spraydose mit der Aufschrift „Doitsch-Spray – neutralisiert Knoblauch, Zwiebel, Kümmel, und Ausländergerüche – für angenehmen inländischen Duft.“(4) Dieser gab an, die Dose im Frühjahr 2006 von Sebastian F. bekommen zu haben. Darüber hinaus wurden sowohl gekaufte CDs als auch illegal herunter geladene Musik gefunden wie beispielsweise „Gigi und die Braunen Stadtmusikanten.“(5)
Sebastian Farnik fiel weiters durch eindeutige Interneteinträge in diversen Internetforen auf, wo sein Nickname „RagnaroeksKrieger“ war und sein Rufname „SSebi.“ Er schickte auch „Grüße aus dem südlichen Teil Deutschlands...Tyrol“ und, schrieb „Ruhm und Ehre der deutschen Wehrmacht“ und zweifelte in einem Blog die jüdischen Opferzahlen an.(6)

Die beiden Vorstandsmitglieder des RFJ, Tirol Patrick Haslwanter und Paul Pilgermair, protestierten im Jänner 2007 gegen die Schließung des Neonazi Treffpunktes in der Rhombergpassage in Innsbruck, „Triple Seven 21.“ Laut den beiden sei es „dumm“, da damit der „rechten Szene der einzige Treffpunkt genommen wurde.“ Die Schließung dieses Lokals sei nichts anderes als Gesinnungsterror, denn jede Gesinnung braucht ihren Ort.
Pilgermair macht auf jeden Fall aus seiner Gesinnung keinen Hehl. Das zeigt sich schon in seiner Emailadresse „alpenfestung.“(7)

Anfang Oktober 2007 wurde auch bekannt, dass sich die Emailadresse von Pilgermair im Gästebuch des Neonazis und Holocaustleugners Gerd Honsik findet.(8) Natürlich behauptete er gegenüber der ehemaligen Tageszeitung „Die Neue“, jemand anderer hätte in seinem Namen und mit seiner Emailadresse Honsik um Kontaktaufnahme gebeten.

Jedoch seine Zweifel am Holocaust bestätigt er:

„Ich bin mit den Geschichts-Professoren nicht immer einer Meinung und wehre mich gegen die Meinungsdiktatur, die hier vorherrscht.“ Ein Neonazi sei er aber nicht, sondern nur ‚deutschnational’.“(9)


 
Im Januar 2009 wurde es dann sogar dem Tiroler FPÖ-Parteichef Gerhard Hauser zu extrem, als der RFJ in einem Pamphlet Stellung zum Israel Palästina Krieg bzw. Konflikt auf seiner Homepage bezog.
...hier der vollständige Text...


Israelis im Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser!
Von Daniel Pichler und Thomas Maran (Anm.: beide RfJ-Tirol)

"Wir wollen, dass die Hamas für jede ihrer Aktionen unerträgliche Verluste erleidet." "Krieg ohne Gnade." "Krieg bis zum bitteren Ende." Der Ton im Krieg Israels gegen die Palästinenser verschärft sich täglich. Wer nun angesichts der letzten beiden Zitate das schauerliche Gefühl bekommt, sich inmitten der Kriegsrhetorik der 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zu befinden, dem sei gesagt: Sein Gefühl trügt nicht. Bereits 2002 äußerste sich der jüdische Reservegeneral Effi Eitam, der die Palästinenser ab und an als "Krebsgeschwür" titulierte, zur Endlösung der Palästinenserfrage: „Es wird sich die Dynamik zu einem totalen Krieg (sic!!!) verschieben, der leicht zu einer Tragödie für das palästinensische Volk werden könnte... Ich erkenne definitiv als Folge eines solchen Krieges, dass hier nicht viele Araber übrigbleiben (sic!!!) werden." So urteilt jener Eitam, der übrigens zu Kabinettsehren kam, über sämtliche Palästinenser, die sich nicht willfährig aus ihrem eigenen Land vertreiben ließen. Unsere Medienlandschaft und unsere politische "Elite" ergeben sich nun dem Trugschluss, im Nahen Osten überschlugen sich die Ereignisse. Schuld hätte natürlich die mit absoluter Mehrheit demokratisch legitimierte Hamas. In gewohnter Manier und unter gekonnter Verdrehung der Tatsachen stellen unsere Medien die Situation so dar, dass Israel sich gegen die Palästinenser "verteidigen" müsse. Dabei trifft nach Prüfung der historischen Fakten die genaue Umkehrung dessen zu. Theodor Herzl, ein nicht praktizierender Jude, wurde sich seiner Abstammung durch die sogenannte Dreyfus-Affäre bewusst. Von dem Gedanken angestiftet, seinem Volk eine "nationale Heimstätte" zu geben, berief er 1897 den sogenannten Zionistischen Weltkongress in Basel ein. Da man sich nicht ganz im Klaren darüber war, wo denn nun diese ominöse Heimstätte entstehen sollte (Herzl äußerte keinerlei Präferenzen), einigte man sich kurzerhand auf das "Heilige Land", welches Gott laut biblischer Überlieferung den Juden versprochen hatte. Abgesehen vom religiös fundamentalistischen Beigeschmack dieser Wahnidee, ist es die Lügenpropaganda unter dem Leitspruch „Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land, welches dieses Unterfangen einiger selbsternannter Zionisten zum Verbrechen macht. Das Land Palästina war über Jahrhunderte Heimat des palästinensischen Volkes, es nun dieser Heimat zu enteignen war und ist, auch angesichts der unzähligen Menschenrechtsverbrechen, welche einen Großteil der Geschichte dieser jüdischen Siedlerkolonie beschreiben, schlichtweg ein Völkermord. Dies, zumal die Heimat für jedes Volk einen Wert umschreibt, den es zu verlieren ein Sterben bedeutet. Der Widerspruch für eine Religionsgemeinschaft, die sich selbst als Volk bezeichnet, letzteres aber in europäischen Breitengraden als antisemitische Auffassung gelte, eine nationale Heimstätte zu gründen ist nur ein weiteres Indiz welches das Existenzrecht dieser mittlerweile zur Atommacht herangewachsenen aggressiven Siedlerkolonie in Frage stellt. Sei es drum, da die Juden gute Fürsprecher hatten (Stichwort "Balfour - Deklaration") strömten sie unter britischem Mandat in das Land, überzogen ihre semitischen Brüder mit blutigem Terror und gründeten schließlich unter den Augen der Weltöffentlichkeit und von der UNO Generalsversammlung 1947 abgesegnet 1948 "Ihren" Staat auf dem ehemaligen Mandatsgebiet. Den eigentlichen Besitzern des Landes wurde ein Restposten in der Wüste zugesprochen. Das Judentum, welches bis dato lediglich in Streusiedlungen im "Heiligen Land" lebte, wurde derweil reich an Land beschenkt, indem man zur selben Zeit wider die Genfer Konvention das Land der angestammten Palästinenser enteignete. Als Grundlage dieser fortwährenden und bis zur Gegenwart andauernden Kolonisierung Palästinas dienen Willkürgesetze, welche aus der britischen Mandatszeit oder gar noch aus der Herrschaft des Osmanischen Reiches stammen. Die tapferen Araber wehrten sich von Anbeginn gegen dieses himmelschreiende Unrecht, allerdings von wenig Erfolg gesegnet. Ab 1948 verschlimmerte sich die Lage der Palästinenser. Von den Juden erneut mit blutigem Terror überzogen (beispielsweise "Deir Yasin", die brutale Abschlachtung von Frauen und Kindern, verübt von den Terrororganisationen Irgun und der Stern Bande- vermutlich auch als ein Akt der "Selbstverteidigung) und schließlich während mehrerer Konfrontationen zu Hunderttausenden aus ihrer angestammten Heimat vertrieben, fristen sie ein Dasein in Siechtum in den Flüchtlingslagern oder als Rechtlose im jüdischen Apartheidregime - welches auf ihrem eigenen Land errichtet wurde - als Bürger zweiter Klasse. In jenen Gebieten, welche Ihnen der Judenstaat als Reservat zubilligte (weitaus weniger als es 1947 unter der Resolution 181 vorgesehen war) werden sie seit der rezenten Vergangenheit wie Tiere gehalten, von Mauern und Zäunen umringt. Der Hintergrund der gegenwärtigen Realität, dass angesichts 10,6 Millionen Palästinensern auf unserer Erde nur 2,3 Millionen im heutigen Unrechtsstaat Israel verbleiben, lässt sich schwerlich menschlich begründen. Ihre Geschichte ist eine Geschichte von Leid, Zerstörung und menschenunwürdiger Vertreibung. Jeden, meist von der Atommacht Israel selbst provozierten Zwischenfall mit den arabischen Nachbarländern, war der jüdischen Siedlerkolonie Anlass Hunderttausende, ja Millionen von Palästinensern zu vertreiben unter widrigsten Umständen in Ghettos zu pferchen, ihre Häuser und Wohngebäude zu zerstören und sie, bedrohend mit Mord, Folter und sozialen Missständen aus ihrer Heimat zu vertreiben. Unzählige Massenflüchtlingslager in den Nachbarstaaten Libanon, Syrien, Jordanien und Ägypten zeugen von einer Vertreibung unmenschlichsten Ausmaßes. Heute leben allein knapp 4 Millionen Palästinenser in den unmittelbaren Nachbarländern, fernab der Tyrannei und Mordlust des Israelischen Apartheidstaates.
Nach Lust und Laune können die jüdischen Landnehmer die Zufuhr an Lebensmitteln oder Medikamenten regulieren, und verüben vor den Augen der tatenlosen Weltöffentlichkeit Menschheitsverbrechen, welche Ihresgleichen suchen. Wenn sich nun die Palästinenser in ihrer Verzweiflung mit behelfsmäßig gebastelten Raketen gegen das Unrecht zu wehren trachten, antwortet Israel mit einem blutigen Vernichtungskrieg, einem "Totalen Krieg", einem "Krieg bis zum bitteren Ende". Was bei jedem anderen Volk zu jeder anderen Zeit als Völkermord und Kriegsverbrechen gelten würde, gilt bei den jüdischen Besatzern dank "special relationships" (siehe USA) als "Selbstverteidigung". Wie groß war der Aufschrei, als Russland völlig zu Recht und aus legitimem Anlass seine Mitbürger in Südossetien und Abchasien verteidigte und so Menschen vor der Aggression des amerikanischen Büttels im Kaukasus - Micheil Saakaschwili – Schutz gewährte? Um keinen Zeitungskommentar verlegen war die hiesige Presse, wenn es darum ging, die Israelischen Übergriffe gegen den Südlibanon blind, bewusst missachtend, die Entführung zweier israelischer Soldaten durch die libanesische Hisbollah zu verurteilen und den fragwürdigen Schulterschluss mit Israel zu suchen. Nun aber wo vor den Augen der Welt, die Siedlerkolonie Israel, als Häscher des US-Imperialismus, nach 1948, 1967 und 2002 einmal mehr gegen Völkerrecht, ja gar die grundlegendsten Forderungen nach menschlicher Würde missachtet, eine Politik betreibt, wie sie Europa vor 70 Jahren zuletzt entsetzte, schweigt die Welt. Kennen wir nicht den Anblick von eingepferchten Menschen in Ghettos, Massenvertreibungen, Mauern und Stacheldrahtzäune aus dem Geschichtsunterricht? Sind wir nicht dazu erzogen worden immer dann aufzuschreien, wenn wieder Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Sprache, Kultur oder Herkunft verfolgt und bedroht werden? Oder sollen wir dies nur dann tun, wenn es dies im Einklang mit den Interessen der hiesigen und US-amerikanischen Hochfinanz ist? Diese Facette des Nahostkonfliktes, dessen vorläufigen Höhepunkt Zeugen wir nun werden, hat also neben der historischen auch eine moralische Dimension. Wir setzen gerade auch dem lauten Schweigen der moralisch korrumpierten Pseudolinken als Nationalisten das Existenzrecht jedes Volkes entgegen - auch jenes der Palästinenser. Die Palästinenser haben ein Recht auf ihr Land. Die Lösung kann daher nur lauten, die Resolution 181 für null und nichtig zu erklären. Israel will auf imperialistische Manier den Palästinensern immer mehr Siedlungsgebiet abringen. Dieses Unterfangen zu stoppen ist unsere Pflicht als freie Menschen und Österreicher. Die Tatsache, dass Theodor Herzl, der unsägliche schwarze Prophet dieses Grauens, welches sich heute vor unseren Augen abspielt, Österreicher war möge dafür Anlass sein, dass die Reaktion auf israelischen Terror, Angst und Vertreibung auch von Österreich ausgeht. Darum fordern wir, dass Israel zeitnah dazu gebracht werden muss, den Völkermord in Gaza durch Aushungerung und Abschlachtung der Bewohner des Gazastreifens zu beenden. Österreich muss ein deutliches Zeichen setzen und vor der UN sämtlichen Resolutionsentwürfen zur Verurteilung des Terrorkrieges Israels die gebotene Unterstützung erteilen. Überdies ist der österreichische Botschafter umgehend aus Israel zurückzuberufen und der israelische aus Österreich auszuweisen. Dies nicht zuletzt, um nicht von nachfolgenden Generationen erneut der Kumpanei mit Völkermördern geziehen zu werden! Die arabischen Brüder des palästinensischen Volkes verleihen mittels Massenprotesten im Südjemen, Syrien, Iran, Südlibanon und Ägypten ihrer Solidarität mit diesem leidgeprüften Volk lautstark Ausdruck. Nach den Genoziden in Südwestafrika und im Kaukasus stehen Österreich und Europa wieder historischen Untaten mit eiskaltem Schweigen gegenüber. Wir wollen dieses Schweigen mit einer Reihe von Aktionen brechen. Die Solidarität mit Palästina ist keine Frage parteipolitischer Geplänkel oder kleinlicher Zwistigkeiten, sondern eine Frage der Menschlichkeit.(10)

Der Text wurde inzwischen von der Homepage entfernt und die Verfasser des Textes wurden ausgeschlossen. FPÖ-Chef Gerald Hauser kommentierte diese Hasstiraden mit folgenden Worten:
„Mit diesen rechtsradikalen Ansichten wollen wir nichts zu tun haben. Der RFJ muss sich sofort von beiden Vorstandsmitgliedern trennen.“(11)

...somit kann man wirklich froh sein dass der RFJ-Tirol kein Ort für rechtsextremes Gedankengut ist!?
 
Nur in Tirol?

Keineswegs! Bundesweit lassen sich Querverbindungen und Überschneidungen zwischen RfJ und rechtsextremen Kreisen nachweisen!
Der Ring freiheitlicher Jugend ist die Jugendorganisation der Freiheitlichen Partei Österreichs, welche in jedem Bundesland einen Landesverband mit regionalen Ablegern hat.
Der RFJ wird durch öffentliche Steuergelder, nach dem Bundes-Jugendförderungsgesetz, subventioniert (Anm.: 160.000 Euro pro Jahr) (12). Darin sind die gesetzlichen Richtlinien für alle parteipolitischen Jugendorganisationen (zur Info Jusos, GAJ, JVP). Hier einige kleine Auszüge aus dem Bundes-Jugendförderungsgesetz mit den jeweiligen Richtlinien.
„Die Förderung der außerschulischen Jugendarbeit durch das Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend - BMGFJ (alte Bezeichnung: Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz - BMSG) regelt das Bundes-Jugendförderungsgesetz [Bundesgesetz über die Förderung der außerschulischen Jugenderziehung und Jugendarbeit (Bundes-Jugendförderungsgesetz), BGBl. I Nr. 126/2000 vom 29. Dezember 2000]. Ziel dieses Gesetzes ist (Zitat) "die finanzielle Förderung von Maßnahmen der außerschulischen Jugenderziehung und Jugendarbeit, insbesondere zur Förderung der Entwicklung der geistigen, psychischen, körperlichen, sozialen, politischen, religiösen und ethischen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen.“ (13)
Hier ein kleiner Auszug aus dem 2. Abschnitt des Bundesjugendförderungsgesetzes, wo auch die Grundsätze der Jugendarbeit verankert sind.
„§ 3. Als förderungswürdig im Rahmen dieses Bundesgesetzes gelten in erster Linie Angebote der Jugendarbeit, die sich insbesondere an folgenden Grundsätzen orientieren: (…)
3. Mündigkeit, Eigenständigkeit und Demokratieförderung; (…)
5. Persönlichkeitsentfaltung, körperliche, seelische und geistige Entwicklung junger Menschen;
6. Förderung der Bereitschaft junger Menschen zu Toleranz, Verständigung und friedlichem Zusammenleben sowie Förderung des gegenseitigen Verständnisses im innerstaatlichen wie auch im internationalen Bereich;
7. Förderung gemeinschaftsstiftender und menschenrechtsbezogener Bildung;
8. politische und staatsbürgerliche Bildung sowie religions- und ethikbezogene Bildung junger Menschen;
9. Entwicklung des sozialen und ökologischen Engagements junger Menschen;
10. Förderung der
– lebensführungs- und gesundheitsbezogenen Bildung,
– berufs- und karriereorientierten Bildung,
– generationsbezogenen Bildung,
– Entfaltung von kreativen Kräften junger Menschen, um eine aktive Beteiligung am kulturellen Leben zu ermöglichen,
– Gleichberechtigung beider Geschlechter und
– Behindertenintegration.“

Dieses Förderungsgesetz gilt somit auch für den RFJ. Jedoch wenn man sich ihre Geschichte besonders in den letzten Jahren anschaut, kommen Zweifel auf inwieweit diese erfüllt werden.
Dabei ist bei der Jugendorganisation der FPÖ auffällig, dass es besonders seit der Trennung FPÖ/BZÖ eine starke Radikalisierung nach Rechts gibt. So konnten sich 2003 nach längerem Richtungsstreit die rechtsextremen Kräfte rund um Johann Gudenus, durchsetzen.
Johann Gudenus ist ein Wiener Politiker, welcher seit 2005 Abgeordneter im Wiener Landtag und darüber hinaus Mitglied des Wiener Gemeinderats ist. Er ist der Sohn von John Gudenus, der wiederum bekannt geworden ist, da er die Existenz von Gaskammern in Dritten Reich in Frage gestellt hat. Dieser ist inzwischen zurück getreten und wurde, durch eine Anzeige von der Grünen Partei Österreichs, nach dem § 3h Verbotsgesetz, zu einer einjährigen bedingten Haftstrafe verurteilt. (14)
Johann Gudenus selbst versuchte schon recht früh in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. So wurde mit ihm ein „überzeugter National Freiheitlicher“ (15) an die Spitze des Jugendverbandes gewählt, welcher schon oft für seine eindeutigen rechtsextremen Aussagen und Positionen kritisiert wurde. So reagierte er auf die Kritik des Caritas Präsidenten Franz Küberl über den Umgang mit AsylwerberInnen mit folgender Aussage.
„Im alten Rom wurden diejenigen, die sich am Volkswohl versündigten, verbannt. Schade, dass es diesen alten Brauch nicht mehr gibt.“ (16)
Bei solchen Statements eines Jungpolitikers darf es kein Wunder sein, dass für viele Neonazis die Fraktionskämpfe in der FPÖ-Jugend einen positiven Ausgang nahmen. In der Deutschen Stimme, dem Organ der neonazistischen Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD), wurde er als Vertreter des authentisch nationalen Flügels begrüßt.(17)
Er sorgte auch gleich für Aufregung, denn in seiner ersten Aussendung sprach er vom „Untergang[s] des Abendlandes“ und „in einer neuen Türkenbelagerung müssten die europäischen Völker den siegreichen Kampf suchen.“(18)
Im Übrigen stammt von Johann Gudenus auch die Forderung, Verhütungsmittel zu besteuern um den Geburtenrückgang zu bekämpfen.(19) Außerdem bedient er sich immer wieder völkischen und neonazistischen Vokabulars. So war seine Reaktion auf die Veröffentlichung der Einbürgerungszahlen am 30. März 2004, dass eine „voll einsetzende Umvolkung verhindert werden müsse.“(20)
Gudenus verweist dabei immer wieder gern auf das Grundsatzprogramm des RFJ, in dem ein „Stopp der Überfremdung“ gefordert wird.
Das Grundsatzpapier bzw. das Leitbild des Rings Freiheitlicher Jugend welches auf der Seite des RFJ zu finden ist, ist ein Ergebnis einer Arbeitsgruppe, die im Jahre 2003 entstanden ist.(21)
Gleich am Anfang wird deutlich gemacht wer ÖsterreicherIn sein kann. Dabei orientiert sich die Nationalität am rechtsextremen Verständnis von „Blut und Boden.“ ÖsterreicherIn ist derjenige oder diejenige, welcheR in Österreich geboren ist und der Österreichischen Kultur angehört. Es reicht nicht aus „nur“ die österreichische Staatsbürgerschaft zu besitzen, sondern beide Elternteile sollten auch ÖsterreicherInnen sein.
Dabei zieht sich eine völkische Denkweise durch das Grundsatzpapier - Ein Europa der Völker
-„Österreich ist seit seinem Bestehen in den deutschen Volks- und Kulturkreis eingebettet.“
-„Ein wesentliches Merkmal unseres Kulturkreises ist die deutsche Sprache, welche seit Jahrtausenden unser Denken und Schaffen prägt. Deshalb bedarf sie eines besonderen verfassungsrechtlichen Schutzes gegen Verfremdung, verbunden mit der Verpflichtung für alle öffentlichen Einrichtungen, diesen zu garantieren.“
Zum Thema Migration/ Integration heißt das zentrale Motto: "Stopp der Überfremdung!“ Die wesentlichen Ziele sind ein noch strengeres Asylverfahren und der Aufnahmestopp von Zuwanderern.
-„Der RFJ fordert deshalb eine strenge Handhabung der Asylgesetze und eine sofortige Senkung der Zuwanderungsquote auf Null.“
Das Leitbild orientiert sich auch an konstruierten Szenarien, wo von Überfremdung von anderen Völkern und Kulturgütern gesprochen wird.
-„Ebenso wie der deutschen Sprache droht unserem Volk die Überfremdung. Mit über 800.000 legal hier lebenden, schätzungsweise mindestens 300.000 illegalen und weiteren über 350.000 in den letzen 20 Jahren eingebürgerten Ausländern, hat Österreich seine Kapazitäten weit überschritten.“
-„Darüber hinaus müssen Anreize geschaffen werden, bereits hier lebende Ausländer zur Rückkehr in ihre Heimat zu bewegen.“
-„Unser Leben hängt nicht von südländischen Früchten und Gemüse im Jänner oder billigsten Produkten aus Drittweltländern ab. Diesem Konsumwahn, der neben der Umwelt auch den Handwerks- und Bauernstand nachhaltig zerstört, muss vom Gesetzgeber Einhalt geboten werden.“
Interessant sind auch die Beispiele zum Thema Umweltschutz, der gleichgesetzt wird mit dem Schutz der Heimat und somit eine nationalistische Komponente dazubekommt -„Umweltschutz ist Heimatschutz“
-„Der Reichtum Europas liegt in der Vielfalt seiner angestammten Völker und Kulturen, die es auch als obersten Grundwert einer europäischen Verfassung zu schützen gilt.“
Die Türkei wird von vornherein, ohne nähere Erläuterung, nicht als Teil Europas gesehen.
-„Die Türkei ist in keinem Fall ein europäisches Land, und damit erübrigt sich jegliche Diskussion über einen Beitritt zur EU.“
Auch zum Thema Bildung einige Auszüge von der Position des RFJ.
-„Niveauabsenkungen an Schulen und Universitäten durch Aushöhlung der Lehrpläne unter dem Motto der Durchforstung, überforderte und politisch motivierte Lehrkräfte und zügellose Ausländerintegration sind eine massive Bedrohung für die Zukunft der Österreichischen Leistungsgesellschaft.“
-„Der RFJ fordert eine Befreiung der Lehre von jeglichen Denk- und Forschverboten, sowie eine radikale Entpolitisierung der Schulen und Universitäten.“
Das Familien- und Rollenverständnis ist traditionell (Frau und Mann haben klare Aufgaben), antiemanzipatorisch und orientiert sich an der bürgerlichen Kleinfamilie. Somit werden vorn vornherein andere Lebensformen als nicht natürlich und nicht wünschenswert für eine Gesellschaft gesehen (Gleichgeschlechtliche Beziehungen, Patchwork Familien, Living Apart – Together, AlleinerzieherInnen…)
-„Die Familie ist Grundlage jeder Gesellschaft. Sie sichert in gesunden Strukturen den Fortbestand eines Volkes und die Pflege unserer Alten“
 „Die Rolle der Mutter und Hausfrau muss in unserer Gesellschaft eine massive Aufwertung finden und wieder leistbar werden. Nicht die kinderlose Karriere-Frau, sondern die Mutter bei ihren Kindern ist das Idealbild für einen erfolgreichen Fortbestand unseres Volkes.“
- „Die Frau als Mutter darf nicht durch wirtschaftliche und gesellschaftliche Zwänge in die Arbeitswelt gedrängt werden. Für die Wirtschaft muss es steuerlich attraktiv sein, Mütter halbtags zu beschäftigen.“
- „Der Gesellschaftsvertrag wird durch Kinderlosigkeit nicht eingehalten. Aus diesem Grund ist eine steuerliche Benachteiligung von Kinderlosen notwendig.“
Aus diesem Leitbild wird sichtbar, aus welchen politischen Kreisen der RFJ seine Positionen bestimmt. Dabei war und ist Gudenus einer der führenden Personen im gesamten Rechtsruck des RFJ. Die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz hat in ihrem Bericht (Februar 2005) die Gudenus-Rede von der Umvolkung als Beispiel für eine Terminologie genannt, die in direkter Verbindung zum nationalsozialistischen Gedankengut steht.(22)


RFJ – Ein rechtsextremes Sammelbecken

„Nationale und burschenschaftlich orientierte Mitglieder haben im Bundesvorstand des Ringes Freiheitlicher Jugend (RFJ) seit Juni (2003) wieder die Führung übernommen.“(23)
Auch Philipp Hasselbach, ein bekannter Neonazi, bestätigt die rechtsextremen Verbindungen des RFJ und äußerte sich in einem einschlägigen Internet-Forum (Wikingerversand) dazu, dass sich:
„(…)in der FPÖ (…) nicht wenige Nationalsozialisten (tummeln)“ würden. Hasselbach, der von sich behauptet, über Kontakte zu jungfreiheitlichen Kadern zu verfügen, weist insbesondere auf den RFJ hin: „In der FPÖ-Jugend, dem Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ), sind sogar führende Funktionäre im Bundesvorstand intern als Nationalsozialisten bekannt, die auch in den entsprechenden Kreisen verkehren.“(24)
Wenn man sich die politische Arbeit des RFJ näher anschaut, kann diese Wahrnehmung nur bestätigt werden. Beispielweise versuchte der RFJ gleich in mehreren Bundesländern wie in Oberösterreich, der Steiermark und in Tirol eine Kampagne gegen das NS-Verbotsgesetz zu starten.
In einer Anfragebeantwortung von der damaligen Bundesministerin Andrea Kdolsky wurde bereits festgestellt „dass eine Kampagne zur Abschaffung des NS-Verbotsgesetzes, so wie sie von Rechtsextremen (BFJ,....) betrieben wird, unvereinbar ist mit dem im Bundes Jugendförderungsgesetz geforderten Bekenntnis zur Republik Österreich.“(25)
Der RFJ lies die Bundesministerin zwar wissen, dass es von Seiten des RFJ „keine Forderung nach Aufhebung des NS-Verbotsgesetzes gebe, sondern es sich um eine Einzelmeinung eines Mitgliedes handle, (...) Überdies ist die erwähnte Bezirksgruppe ein Teil der Landesgruppe Steiermark und somit rechtlich inexistent. Es ist festzustellen, dass nur die in den Statuten vorgesehenen Organe des Ringes Freiheitlicher Jugend für diesen sprechen können.“ Jedoch hat sowohl die oberösterreichische Landesorganisation als auch der RFJ Innsbruck Land mit seinem Vorsitzenden Paul Pilgermair die ersatzlose Streichung bzw. eine Änderung des Artikels 3g des NS-Verbotsgesetzes gefordert.

Anhand der folgenden Chronologie wird aufgezeigt, wie der RFJ in verschiedenen Bundesländern versucht seine Menschen verachtende Meinung zu etablieren und zu fördern.


- Kärnten

Der Kärntner Christoph Töfferl und Obmann des RFJ Kärnten hat im Februar 2007 (offiziell als Privatperson) bei einem internationalen Neonazitreffen teilgenommen.(26) Das Treffen der Europäischen Nationalen Front (ENF) ist ein Zusammenschluss von Neonazis und Neofaschisten unter der Leitung der NPD und fand im Sächsischen Riga statt.(27)
Außerdem war im April 2007 ein Kommentar in der neonazistischen Deutschen Stimme vertreten. Dort bezeichnete er die österreichische Polizei und Justiz, als „Bluthunde des Staates“, die Leute wie ihn hetzen würden.
Schon zuvor befindet sich auf der Homepage des RFJ Kärnten eine Paraphrase des Waffen SS-Leitspruchs „Unsere Ehre heißt Treue“, aus der „Unsere Ehre ist die Treue zur Heimat“ wurde.(28) Dies wurde von Seiten der FPÖ als unklug kommentiert, aber jeder dürfe anders denken.


- Oberösterreich

Beim RFJ Linz Land referierte Horst Jakob Rosenkranz, Ehemann der FPÖ-Nationalratsabgeordneten Barbara Rosenkranz, über seine einschlägig bekannten Thesen.(29) Er ist ein ehemaliges Mitglied der verbotenen Nationaldemokratischen Partei (NDP) und war 1990 Spitzenkandidat der Liste „Nein zur Ausländerflut“, welche aber wegen NS Wiederbetätigung nicht zugelassen wurde.(30)
Der RFJ Linz Land fiel in Oberösterreich auch durch seine Aktivitäten in rechtsextremen Organisationen auf, wo RFJ Funktionäre verwickelt waren. So wurden Fotos veröffentlicht, wo der stellvertretende RFJ-Bezirksobmann in Linz-Land, Andreas Retschitzegger, bei Veranstaltungen des neonazistischen BFJ (Bund Freier Jugend) gesehen worden ist. Derselbe wurde auch auf einer Neonazi Demonstration gegen die „Wehrmachtsaustellung“ in Juni 2003, in Schwäbisch Hall gesehen.(31)
Der gleiche RFJ Linz Land erklärt auch ganz offen: „Wir lehnen Integration ab (...) wie sollen sich auch völlig andere Kulturkreise in die deutsche Kultur einfinden.“(32)
Auf der Homepage des RFJ Linz Land wurde außerdem eine Rede von Sebastian Aigner, Obmann des RFJ Traun, veröffentlicht, in der er sich Sorgen macht um die „volkstreue Jugend.“ So beklagt er die „systematische Umerziehung“(33), wie die amerikanische Verrücktheit, welche sich am Besten in der Musikszene wieder findet, wie beispielsweise der Hip-Hop.
„Von Schwarzen, oder die es gerne sein wollen, werden belanglose Texte in Versform verfasst, die sie dann vor sich hinsprechen und das alles auch noch meistens unter dem Einfluss von Drogen. Der Hip-Hop ist nicht willkürlich entstanden, sondern er ist ein willkürlicher Feldzug von Amerika ausgehend, um nicht nur die österreichische Kultur, sondern alle Kulturen in Europa systematisch auszurotten. Die Amerikaner haben schon 1945 damit begonnen, indem sie der deutschen bzw. der österreichischen Jugend Jazz als Geheimtipp eingeredet haben.“
Im Originaltext wird darauf hingewiesen, dass sowohl Hip-Hop als auch Jazz negroiden Ursprungs sind. Außerdem wird das Tragen von Jeans als ein Zeichen der allgemeinen Gleichheit gesehen. „Dadurch würde man die vollkommene Gleichstellung in allen Lebensbereichen mit einem Schwarzen, Asiaten oder sonst einem akzeptieren.“(34)



-Steiermark

In der Steiermark setzte sich der RFJ für die Todesstrafe ein. Entsprechend machte sich der steirische RFJ-Obmann Winter stark für eine Wiedereinführung der Todesstrafe.
„Viel zu viele unschuldige Kinder mussten schon mit ihrem Leben dafür bezahlen, weil gutmenschelnde Psychologen und Richter an die Therapie- und Resozialisierungs- Fähigkeit von Kinderschändern und pädophilien Triebtätern glaubten. Jetzt muss endlich Schluss damit sein! Es wird Zeit die Maßstäbe in unserem Land wieder zurechtzurücken. Ich persönlich würde mir die Wiedereinführung der Todesstrafe für Mörder, Kinderschänder sowie bei schwerwiegenden Fällen der Drogendealerei, wünschen. Die Ohnmacht vor Gewalttaten und Jugend- Vergiftung darf nicht länger das Bild in Österreich bestimmen.“(35)
Weiters fielen steirische RFJ Funktionäre im KZ Mauthausen dadurch auf, dass sie sich in Siegerpose vor Gaskammern fotografieren ließen. Die Bilder dieses Besuches sind über die steirische RFJ-Homepage abrufbar.
Dabei war auf einer Inschrift zu lesen:„Deine Söhne, die hier kämpften und starben, trugen den Glauben an das wahre Deutschland.“(36)


- Wien

Die österreichische Zeitschrift Profil deckte auf, dass das Wiener Vorstandsmitglied Sebastian Ploner beim neonnazistischen Aufruhr Versand einschlägige Motive (T-Shirts mit White Power Aufschriften) und NS-Literatur geordert hat. Auch der Landesobmannstellvertreter und Mitglied im RFJ-Bundesvorstand, Marcus Vetter hat mehrere CDs von NS Bands wie Weiße Wölfe („Unsere Antwort ist Zyklon B“) bestellt.(37)
Der Wiener RFJ-Funktionär Martin Pfeil organisierte ein Jugendlager im HJ-Stil (38). Er war der Anlaufpunkt für Zeltlager und Freizeitaktivitäten des „Sturmadlers.“ Die Aktivitäten und Programme, welche auf der Webseite www.sturmadler.at zu finden waren, orientierten sich dabei an der bündischen Jugend. Nichts desto trotz fielen sie in ihrer Erschienung und Auftreten mit Parolen und Zeichen (Runen) auf, die eben and die HJ erinnert.(39)
Ebenfalls in Wien fiel der RFJ durch fremdenfeindliche Sticker auf. So bedienten sie sich eines von Horst Jakob Rosenkranz verwendeten Spruches, wie die antirassistische Organisation ZARA in ihrem Jahresbericht darauf hinwies.


Quellen

(1) http://www.tirolcom/17.9.07
(2) http://tirol.kpoe.at/news/article.php/20080516145938767/20.3.2009
(3) Heribert Schiedel, Der Rechte Rand, Edition Steinbauer, Wien 2007, S.156
(4) Kurier, 10.11. 2007
(5) Kurier 16.3. 2007
(6) Standard 4.10. 2007
(7) Heribert Schiedel, Der Rechte Rand, Edition Steinbauer, Wien 2007, S.156
(8) http://www.gedenkdienst.at/index.php?id=526720.2 2009
(9) Die Neue 3.10. 2007
(10) http://www.rfj-tirol.at/12.01.2009
(11) Tiroler Tageszeitung 14.01.2009
(12) Heribert Schiedel, Der Rechte Rand, Edition Steinbauer, Wien 2007, S.154
(13)http://www.bmgfj.gv.at/cms/site/standard.html?doc=CMS1060160694957&channel=CH0542/13.2.2009
(14) http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gudenus/13.2.2009
(15) Deutsche Stimme, November 2003, S. 6
(16) http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gudenus/13.2.2009
(17) http://www.gedenkdienst.at/index.php?id=526
(18) Heribert Schiedel, Der Rechte Rand, Edition Steinbauer, Wien 2007, S.119
(19) http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gudenus/13.2.2009
(20) ebd./13.2.2009
(21) Vgl. http://www.rfj.at/standpunkte/index.php/13.2.2009
(22) http://www.gedenkdienst.at/index.php?id=526/13.2.2009
(23) http://www.gedenkdienst.at/index.php?id=526/20.2.2009
(24) ebd.
(25) http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XXIII/A/A_00367/fname_087479.pdf/20.2.2009
(26) Heribert Schiedel, Der Rechte Rand, Edition Steinbauer, Wien 2007, S.154
(27) http://www.gedenkdienst.at/index.php?id=526/20.2.2009
(28) ebd.
(29) Heribert Schiedel, Der Rechte Rand, Edition Steinbauer, Wien 2007, S.154
(30) http://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Rosenkranz/20.2.2009
(31) Heribert Schiedel, Der Rechte Rand, Edition Steinbauer, Wien 2007, S.154
(32) http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XXIII/A/A_00367/fname_087479.pdf/20.2.2009
(33) Heribert Schiedel, Der Rechte Rand, Edition Steinbauer, Wien 2007, S.155
(34) ebd., S.155
(35) http://www.gruene.at/uploads/media/RFJ_Neue_Fakten.pdf/20.2.2009
(36) http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XXIII/A/A_00367/fname_087479.pdf/20.2.2009
(37) Heribert Schiedel, Der Rechte Rand, Edition Steinbauer, Wien 2007, S.156
(38) „Die Hitlerjugend (HJ) war eine NSDAP Jugendorganisation zur Erfassung und Gleichschaltung aller Jugendlichen vom 10. bis zum 18. Lebensjahr. Ab 1936 einzige Staatsjugendorganisation, ab 1939 war die Mitgliedschaft verpflichtend. (...) Das Ziel der HJ war die Erziehung der Jungendlichen zu blind gehorsamen Nationalsozialisten. Die Jungen wurden vormilitärisch ausgebildet, die Mädchen auf ihre Rolle als Mutter und ‚Gebärende des Führer’ vorbereitet, welche im Bund Deutscher Mädchen gegliedert waren (BDM).“ Jens Mecklenburg (Hrsg), Antifa Reader, Antifaschistisches Handbuch und Ratgeber , Elefanten Press, Berlin 1996, S. 335
(39) http://www.gruene.at/uploads/media/RFJ_Neue_Fakten.pdf/20.2.2009
 

 
Burschenschaftskommers 2009 – Alpenfestung schleifen!
20.12.2008
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Was ist der Kommers 2009?

Festkommerse sind für Studentenverbindungen beliebte Auftritte, um ihr Gedankengut Säbel klirrend an die Öffentlichkeit zu bringen. In eigenen oder sympathisierenden Szeneblättern wird die Wirkung verstärkt. Es ist ein großes, überregionales Zusammentreffen von Verbindungen und Burschenschaften, das nach strengen Regeln abgehalten wird.

Der "großdeutsche" Gedanke und „Tirol 2009“

In diesem Fall haben sich die Organisatoren für den 19. Juni entschieden, den Tag der so genannten Herzjesufeier. An diesem Tag werden im traditionell -religiösen Zusammenhang Bergfeuer abgebrannt, allerdings sind diese inzwischen auch im Zusammenhang mit der Forderung nach einer Wiedervereinigung Tirols zu sehen. Auch wenn der Kampf für die Rechte der deutschsprachigen Minderheit in Südtirol in den Fünfziger- und Sechzigerjahren seine Berechtigung hatte, so wurde er dennoch immer schon von Rechtsradikalen und Neonazis für ihre Zwecke missbraucht -die Idee des „Grenzdeutschtums“ treibt die rechte Szene in Österreich und Deutschland ja schon lange herum. Nachdem Rechtsextreme in Österreich nicht mehr offen für ein vereinigtes Deutschland auftreten können , wird der großdeutsche Gedanke hinter dem Begriff der „Deutschen Kulturnation“ versteckt und Südtirol so zu einem Teil dieser Kulturnation. Für deutschnationale Burschenschaften steht dieser Begriff über den nationalstaatlichen Grenzen, wie sie heute existieren, und ist nur eine moderne Adaption der Idee der Deutschen Nation. Der Kommers ist also Anlass, eben diesen völkischen Gedanken offen zu propagieren.

Der Kontext!

Doch mit diesen Ideen setzen sich die Burschenschafter gar nicht allzu weit von der offiziellen Linie der Tiroler Landespolitik ab. So sagte bereits Andreas Khol, ehem.Nationalratspräsident, ÖVP-Abgeordneter und Organisator des offiziellen tiroler Gedenkfestumzugs im September 2009, dass dieses Gedenkjahr die „große Chance, die Einheit Tirols im Kopf zu verankern“ biete. Es scheint, dass völkische Ideen in Tirol auch im 21. Jahrhundert noch salonfähig sind. Dies bietet einen fruchtbaren Boden für rechtsradikale Veranstaltungen wie den Kommers.

Der Vierte…

Der Kommers im Juni ist nicht die erste große burschenschaftliche Veranstaltung in Innsbruck, de facto gab es bereits 1984, 1994 und 2000 ähnliche Treffen.
1994 wurde im Innsbrucker Kongresshaus der „Gesamt-Tiroler-Freiheitskommers“ veranstaltet. Damals organisiert von der Deutschen Burschenschaft (DB), den Innsbrucker Burschenschaften Brixia und Suevia, sowie dem Wiener Korporationsring (WKR). Dem Ausspruch „Keine Angst vor Großdeutschland!“ jubelten damals über 1.500 Waffenstudenten zu.(1)
Am 12. und 13. Mai 2000 fand in Innsbruck die letzte Großveranstaltung waffenstudentischer Verbindungen statt. Sie löste heftige Proteste aus und die „Plattform gegen Rassismus" mobilisierte zu einer Gegenkundgebung. Trotz allem ließ es sich der damalige Innsbrucker Bürgermeister Herwig van Staa nicht nehmen, den Ehrenschutz zu übernehmen. Heuer wird wieder ein wesentlich höherer Staatsfunktionär öffentlich für den Kommers einstehen: Nationalratspräsident Martin Graf, Mitglied der rechtsradikalen Burschenschaft Olympia in Wien.
 
Der Hintergrund

Die Organisation des Kommers wird von einer interkorporativen Arbeitsgruppe geleitet. Die Leitung der Gruppe hat Christoph Mösenbacher inne. Er ist gleichzeitig der Vorsitzende des Rings freiheitlicher Studenten (sic) für Tirol und Mitglied der Burschenschaft Brixia. Weiters mit im Boot sind die Burschenschaft Suevia, die Corps Athesia und Gothia, die Sängerschaft Skalden, die Landsmannschaft Tirol und die akademische Turnverbindung.
Dieses Netzwerk als solches kann nicht als rechtsradikal eingestuft werden, auch wenn einige der Burschenschaften, die darin agieren, wie die Brixia, Suevia und die Sängerschaft Skalden, durchaus so bezeichnet werden können. Jedoch lässt sich die generelle Akzeptanz des deutschnationalen Lagers in diesen Zusammenhängen festhalten.
Einige Mitglieder der Burschenschaften sind des weiteren auch in rechten Parteien, wie der FPÖ und dem BZÖ, organisiert, und bekleideten hohe Ämter in Bundesministerien – es scheint, als stünde eine mächtige Parteienstruktur hinter den Burschenschaften. Diese ist auch seit der Regierungsbeteiligung der FPÖ 2000 verstärkt in den Staatsapparat eingedrungen – seit 2001 wird kein gesonderter Rechtsextremismus-Jahreslagebericht mehr herausgegeben und seit 2002 werden die deutschnationalen Burschenschaften nicht mehr im österreichischen Verfassungsschutzbericht erwähnt. , und im Moment sitzen zumindest 13 Abgeordnete im Parlament, die Mitglied einer deutschnationalen Korporation sind.
Auch das Verhältnis der Korporationen zu rechtsradikalen Persönlichkeiten in ihren eigenen Reihen ist interessant: Da ist einmal Herwig Nachtmann, Mitglied der Burschenschaft Brixia, 1995 nach dem NS Verbotsgesetz verurteilt. Seine Verurteilung hatte keine weiteren Auswirkungen auf seine Mitgliedschaft. In derselben Korporation findet sich auch Erhard Hartung, verurteilter vierfacher Mörder und Südtirolterrorist, der jedoch nie an Italien ausgeliefert wurde.
Auch NS-Mörder, wie der SS Obersturmbannführer Gerhard Lausegger (Suevia), Mitbeteiligter im Novemberpogrom 1938 in Innsbruck, der KZ - Arzt Hermann Richter (Skalden) und Ferdinand von Sammern – Frankenegg (Skalden), Verantwortlicher für die Deportation der Warschauer JüdInnen, waren Altherren der Innsbrucker Burschenschaften, die sich bis heute nicht von ihrer Vergangenheit und der Vergangenheit ihrer Mitglieder distanzieren - auf der Homepage/Heimseite der Suevia wird bis heute von der „Niederlage 1945“ gesprochen.

Alpenfestung schleifen!

All diese Umtriebe sind Teil des österreichischen Alltags und nehmen Einfluss in Kultur und Politik. Ein Auftreten gegen den Kommers ist wichtig, aber es ist nur ein kleiner Schritt in der täglichen Arbeit gegen menschenverachtende rechtsradikale Ideologien und ihre TrägerInnen in unserer Gesellschaft, aber immerhin ein Zeichen von Widerstand – Wer nicht aus der Geschichte lernt, ist verurteilt, sie wieder zu erleben… Watch out for Mobilization!

Nähere Informationen zu den einzelnen Innsbrucker Verbindungen findet ihr weiter unten...
 
Quellenangabe:

(1) Maegerle Anton; „Der Traum vom Deutschen Reich“; in: DER RECHTE RAND; Nr.31; Oktober / November 1994; S.3.

 
Burschenschaft Brixia
9.10.2008
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Burschenschaft Brixia (grün-rot-gold)

Die Burschenschaft Brixia in Innsbruck nimmt seit Jahrzehnten im rechtsradikalen Umfeld Österreichs und Deutschlands eine Vorreiterrolle ein. Diese so genannte akademische Verbindung besteht nun, trotz wiederholten Verbots und Auflösung, seit 150 Jahren. Sie hat Ihren Sitz in Ihrem Verbindungshaus in der Innstr.18 im Innsbrucker Stadtteil St. Nikolaus. Gegründet wurde die Burschenschaft Brixia im Jahre 1876. Bald danach führten die Brixen, wie Sie sich selbst nennen, in Ihren Vereinsstatuten eine Art „Arierparagraphen“ ein. Dies bedeutete, daß den Österreichern jüdischer Abstammung und Juden allgemein die Satisfaktionsfähigkeit abgesprochen wurde. Auf Grund dessen wurde die Brixia 1897 behördlich aufgelöst. Sie bestand allerdings weiter, unter anderem Namen, Rhaeto-Germania. 1900 wurde allerdings auch die Rhaeto-Germania aufgelöst und zwar wiederum wegen antisemitischer Hetze. Die Burschenschafter lösten dieses Problem in dem Sie sich abermals umbenannten, diesmal in Ostmark.(2)

Zur Jahrhundertwende verkehrte Georg von Schönerer, radikaler Antisemit und Hitler-Vorbild, im Brixenhaus. Bis heute wird er in den Annalen der Burschenschaft positiv erwähnt.

Während der NS – Zeit gingen die Brixia und andere Innsbrucker deutschnationale Burschenschaften und Corps in der Kameradschaft „Georg Ritter von Schönerer“ auf. Viele Brixen fielen im Krieg, der auf der Homepage bis heute als „Feld der Ehre“ bezeichnet wird.
 
Nach dem Krieg war es allerdings nicht sehr lange still um die rechten Studenten. Bereits 1952 wurde die Brixia unter dem Anspruch, ein Lebensbund deutschstämmiger Akademiker zu sein erneut ins Leben gerufen.
In den 60igern stiegen die Aktivitäten der Brixia allgemein wieder an. Hauptsächlich im Bereich des Südtirol-Terrors. Gemeinsam mit der Wiener Burschenschaft Olympia (von NR-Präsidenten Martin Graf), stellte die Brixia damals das organisatorische Zentrum der rechtsextremistischen Südtirolkämpfer in Österreich dar.(3)
Als Beispiel dafür wäre Erhard Hartung zu nennen, der 1967 in Italien wegen vierfachen Mordes zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurde. Die österreichische Justiz lieferte ihn jedoch nicht aus. Der Anästhesist ging nach Düsseldorf, wo ihm eine Professur angeboten wurde. Damit aber nicht genug.
Der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl hatte den in Italien zu lebenslanger Haft verurteilten Südtirol-Terroristen und Arzt Erhard Hartung beauftragt, die Grüße Deutschlands anläßlich eines herzchirurgischen Symposiums in China zu überbringen.
Erhart Hartung war überdies Vorstand der "Hermann Niermann Stiftung". Die millionenschwere Stiftung galt als Hauptfinancier des neonazistischen Südtirol-Terrorismus. Ein Wirtschaftsprüfer stellte unter Hartungs Vorsitz Mitte der 1980er fest, dass eine halbe Million Mark in die Schweiz überwiesen wurden. Das Geld blieb unauffindbar. Hartung hatte diese Überweisung selbst getätigt. Das Geld floß damals vermutlich der NDP zu. (Vergleich: Nachrichten gegen den Kommers; 1994)

Im Jahre 1961, schändeten ein Brixe und ein Mitglied der Burschenschaft Suevia den jüdischen Friedhof in Innsbruck.(4)
Auch in der, 1988 verbotenen, NDP (National Demokratische Partei) waren Brixen vertreten; u.a. Herwig Nachtmann; ehemaliger Schriftleiter der rechten Zeitschrift „Aula“, und Erhard Hartung, erster Sprecher der „Kameradschaft der ehemaligen Südtirolkämpfer“. Die Brixia stellte den Harten Kern der 1988 wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung verbotenen NDP.
Ebenfalls 1988 verteilten Mitglieder der Brixia eine „Aula“-Broschüre, welche auch mit dem Stempel Ihrer Burschenschaft versehen war. Die Broschüre war betitelt mit „1938. Lüge und Wahrheit. Weder Opfer noch Schuld“. Der Senat der Universität Innsbruck schaltete, auf Grund des rechtsextremen Inhalts und Stils dieser Schrift, die Staatsanwaltschaft ein und beriet über die Aberkennung des Titels „akademisch“ für die Burschenschaft. Die Ermittlungen und Beratungen verliefen jedoch im Sand.
Ein Jahr später, 1989 war ein Vortrag mit dem, mittlerweile verurteilten, britischen Holocaustleugner David Irving im Vereinshaus der Brixia geplant. Aufgrund des damaligen Einreiseverbots über Irving, mußte jedoch auf Bayern ausgewichen werden.
Zuletzt wurde 1995 ein prominenter Brixe und „Aula“-Verantwortlicher nach dem NS-Verbotsgesetz verurteilt, ohne daß dies verbandsinterne Auswirkungen gehabt hätte. Unter Herwig Nachtmanns presserechtlicher Verantwortung wurde in der "Aula" der Holocaust geleugnet.
 
Die Brixia ist, trotz anfänglicher Ungunst gegenüber dem „Engagement“ der Brixen in Südtirol, schon seit langem im Deutsch-Österreichischen Dachverband Deutsche Burschenschaft (DB) aufgenommen.(5)
Die Mitglieder der DB fallen immer wieder durch Verbindungen nach Rechtsaußen auf.(6) Die DB ist mit 15.000 Mitgliedern der zweitgrößte Korporiertenverband in Deutschland und Österreich. Grundlegendes Merkmal der Deutschen Burschenschaft ist Ihre restriktive Aufnahmepraxis: Frauen, Ausländern, Homosexuellen und Kriegsdienstverweigerern ist der Beitritt verboten. Generell versuchen zwar die Burschenschaften in Deutschland sich als eher liberal zu präsentieren, jedoch “…, vertritt zumindest die Deutsche Burschenschaft ein im Kern quasi organisches Volksverständnis und antiemanzipatorische Ideologien. Ihre Verbindungen ins bzw. Überschneidungen zum extrem rechten Lager sind daher logische Folge.”(7)
Am 19. April 2005 hielt der gebürtige Südtiroler Otto Scrinzi (SA-Sturmführer und Mitglied der NSDAP; später dann FPÖ-Nationalrat)(8) zusammen mit Lothar Höbelt (Univ. Prof. für Geschichte an der Universität Wien) im Innsbrucker Altstadtlokal Stiftskeller eine Diskussionsveranstaltung ab.(9) Offiziell wurde unter dem Titel “8. Mai 1945 – 60 Jahre Befreiung oder Niederlage?” geladen. Die Veranstaltung war vom Ring freiheitlicher Studierender (RfS) und der Innsbrucker Burschenschaft Brixia angekündigt worden.


Seit der Regierungsbeteiligung der FPÖ im Jahr 2000, gelangen Mitglieder der Brixia verstärkt in einflußreiche Positionen. Beispielsweise der Brixe Gerald Waitz, der als Pressesprecher im Justizministerium bis in die höchsten Instanzen der Republik kam.(10)
 
Vom 29. bis 31. März 2007 hielt die DB im deutschen Landau eine Vereinstagung ab. Die Brixia als Vorsitzende Burschenschaft des DB im akademischen Jahr 2006/07(11), stellte damals auch die Anmeldeadresse für das Symposium. Moderator des Symposiums und Referent soll wieder das Brixia-Mitglied Gerald Waitz gewesen sein.(12)

Am 11. November 2007 wurde schließlich am Brennerpass, von der Partei Südtiroler Freiheit, eine Tafel neben dem Grenzstein zu Italien angebracht. Die Aufschrift lautet „Südtirol ist nicht Italien“, damit soll der Teilung Tirols nach dem Ersten Weltkrieg gedacht werden. Zahlreiche Mitglieder der Burschenschaften Brixia und Suevia sowie der Corps Athesia waren an diesem Tag anwesend.

In verschwörerischer Manier, versucht sich die Brixia bedeckt zu halten! Doch die Brixen sind weiterhin sehr stark aktiv! Vor allem im Bereich der Südtirol-Thematik. Außerdem halten sie durch ihren Vorsitzenden Christoph Mösenbacher der auch Mitglied im Ring freiheitlicher Studenten ist, weiterhin enge Kontakte mit der FPÖ.
Christoph Mösenbacher ist weiters auch einer der Hauptorganisatoren für den „Festkommers 2009“ in Innsbruck.



Weitere Burschenschafter der Brixia:


Peter Kienesberger:
Mitinitiator der NDP; Gesellschafter der Zeitschrift „Junge Freiheit“ ( Vergleich: Nachrichten gegen den Kommers; 1994)
; wurde wegen Beteiligung an Bombenanschlägen in Italien - in Abwesenheit - zu lebenslanger Haft verurteilt; Von Deutschland nie ausgeliefert; führt seit Jahren zusammen mit seiner Frau Elke ungehindert in Nürnberg den Buchdienst Südtirol: Zu erhalten sind, neben Literatur zur „Geschichte Tirols” bzw. dem „Südtiroler Freiheitskampf“, Bücher zur Umsiedelung der „Sudetendeutschen“ und anderer sog. volksdeutscher Bevölkerungsgruppen, sowie Wehrmachtsverherrlichende Literatur. Daneben werden auch Bücher, wie „Radikale Combatschießtechniken“ und „Scharfschützen Schießtechnik“ angeboten. Über das selbe Postfach zu kontaktieren sind auch der einschlägige Tiroler Heimatbund und die Kameradschaft der ehemaligen Südtiroler Freiheitskämpfer samt der von ihr herausgegebenen Zeitschrift Der Tiroler. (Vergleich: adip; „los von rom“; online: http://web8.hotel580.server4you.de/index.php?nr=176; Abgerufen am 12.1.2009)

Georg Friedrich August Watschinger:
schreibt für die Zeitschrift „Burschenschaftliche Blätter“; kandidierte im SoSe2009 als Studienrichtungsvertreter für Jus an der Universität Innsbruck (Vergleich: UniPress-Sondernummer zur ÖH-Wahl 2009; Mai 2009; S.17.)

Franz Watschinger:
Vater des Georg; Neffe des Norbert Burger; Sprecher des Festausschusses des Kommers 1994; Südtirol-Redakteur der rechten Zeitschrift „Junge Freiheit“; studierte Jus, Geschichte und Sport; hielt noch 1993 ein „naturwissenschaftliches Gutachten“ über Auschwitz für wünschenswert; (Vergleich: Nachrichten gegen den Kommers; 1994)

Rudolf Watschinger:
Vater des Franz und Großvater des Georg; Brixia-Rechtsanwalt; Südtirol-Terrorist; von 1967-68 Vorsitzender der NDP; Kuratoriumsvorsitzender der Niermann-Stiftung; (ebd.)

Helmut Golowitsch:
Mitglied der verbotenen NDP; Mitglied des Rings freiheitlicher Studierender (RfS); Südtirolterrorist (Bombenattentate in Trient und Verona); (ebd.)

Hans Georg Ley (ehemaliges Mitglied der Burschenschaft Brixia); (ebd.)

Reinulf Grünbart; (ebd.)

Jörg Frey; (ebd.)



Quellenangabe:

(1) Innsbrucker akademische Burschenschaft Brixia, online: http://www.brixia.at/, (Abrufdatum: 1.8.2006).

(2) Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Burschenschafter im Ministerium, online; Datum des Abrufes 2.8.2006.

(3)Eben da.

(4)Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Zum Korporationswesen in Österreich, http://www.doew.at/thema/thema_alt/rechts/burschen/burschis.html, Datum des Abrufes 2.6.2006.

(5)Schiedel Herbert; Der Rechte Rand; Extremistische Gesinnungen in unserer Gesellschaft; Edition Steinbauer; Wien 2007; S.78.

(6) O.A.; Die Deutsche Burschenschaft; Rechte Kaderschmiede im Grenzbereich zwischen Rechtskonservatismus und Neofaschismus; in: Antifaschistisches Infoblatt; Nr.73; Herbst 2006; S.45.

(7) O.A. (2005): Rechte Studentenverbindungen in Berlin, in: Antifaschistisches Info Blatt, Nr.65, S.36.

(8) Informationsdienst gegen Rechtsextremismus, online; (Abrufdatum:2.8.2006).

(9) Indymedia, online; (Abrufdatum:25.4.2006).

(10) O.A.; Gerald Waitz zum Pressesprecher von Dieter Böhmdorfer (FPÖ) ernannt; blick nach rechts; online: http://www.bnr.de/archiv/jahrgang2002/ausgabe22002/ausland-4/; Datum des Abrufes 20.11.08.

(11) Behrens Martin; Genossen und Volksgenossen; in: Konkret; Heft 6 / 2006; online: http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=genossenundvolksgenossen&jahr=2006&mon=06; Datum des Abrufes 20.11.08.

(12) Langer Andreas; Antifaschistisches Infobüro Rheinland-Pfalz; Kein Burschentreffen in Landau; online: http://www.autonome-antifa.org/spip.php?design=2&id_article=17&page=antifa; Datum des Abrufes 20.11.08.




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Franz Werner Königshofer
Ein Burschenschafter der Brixia im Nationalrat!
15.3.2009
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Der Tiroler FPÖ-Nationalrat Franz Werner Königshofer ist Mitglied der Burschenschaft Brixia(1) und nennt diese seine geistige Heimat(2).
Die Brixia ist jene Burschenschaft die vom 19. bis 21. Juni 2009 den „Festkommers 2009“ in Innsbruck abhalten will. Ein Treffen von deutschnationalen Studentenverbindungen, RevisionistInnen und Altnazis. Mindestens für eine Publikation der Innsbrucker Burschenschaft Brixia ist Franz Werner Königshofer persönlich verantwortlich.(3)
Damit aber nicht genug. Die Vergangenheit des FPÖ-Nationalrates ist geprägt durch das wiederholte Stolpern über das NS-Verbotsgesetz.

Bereits 1971 trat Franz Werner Königshofer der neonazistischen NDP (Nationaldemokratische Partei) bei. Programmatisch strebte die NDP unter anderem den Anschluß Österreichs an Deutschland an. Neben Forderungen wie der Wiedereinführung der Todesstrafe war vor allem das Eintreten gegen eine drohende „Überfremdung“ bzw. „biologische Unterwanderung“ Österreichs durch Gastarbeiter ein zentraler Schwerpunkt ihrer Tätigkeit.
Für die NDP wurde Königshofer im Jahr 1977 zweiter Landessprecher für "Gesamttirol“. Die rechtsextreme Partei wurde jedoch 1988 verboten.(4)

 
Zwischenzeitlich leitete Königshofer von 1973 bis 1976 die Tiroler Lokalredaktion der, wie das DÖW (Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands) meint, neonazistischen Zeitschrift „aktuell“ und war im Jahre 1975 Mitorganisator des „Ersten Mitteleuropäischen Jugendkongresses“, der wegen seiner „neonazistischen Ausrichtung“ ebenfalls verboten wurde.(5)
Allerdings hatte Königshofer - animiert durch die interne Machtergreifung Jörg Haiders 1986 und den damit verbundenen Rechtsruck innerhalb der FPÖ – mittlerweile auch ein blaues Parteibuch erworben.(6)
Somit konnte er weiterhin seine rechtsextreme Gesinnung in die Gesellschaft tragen. Zwischen 1992 und 1994 hatte er die Funktionen eines Gemeinderats in Wattens inne und war darüber hinaus Mitglied des Gemeindevorstandes. Bis 1999 vertrat er Tirol als FPÖ - Bundesrat.
Seit 2008 ist er nun Nationalrat im Österreichischen Parlament und Bereichssprecher für Volksgruppen im FPÖ-Parlamentsklub.(7)
 
Franz Werner Königshofer ist ein Tiroler Paradebeispiel dafür, wie rechtsextreme Burschenschaften – wie die Brixia -versuchen, ihre menschenverachtende Ideologie durchzusetzen.
Es geht darum möglichst viele Mitglieder in einflußreiche Positionen zu hieven, um somit den Staat zu unterwandern und gesellschaftliche Veränderungen im eigenen Interesse zu forcieren. Je weiter diese Leute in der herrschenden, gesellschaftlichen Hierarchie aufsteigen um so schwerer wird es ihnen beizukommen.
Das Gefährlichste ist, rein äußerlich gibt es Veränderung, Schlips und Anzug lösen den Wichs (Anm.: Uniform der Burschenschafter) ab, doch die rechtsextreme Ideologie bleibt!
Im Internet nennt sich Franz Werner Königshofer den "Königstiger". Was die wenigsten wissen: Neben der gestreiften Raubkatze bezeichnet "Königstiger" auch einen, von der deutschen Wehrmacht im "Dritten Reich", entwickelten Panzer.(8)
 
Quellenangabe:

(1) O.A.; zahlreiche Burschenschafter im neuen Nationalrat vertreten; online: http://www.burschenschaftliche-blaetter.de/netzversion/detailansicht/meldung/398/zahlreiche-b.html; Datum des Abrufes: 12.2.2009.
(2) Prior Thomas; „Klasse Burschen“: Freiheitliche und ihr „Lebensbund“; Homepage der Presse; online: http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/425573/index.do?direct=425718&_vl_backlink=/home/politik/innenpolitik/425718/index.do&selChannel=; Datum des Abrufes: 12.2.2009.
(3) Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hrsg.); Handbuch des Österreichischen Rechtsextremismus; Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe Verlag Deuticke, Wien 1994; S.491.
(4) Eben da.
(5) Prior Thomas; „Klasse Burschen“: Freiheitliche und ihr „Lebensbund“; Homepage der Presse; online: http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/425573/index.do?direct=425718&_vl_backlink=/home/politik/innenpolitik/425718/index.do&selChannel=; Datum des Abrufes: 12.2.2009.
(6) O.A.; Fest in rechter Hand: Die FPÖ als Sammelbecken für Ewiggestrige; online: www.gruene.at/uploads/media/pickl_0817_141949.pdf; Datum des Abrufes 12.2.2009.
(7) O.A.; Zahlreiche Burschenschafter im neuen Nationalrat vertreten; online: http://www.burschenschaftliche-blaetter.de/netzversion/detailansicht/meldung/398/zahlreiche-b.html; Datum des Abrufes: 12.2.2009.
(8) O.A.; Feuerredner und Königstiger; Homepage der Salzburger Nachrichten; online: http://www.salzburg.com/sn/06/09/04/artikel/2352240.html; Datum des Abrufes: 12.2.2009.
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Burschenschaft Suevia
19.12.2008
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Burschenschaft Suevia (rot-weiß-schwarz)

Die Burschenschaft Suevia in Innsbruck ist eine deutschnationale, schlagende Studentenverbindung. Sie wird vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) , eindeutig als Rechtsradikal eingestuft. Ihr Sitz, ist ihr Verbindungshaus (Schwabenhaus) in der Höttingerstr. 27 in Innsbruck.
Sie bekennt sich, laut eigener Definition, „zur deutschen Geschichte und Kulturnation und tritt ein für die Förderung des deutschen Nationalbewußtseins und die Bewahrung der Eigenständigkeit und Weiterentwicklung der deutschen Kultur.“

Die Ideologie

Ihr völkisches Gedankengut wird bereits auf ihrer Internetseite ersichtlich, u.a. wenn in einem Abriss der Geschichte Tirols das Konstrukt des (deutschen) Volkes, gleich einem Untoten wiederbelebt wird – Zitat „Südtirol, unter Mißachtung des Selbstbestimmungsrechtes der Völker, einem gänzlich anders gearteten Staat zuzuschlagen, bedeutet eine blutende Wunde in der Seele unseres Volkes.“

Für die deutschsprachige Minderheit in Slowenien wird der Begriff „Volksdeutsche“ und „Kärntner im Grenzland“ verwendet – ein klar großdeutscher Standpunkt, der Begriff der deutschen Grenzlande beinhaltet den Gedanken der Einheit des deutschen Volkes, die auch über nationalstaatliche Grenzen bestehe und naturalistisch bestimmt ist.
Doch Nationalismus ist nicht alles, was die Burschenschaft umtreibt. Während in bester revanchistischer Manier von „alliierter Siegerwillkür“ die Rede ist, wird in ebendieser geschichtlichen Abhandlung vom Ende des zweiten Weltkriegs als der „Niederlage 1945“ gesprochen. Die Befreiung des Dritten Reichs durch die Alliierten als Niederlage zu bezeichnen, stuft die heutige Burschenschaft in ihrem Selbstverständnis somit nicht nur als völkisch und deutschnational, sondern als rechtsextrem ein. Dies steht durchaus in der Tradition der Suevia.


 
Die Geschichte

Noch 1960 argumentierte die Burschenschaft vor gemäßigteren Verbandsmitgliedern: "Wir müssen (...) betonen, daß es für die Deutsche Burschenschaft in Österreich unmöglich ist, Nichtdeutsche aufzunehmen. Wir (...) stehen auf dem allein burschenschaftlichen Standpunkt, daß somit auch der Jude in der Burschenschaft keinen Platz hat.“ Den in der Suevia und im DBÖ geschürten Antisemitismus setzte ein Suevia zusammen mit einem Mitglied der Brixia ein Jahr später auch in die Tat um: Sie verwüsteten und schändeten den jüdische Friedhof in Innsbruck.

Darüber hinaus war die Suevia in der Organisation der letzten großen Kommerse in Innsbruck, 1994 und 2000, tätig.
Im November 2000 wurde außerdem in den Räumlichkeiten der Landsmannschaft Tyrol ein Mitglied der Innsbrucker Burschenschaft Suevia in einem Säbelduell schwer verletzt. Das Opfer trug damals eine offene Schädelfraktur davon.

Am 11.11.2007 wurde schließlich am Brennerpass, von der Partei „Südtiroler Freiheit“, eine Tafel neben dem Grenzstein zu Italien angebracht. Die Aufschrift lautet „Südtirol ist nicht Italien“, damit soll der Teilung Tirols nach dem Ersten Weltkrieg gedacht werden. Zahlreiche Mitglieder der Burschenschaften Suevia und Brixia sowie der Corps Athesia waren an diesem Tag anwesend.
 
Die Mitglieder

Die Burschenschaft Suevia rühmt sich damit, daß aus ihren reihen schon viele „herausragende Persönlichkeiten“ hervorgegangen seien. Und diese gibt es in der Tat. Ein Beispiel ist der Suevia-Burschenschafter und SS-Obersturmbannführer Gerhard Lausegger. Dieser war während der „Reichspogromnacht“ in Innsbruck 1938, nachweislich an der Ermordung eines Innsbrucker Juden beteiligt. Lausegger konnte 1947 nach Argentinien flüchten. Bis heute, ehrt eine Inschrift am „Heldengrab“ der Burschenschaft Suevia am Innsbrucker Westfriedhof den Nazimörder Lausegger.

Interessant sind auch die heutigen Verbindungen, welche die Mitglieder der Burschenschaft zum Parteien -und Staatsapparat und in der Wirtschaft haben.

Da wäre zum ersten der gegenwärtige Obmann des Altherrenverbands der Verbindung, der Volkswirt und Steuerberater Michael Passer, der Ehemann der ehem. Vizekanzlerin und FPÖ-Bundesparteiobfrau Susanne Riess – Passer.
Passer ist selbstständiger Steuerberater und als solcher u.a. für den Magna -Konzern tätig.
Der Politologe Anton Pelinka sieht "eine sehr neue Art einer offenen Verflechtung von dem Interesse eines multinationalen Unternehmens und der politischen Klasse eines kleinen Landes". Früher habe sich die Politik die wirtschaftlichen Eliten an der Leine gehalten. "Jetzt erleben wir zum ersten Mal, dass die Wirtschaft sich die politischen Eliten an der Leine hält", konstatiert Pelinka. "Stronach kauft sich mit einer überraschenden Direktheit, man könnte sagen Schamlosigkeit, die politischen Eliten. Und die lassen sich das gefallen." Anhand der Person Passer wird die Schnittstelle Wirtschaft /Politik und Korporationswesen deutlich.
Aber das „Sozialkapital“ der Suevia erschöpft sich hier noch nicht: Weitere Exponenten der Burschenschaft sind Hartmut Gatternig, seines Zeichens Obmann des Freiheitlichen LehrerInnenverbands FLV in Tirol, und Christian Leyroutz, der Anwalt der FPÖ in Kärnten. Ein weiterer Altherr der Suevia ist Roland Weinert. Er war 2001 und 2002 im Kabinett der Vizekanzlerin Riess – Passer beschäftigt, schied jedoch nach dem Knittelfelder Putsch aus der Regierung aus; arbeitete als Jurist bei der Polizei in Wien, und landete drei Jahre später wieder in Ursula Haubners Ministerinnenkabinett im Sozialministerium, das durch Haubners Austritt aus der FPÖ dem BZÖ zufiel.
Ebenfalls, unter BZÖ-Führung, konnten außerdem Gerhard Pöchinger; Martin Standl und Gregor Bertle von der Innsbrucker Suevia im Justiz- bzw. Sozialministerium Fuß fassen.

Anhand der Geschichte ist eine klar rechtsextreme Tendenz in der Suevia feststellbar, welche aktuell auch in ihren Texten zumindest ideologische Kontinuität findet. Ein hoher Grad von Verflechtung mit Politik und Wirtschaft kann der Suevia jedenfalls attestiert werden. Interessant ist die Überwindung der Barriere von BZÖ zu FPÖ vermittelt durch die Struktur der Burschenschaft.
 
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Sängerschaft Skalden
27.1.2009
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Sängerschaft Skalden (weiß-grün-weiß)


„Akademische Gesangsvereine“ nennt die Skalden ihre vormaligen Stammtisch- und Saufrunden aus denen - laut eigenen Angaben - die Sängerschaft unter dem Namen Skalden 1911 entstand. (1) Der Wahlspruch der Skalden lautet:

„Deutscher Lieder Klang und Kraft stähl´ Dich deutsche Jungmannschaft!“

Schon von Anfang an war das Weltbild der Skalden, die heute in der Defreggerstr.32 in Innsbruck beheimatet ist, eindeutig deutschnational und judenfeindlich! So war bereits 1919 die Umschlagseite des Kneipbuches der Skalden von antisemitischen Karikaturen geprägt. (2)
Daß die Skalden bereit waren, ihre menschenverachtende Ideologie in die Tat umzusetzen, beweisen die Biographien einiger Skalden- Mitglieder:

An erster Stelle Hermann Richter.
Er war Mitglied der Sängerschaft Skalden Innsbruck, außerdem SS-Obersturmführer und während der NS-Zeit Lagerarzt in den Konzentrationslagern Mauthausen, Gusen und Dachau. (3) Dort standen Tod und Folter an der Tagesordnung!
„„Wenn man die Kranken nicht verhungern ließ oder sie einfach ihrer Krankheit und so dem allmählichen Sterben überließ, wenn man sie nicht von SS-Angehörigen erschlagen oder erschießen ließ, verfügten die SS-Ärzte als "Sonderbehandlung": das Duschen von Häftlingen mit kaltem Wasser und das anschließende Stehen im Freien bei Temperaturen unter Null Grad, die Erstickung der Häftlinge im Gaswagen oder in der Gaskammer, die Tötung durch Herzinjektion ... Der Lagerarzt Dr. Hermann Richter entnahm völlig gesunden Menschen innere Organe wie Magen, Leber, Nieren oder Teile des Gehirns, um festzustellen, wie lange die operierten Personen dann ohne diese Organe leben können. ““ (4)

Ein weiterer Kriegsverbrecher und Alter Herr der Skalden ist Ferdinand von Sammern-Frankenegg.
Er trat während seines Jus-Studiums in Innsbruck der Sängerschaft bei (5) und machte unter dem Nationalsozialismus in der SS schnell Karriere. „Ab Juli 1942 wurde Sammern-Frankenegg SS-Polizeiführer im Distrikt Warschau (Polen). In dieser Funktion war er für die Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem Warschauer Ghetto zuständig. […] Seine Aufgaben bestanden des Weiteren in der Konfiszierung und Verwertung jüdischen Vermögens.“
Sammern-Frankenegg schaffte es so bis zum SS-Brigadeführer.
Nach einer Versetzung wurde er am 20. September 1944 bei einem Gefecht mit jugoslawischen Partisanen getötet.(6)

Persönlich verantwortlich ist das Skalden-Mitglied Ferdinand von Sammern-Frankenegg für die Ermordung von mindestens 1.000 Warschauer Jüdinnen und Juden, sowie für die Deporation von weiteren 5.500 in die Vernichtungslager.
(mehr Infos zum Warschauer Ghetto-Aufstand in: Reuben Ainsztein; Jewish Resistance in Nazi-Occupied Eastern Europe)


 
Aktuell:

In den 1980ern war die Skalden maßgeblich an der Ausarbeitung des FPÖ- Programms beteiligt. (7) Nicht nur deshalb kommen FPÖ-Politiker auch aus den Reihen der Skalden.

Das aktuell wohl prominenteste Mitglied der Skalden ist Ewald Stadler. Der ehemalige FPÖ-Volksanwalt hat nach Jörg Haiders Abspaltung nun im BZÖ, seine politische Heimat gefunden. Im Juni 2001 hielt er eine Rede bei der vom Wiener Korporationsring (WKR) veranstalteten „Sonnwendfeier“. Dabei beklagte er unter Anderem den Geburtenrückgang, den er als Gefahr für den Untergang „unseres Volkes“ ansieht.(8)
 
Nur ein knappes Jahr später, stand Stadler wieder am Rednerpult, diesmal auf der Neonazi-Demonstration gegen die Wehrmachtsausstellung in Wien.Er beschwerte sich in diesem Zusammenhang, daß er und seine Gesinnungstreusten von der Kirche im Stich gelassen worden seien. „Tatsächlich mussten die (um den schlechten Ruf der Wehrmacht) Trauernden ... ohne den offiziellen Segen der Kirche auskommen - allein Vertreter der rechts-fundamentalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X nahmen an der Kundgebung teil.“(9) Die Priesterbruderschaft St. Pius X – die zunächst von der offiziellen Kirche exkommuniziert wurde (10) - ist auch in Innsbruck vertreten und zwar unter der Adresse Höttingergasse 14. (11)
Ewald Stadler half 2004 auch fleißig mit, seinen damaligen Parteikollegen Andreas Mölzer ins Europäische Parlament zu hieven, um „sich dort in erster Linie dem Zusammenschluss der europäischen Rechtsextremen und -populisten (zu) widmen.“(12)
 
Die Skalden scheinen nicht müde zu werden, weiterhin eifrig ihre rechtsextreme Ideologie zu verbreiten!
So waren die Skalden, am 12. September 2005, gemeinsam mit der Österreichischen Landsmannschaft und dem Südtiroler Hilfs- und Schulverein an der Gründung einer neuen Schülerverbindung in Meran beteiligt. Diese trägt den Namen SV! Gothia zu Meran und ist damit die erste Schülerverbindung in Südtirol. (13)
Eingegliedert war die Innsbrucker Sängerschaft anfangs noch im Dachverband der Deutschen Sängerschaft (DS)!
„Der DS kümmert sich vor allem um zwei Fragen: Gesang und die deutsche Nation. Laut Selbstverständnis der DS gehört Österreich zumindest zum deutschen Kulturraum, ebenso wie ehemalige, zum deutschen Reich gehörige Gebiete. Explizite Gebietsanforderungen finden sich zwar nicht in der Zeitschrift der DS, nichtsdestotrotz finden immer wieder sog. Grenzlandfahrten in die ehemaligen deutschen Gebiete statt.“(14)
Der Innsbrucker Skalden, war das offenbar zu wenig! Sie trat 1992 aus der Deutschen Sängerschaft (DS) aus. Die Skalden erachte es als nämlich als inakzeptabel das der deutsche Dachverband „sogar Chinesen, die sich zur Pflege des deutschen Kulturgutes verpflichten aufnehme.“(15)



Quellenangabe:

(1) Skalden; Homepage der Sängerschaft / Geschichte; online: http://www.skalden.at/; Datum des Abrufes 15.12.2008.

(2) O.A; Im Kampf um Ideologien; Rezension des Buches von Michael Gehler; online: www.gehler.at/mat/09studentenpolitik/studenten_haymon.pdf; Datum des Abrufes 8.11.2008.

(3) O.A; Berühmte (und berüchtigte) Korporierte; online: http://www.frankfurter-verbindungen.de/korporierte/index.html?q=Richter; Datum des Abrufes 12.12.2008.

(4) O.A; Die SS-Ärzte; Homepage des Mauthausen-Memorial; online: http://www.mauthausen-memorial.at/db/admin/de/show_article.php?&fromlist=1&carticle=54; Datum des Abrufes 15.12.2008.

(5) Bischof Günther, Pelinka Anton; Austro Corporatism, Past Present Future; Austrian Contemporary studies; S.296.

(6) Wikipedia; Ferdinand von Sammern-Frankenegg; online: http://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_von_Sammern-Frankenegg; Datum des Abrufes 12.12.2008.

(7) Hans A. Plast; Deutsche Sängerschaft; in: herrschaftszeiten nochmal! – Ein Reader zu Studentenverbindungen in Mainz; S. 70.

(8) Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands; FPÖ-Prominenz bei Landsmannschaft; online: http://www.doew.at/frames.php?/projekte/rechts/chronik/2004_05/moelzer.html; Datum des Abrufes 28.10.2008.

(9) Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands; „Trauerfeier“ am Tag der Befreiung; online: http://www.doew.at/frames.php?/projekte/rechts/chronik/2004_05/moelzer.html; Datum des Abrufes 28.10.2008.

(10) Breitsching Konrad, Egger Martina; Einige Klarstellungen bezüglich der „Priesterbruderschaft St. Pius X“; Homepage der Fakultät für Theologie an der Universität Innsbruck; online: http://www.uibk.ac.at/praktheol/teilkirchenrecht/innsbruck/priesterbruderschaft.html; Datum des Abrufes 28.10.2008.

(11) Priesterbruderschaft St.Pius X; Homepage; online: http://www.fsspx.at/index.php?option=com_wrapper&view=wrapper&Itemid=9; Datum des Abrufes 28.10.2008.

(12) Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands; Mölzer „allein gegen die Linke“; online: http://www.doew.at/frames.php?/projekte/rechts/chronik/2004_05/moelzer.html; Datum des Abrufes 28.10.2008.

(13) Verienigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, landesvereinigung NRW; Schülerverbindung in Südtirol; online: http://www.nrw.vvn-bda.de/hma/an_2005_23.htm; Datum des Anrufes 23.10.2008.

(14) Hans A. Plast; Deutsche Sängerschaft; in: herrschaftszeiten nochmal! – Ein Reader zu Studentenverbindungen in Mainz; S. 70.

(15) Schiedel Herbert; Der Rechte Rand; Extremistische Gesinnungen in unserer Gesellschaft; Edition Steinbauer; Wien 2007; S.72.
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Antifa in Tirol - Die Hoffnung stirbt zuletzt
24.2.2009
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Innsbruck ist nicht Tirol! Obwohl es offiziell als die Landeshauptstadt gilt, hat die/der durchschnittliche InnsbruckerIn mit antifaschistischen Ambitionen, wenig Ahnung was im Rest des Landes passiert! Die geographischen Gegebenheiten, die sich als weit verzweigte Täler und Nebentäler manifestieren, sind der Hauptgrund dafür, dass viele kleine Welten nebeneinander bestehen können. Wenn Diese in den Köpfen überhaupt nicht zusammenpassen, dann stört es auch nicht weiter da Berührungspunkte kaum existieren.
Es läuft dir kalt den Rücken runter, wenn du - mit teilweise wochenlanger Verspätung - erfährst was in so manchen Gegenden Tirols los ist. Wilde Saufgelage von marodierenden Skinheadgruppen sind dabei die einzigen Ausnahmen, die in den Medien Erwähnung finden.

Es geht viel mehr um einen Tirol spezifischen Nationalismus, der nun mit dem Gedenkjahr 2009 verstärkt in den Vordergrund rückt. Traurige Tatsache ist hierbei, dass es nicht lediglich Traditionsverbände, Schützenkompanien und rechte Studentenverbindungen sind, die diese verblendeten Ideologien aufleben lassen. Es sind in großer Zahl Jugendliche und junge Erwachsene aus den verschiedensten sozialen und kulturellen Schichten!
Bei Dorf, Stadt- und Zeltfesten wird dem „Land Tirol die Treue“ geschworen. Ein Südtiroler Label (www.tiroleradler.at) hat ganz im Stil von Thor Steinar, die jugendliche Modewelt für sich entdeckt. Dieser Vertrieb der in Brixen beheimatet ist, verdient eigentlich einen eigenen Artikel! Die Vertreiber dieser Kleidermarke benutzen bewußt die bestehenden, traditionellen Stereotype in der öffentlichen Meinung um Nationalismus zu forcieren. Und es scheint zu funktionieren?! Selbst ganze KellnerInnen-Bataillone sind in diversen Lokalitäten der Apres Ski Regionen mit „Dem Land Tirol die Treue“ - Polohemden ausgestattet. Sie verrichten täglich ihren Dienst unter dem Logo „Tausche Wien gegen Südtirol“.

Diese Ressentiments gegenüber „Restösterreich“ und im speziellen Wien als Bundeshauptstadt sind wesentliche Faktoren eines fiktiven Separatismus. „Sich als TirolerIn zu definieren und nicht als ÖsterreicherIn“ verstärkt das Zugehörigkeitsgefühl zu einem seit zwei Jahrhunderten politisch geteilten Land.
Nun soll die Antifa-Bewegung jedoch nicht in die skurril anmutende Lage gedrängt werden, unter Umständen ein gewisses Maß an Österreich-Liebe goutieren zu wollen. Viel mehr geht es darum, die potentielle Gefahr einer solchen Tirol treuen Entwicklung aufzuzeigen. Denn es ist gerade über diesen fest verankerten Regional-Patriotismus, über den sich rassistische, antisemitische und Frauen diskriminierende Tendenzen fast unbemerkt durchsetzen können. Diese geistige Haltung tritt seit einigen Jahren, seitdem das 1809 „Jubiläum“ näher rückt, verstärkt in die öffentliche Wahrnehmung.
Dabei ist bedauerlich festzustellen, dass die rechtsextremen AkteurInnen in ländlichen Gebieten mit geringem Widerstand konfrontiert sind.
In Wörgl beispielsweise begegnet Mensch einer schier unüberschaubaren Flut an neonazistischen Aufklebern. Die gesamte Bahnhofsstraße, die mitten durch das Zentrum der Stadt führt, ist dominiert von rechtsextremen Parolen gegen den politischen Gegner. Solidaritätsaufrufe für „gefangene Partioten“ (Anm.: gemeint ist der rechtsextreme Bund freier Jugend aus Oberösterreich) und Freiheit für den inhaftierten Holocaustleugner Gerd Honsik prangen von den Straßenlaternen. Auffallend ist auch die große Anzahl von Stickern mit deutscher Postanschrift. Wird in Innsbruck zumindest versucht die meisten Neonazi-Aufkleber schon nach kurzer Zeit wieder zu entfernen, so scheinen sich in Wörgl nur Wenige ernsthaft daran zu stören. Ähnliche Informationen ereilen uns auch wiederholt aus anderen Teilen Tirols.
 
In diversen Dörfern in der Gegend von Hall i.T. sind Gruppen von jungen NeonazistInnen aktiv, die sich im subkulturellen Milieu der Skinhead- und Hooliganszene bewegen.
Und auch in Osttirol können rechtsextreme Jugendgruppen seit Jahren weitgehend ungestört agieren.
Bessere Aussichten stellen sich in Südtirol ein. Wo zumindest in den größeren Siedlungszentren, sich eine antifaschistische Bewegung zu etablieren scheint. Nicht zuletzt durch die Kontakte mit italienisch sprachigen Antifa-Gruppen haben sich in Meran und Bozen die Strukturen gefestigt.

Im vom Brenner nördlich gelegenen Teil Tirols, sind jedoch effektive Gegenbewegungen zur Falange der ewiggestrigen Traditionsverbände, Burschenschaften, rechtspopulistischen Parteien und Neonazistraßenschläger spärlich gesät.
Ob dies an mangelnder Information oder an einer vor Ort präsenten Übermacht von NeonazistInnen liegt ist schwer und vor allem nicht pauschal zu beantworten!

Die Autonome Antifa Innsbruck kann an dieser Stelle nur alle Betroffenen dazu ermuntern sich mit uns in Kontakt zu setzen. Sich zu organisieren ist das Wichtigste um gemeinsam gegen die Bedrohung von Rechts aktiv zu werden!
Bestehende Strukturen, wie das seit 2007 stattfindende www.burning-eight.com Festival; das „Zeckenbiss-Fest“ oder auch Zusammenschlüsse diverser Tiroler Bands, lassen die Hoffnung weiterleben. Und diese stirbt bekanntlich zuletzt.
 
dieser text ist auch auf unserer myspace-seite

 
Neue Heimat Tirol schickt Schlägertrupp!
10.2.2009
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Wie erst jetzt erfahren, wurde vor wenigen Tagen der Präsident des Jenischen Kulturverbandes Österreich - einer Organisation die sich für die Rechte der Roma stark macht - bei einer rassistisch motivierten Vergeltungsaktion brutal misshandelt! Zwei Mitarbeiter der Hausverwaltung Neue Heimat Tirol schlugen das Opfer vor den Augen seiner Angehörigen zu Boden und schleiften ihn anschließend durch den Flur. Der Mann hatte sich kritisch über einen Roma-feindlichen Artikel im Innsbrucker Stadtblatt geäußert!
Neben diesem offenen Rassismus ist es eine Schande, dass in den Medien so gut wie nichts darüber zu lesen/hören war. Unsere Recherchen ergaben lediglich einen Artikel der Kleinen Zeitung, den wir hier verlinkt haben!
Die Autonome Antifa Innsbruck verurteilt diese Attacke aufs schärste und fordert die sofortige Entlassung und Verfolgung der Täter! Die Neue Heimat Tirol muss sich für diesen skandalösen Vorfall angemessen und umfassend entschuldigen!
 
Dem Präsidenten des Jenischen Kulturverbands, seiner Familie und den in Tirol lebenden Minderheiten spricht die Autonome Antifa Innsbruck hiermit ihre vollste Solidarität aus!
 
jenischer kulturverband
bericht der kleinen zeitung über die attacke

 
Neofaschistisches Szenelokal in Bozen
21.1.2009
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Nach dem publik werden der rechtsextremen deutschen Skinhead-Szene in Südtirol, kommen jetzt auch Informationen über italienische Neofaschisten ans Tageslicht.
 
Seit längerem ist in Bozen das Lokal "Bar 8" beliebter Treffpunkt für NeofaschistInnen geworden. Der Betreiber ist selbst ein bekennender Faschist und Straßenschläger. Sein Verhalten und seine hohlen Phrasen vom "me ne frego" muten pubertierend an, wie die eines Halbstarken. Das was er in Bozen gemacht hat und macht, zusammen mit seinen "camerati", hat aber mit Lausbubenstreichen nichts mehr zu tun.
 
Inzwischen ist Andrea Bonazza 27 Jahre alt und Inhaber des einschlägigen Fascho-Treffs "Bar 8". Er ist bekennender Faschist, hat am ganzen Körper Fascho- und Nazi- Tätowierungen und ist in der Bozener Ultra-Szene groß geworden. Schlägereien gehören bei ihm zur Normalität.
 
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Landsmannschaft Tyrol zu Innsbruck
27.1.2009
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Eine weitere Verbindung, die den Kommers 2009 veranstaltet, ist die Landsmannschaft Tyrol. Sie hat ihr Verbindungshaus in der Schöpfstr. 21a in Innsbruck. In diesem „Tyroler Haus“ genannten Innenhof-Gebäude finden regelmäßige Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit anderen Korporationen statt.

Der Wahlspruch der Landsmannschaft Tyrol – die sich 1922 gründete - lautet „Von Kufstein bis Salurn zum Vaterland!“ und erfolgt in Anlehnung an die Teilung Tirols im Jahre 1918.
Damals wurde Südtirol, nach einem vom habsburgischen Österreich begonnenen und schließlich verlorenen Weltkrieg, an Italien abgetrennt. Indem sich die Landsmannschaft Tyrol auf die nördlichste bzw. südlichste Stadt der alten Tirolgrenzen bezieht, soll die Forderung nach der Wiedervereinigung des Landes unterstrichen werden.
Das „Südtirol-Argument“ dient schließlich auch für eine oberflächliche Distanzierung von Nazismus und Faschismus, indem die Teilung Tirols als von Hitler und Mussolini beabsichtigt angezeigt wird.
Der sich manifestierende Frust, gegenüber dem Lauf der Geschichte, limitiert sich jedoch nicht nur auf einem verblendeten Patriotismus, sondern schrammt gefährlich an völkisch-rassistischen Ideologien vorbei. So schreibt die Landsmannschaft Tyrol auf ihrer Homepage:
„Unser Patriotismus orientiert sich nicht an einem Staatswesen, sondern am Wesen des deutschen Kulturerbes. Unser Bekenntnis zum Vaterland verpflichtet uns, für das Recht und die Freiheit des deutschen Kulturvolkes einzutreten, wobei unter Vaterland die deutsche Kulturgemeinschaft, nicht das Staatsgebiet, und unter Kulturvolk die Gemeinschaft der Deutschen, ... verstanden wird.“
Mit diesem Bekenntnis zum Deutschtum und einer augenscheinlichen Verleugnung des „freien Österreichs“, reiht sich die Landsmannschaft Tyrol eindeutig in das deutsch-nationale Lager ein. Das Ganze wird unterstrichen durch das weinerliche Nachtrauern um den Verlust des Namens „Deutschösterreich“ nach dem verlorenen 1.Weltkrieg und dem Verbot des Anschlusses an Deutschland.


 
Als selbst auferlegte Prinzipien nennt die Landsmannschaft Tyrol weiters „Ehre, Freundschaft, Freiheit und Vaterland“. Wobei das Prinzip Freundschaft lediglich als „verantwortungsbewußter Umgang mit Bundesbrüdern“ verstanden wird. Sich somit für die Landsmannschaft Tyrol auch nur auf eben diese kleine Gruppe von ihresgleichen bezieht. Mit dieser Anspielung soll offenbar der elitäre Charakter dieser Verbindung hervorgehoben werden.

Das revisionistisch anmutende Geschichtsverständnis der Landsmannschaft Tyrol wird schlußendlich fortgeführt in sarkastischen Anspielungen auf den von den Nazis so benannten „Bombenkrieg“ gegen Ende des 2.Weltkrieges. Wobei die Befreiung vom Nationalsozialismus durch die Alliierten von der Landsmannschaft Tyrol als ein „Siegerdiktat“ deklariert wird.


 
Eng verknüpft mit der Landsmannschaft Tyrol ist die Akademische Turnverbindung Innsbruck (ATV), die auch die selbe Postanschrift in der Schöpfstr. 21a benutzt. Die schlagende Burschenschaft Teutonia ist ebenfalls unter dieser Adresse erreichbar.
Die ATV trainiert jeden Dienstag von 19.30 bis 22.00 in der HTL / Anichstr. 26-28. Nachdem auch die ATV als Veranstalterin für den Kommers 2009 in Erscheinung tritt, liegen Vermutungen über personelle Überschneidungen zwischen ihr und der Landsmannschaft nahe.

Sportlich geht’s bei der Landsmannschaft Tyrol im Allgemeinen zu. Neben dem ATV engagieren sich die Burschis im Innsbrucker Rugby-Club. Und natürlich wird auch das Mensurfechten praktiziert!
Öffentlich wurde dies zuletzt im November 2000, als in den Räumlichkeiten der Landsmannschaft Tyrol ein Mitglied der Innsbrucker Burschenschaft Suevia in einem Säbelduell schwer verletzt wurde. Das Opfer trug damals eine offene Schädelfraktur davon.(1)
 
Landsmannschaft Tyrol und ATV im Dachverband Coburger Convent (CC)


Der Dachverband der Landsmannschaft Tyrol und der ATV ist der deutsche Coburger Convent (CC). „„Die gemeinsame ideelle Grundlage der Korporationen des CC findet ihre Definition in den vier Leitbegriffen "Ehre, Freiheit, Freundschaft, Vaterland!““
Jedes Jahr zu Pfingsten veranstaltet der CC sein Jahrestreffen in Coburg (2) an dem auch die Landsmannschaft Tyrol teilnimmt. Zuletzt war dies im Mai 2008 der Fall. (3)
„Der Coburger Convent (CC) ist mit rund 1.900 studierenden Mitgliedern und rund 11.000 nicht mehr studierenden Mitgliedern in 100 Einzelverbindungen (Landsmannschaften und Turnerschaften) einer der bedeutendsten Dachverbände im deutschsprachigen Raum.“ (4)
Der CC ist jedoch kein monolithischer Block. Ein Teil der im CC organisierten Verbindungen ist dem liberalen Lager zuzurechnen. Die Mehrheit befindet sich allerdings zwischen alter und neuer Rechten. (5)
„„Im Handbuch des CC heißt es ... die Korporationsstudenten seien “berufen in den großen Fragen des politischen Lebens klare und feste Stellung zu beziehen, sie zu verkünden und sie aktiv zu verteidigen.”
Zu den “großen Fragen des politischen Lebens” zähle für die Verbindungen des CC ... vor allem der Kampf gegen alles “Jüdische”. Bereits im Jahr 1894 fasste der (CC); einen Beschluss, keine jüdischen Studenten aufzunehmen. Auf dem Pfingstkongress des Jahres 1920 wurde diese Entscheidung ... bekräftigt.““(6)
„Wie alle anderen Korporationen sehen sich auch die CC-Verbindungen als Hort der deutschen Elite. Dies setzt eine Einordnung von Menschen in ein Besser-Schlechter-Schema voraus, die die Verbindungen selbstverständlich gerne vornehmen. Für sie ist ein anti-egalitäres Weltbild konstitutiv.“(7)



Quellenangabe:

(1) Zellhofer Klaus; FORMAT: Burschenschafter nach blutiger Mensur von Innsbrucker Polizei wegen schwerer Körperverletzung angezeigt; online: http://www.mund.at/archiv/november/aussendung131100.htm; Datum des Abrufes 13.08.2008.

(2) Hans A. Plast; der Coburger Convent (CC); in: Herrschaftszeiten nochmal! – Ein Reader zu Studentenverbindungen in Mainz; S.44.

(3) O.A.; Früher waren wir cooler; online: http://de.indymedia.org/2008/05/216133.shtml; Datum des Abrufes: 13.08.2008.

(4) Antifa Freiburg; Studentenverbindungen: Anachronismus an den Hochschulen; online: http://www.antifa-freiburg.de/spip.php?page=antifa&id_article=193&design=3; Abgerufen am 11.06.2008.

(5) Hans A. Plast; der Coburger Convent (CC); in: Herrschaftszeiten nochmal! – Ein Reader zu Studentenverbindungen in Mainz; S.44.

(6) O.A.; Kampf dem Coburger Convent, Gegen Patriarchat, Rassismus und Elite; Homepage der Antifa Coburg; online: http://www.antifa-coburg.de/; Datum des Abrufes 14.08.2008.

(7) O.A.; Elitär, Militaristisch, Sexistisch – Die Tradition des Coburger Convents; online: http://de.indymedia.org/2008/05/216133.shtml; Datum des Abrufes: 13.08.2008.
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Corps Athesia
20.2.2009
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Corps Athesia (vergissmeinnichtblau-weiß-schwarz)

Der Akademische Corps Athesia Innsbruck hat seine Bude in der Weiherburggasse 6 in Innsbruck über dem Gasthaus “Schöneck”.
Die Athesia förderte in der Zeit des Austrofaschismus, wie alle anderen Corps, Verbindungen und Burschenschaften, die Verbreitung des Nationalsozialismus in Innsbruck, nachdem der Nationalsozialistische Deutsche Studentenverband verboten worden war. Fünfundachtzig Prozent der Mitglieder der Athesia waren bei der NSDAP, der höchste Anteil an Mitgliedschaften in der Innsbrucker Studentenschaft. Zwei Mitglieder der Athesia waren 1921 als Mittäter des deutschnationalen, antisemitischen und antikommunistischen Freikorps Oberland bei an den Kämpfen in Oberschlesien beteiligt, wo der Korps durch sein brutales, illegitimes Vorgehen und seine Plünderungen und Fememorde internationale Kritik fand. Noch im selben Jahr erfolgte die Umbenennung in „Bund Oberland“ auf Grund des Verbots der paramilitärischen Gruppe. Als solcher war die Organisation 1923 am gescheiterten Hitler – Ludendorff Putsch beteiligt. 1933 erfolgte die feierliche Auflösung in die SA.

 
Die Athesia selbst löste sich 1938 gemeinsam mit der Gothia in die „Kameradschaft Arthur Seeber“ auf, die Teil des NSdStB war. Als solche bestand sie also auch während des zweiten Weltkrieges. Demnach kann der Corps, entgegen eigenere Darstellungen, keineswegs als Opfer des NS- Regimes gesehen werden.
Die Athesia war schon 1994 und 2000 in der Organisation der beiden vorhergehenden deutschnationalen Kommerse tätig. Schon der Kommers 1994 brachte ein derart negatives Medienecho hervor, dass er eine Spaltung der Verbindungsszene bewirkte- die katholischen Hochschüler distanzierten sich von der Veranstaltung und blieben ihr großteils fern, d.h. dass eine Teilnahme im Organisationskomitee als politisches Statement gesehen werden kann- ein Bekenntnis zum Deutschnationalismus. Diese ideologische Orientierung wurde zuletzt klar gezeigt am 11. November 2007. Dort wurde am Brennerpass von der Partei “Südtiroler Freiheit” eine Tafel neben dem Grenzstein zu Italien angebracht. Die Aufschrift lautet “Südtirol ist nicht Italien. Zahlreiche Mitglieder der Corps Athesia sowie der Burschenschaften Brixia und Suevia waren an diesem Tag anwesend.
 
Corps Athesia im Dachverband Kössener Senioren Convent (KSCV)

Der Corps Athesia ist im deutschen Dachverband des Kössener Senioren Convents (KSCV) organisiert.(1) Im einflußreichen KSCV (pflichtschlagend, farbetragend) sind etwa 100 Corps zusammengeschlossen welche als besonders elitär gelten.(2)
“Der KSCV ist politisch eher konservativ-elitär ausgerichtet. Allerdings sind seine Corps, großdeutsch organisiert (und somit) auch in Österreich vertreten...” Des Weiteren werden Rechtsextremisten im KSCV durchaus geduldet. Das dies vor Allem historische Wurzeln hat beweist die Tatsache, dass “Corpsbruder, Baldur von Schirach (Gauleiter von Wien), Führer des NS-Studentenbundes wurde. Umgekehrt wurden die Machtübertragung an Hitler 1933, ... vom KSCV emphatisch begrüßt und die eigenen faschistischen Bestrebungen in der Deutschen Corpszeitung herausgestellt...”.(3)
Ein weiterer Alter Herr des KSCV mit Innsbruck-Bezug, ist Hanns Martin Schleyer. Der SSler übernahm zunächst das Amt für Politische Erziehung an der Universität Heidelberg und trat dabei für ein verschärftes Vorgehen gegen kommunistische Studierende ein.(4) Nach dem Anschluss wurde er Leiter des Studentenwerks in Innsbruck wo er schließlich 1970 auch noch zum Ehrensenator der Universität Innsbruck ernannt wurde.(5)
“Der KSCV hält die Grundprinzipien Ehre und Männlichkeit hoch und propagiert Elitedünkel, Protektionismus, eine nicht aufgearbeitete Vergangenheit, die Ausgrenzung von Frauen und eine fehlende Abgrenzung zur extremen Rechten.”(6)
Von daher verwundert es in keiner Weise, dass es die Corps Athesia nicht scheut, gemeinsam mit Rechtsextremisten den Kommers in Innsbruck abzuhalten!



Quellenangabe:

(1) Corps Gothia; Offizielle Homepage / Geschichte; online: http://www.gothia-innsbruck.at/Geschichte.html; Abgerufen am 02.05.2008.

(2) Antifa Freiburg; Studentenverbindungen: Anachronismus an den Hochschulen; online: http://www.antifa-freiburg.de/spip.php?page=antifa&id_article=193&design=3; Abgerufen am 11.06.2008.

(3) Krebs Felix; Extreme Toleranz; Jungle World / Homepage; online: http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_2000/18/31a.htm; Abgerufen am 27.05.2008.

(4) Antifa-AK; Heidelberger Korporationen: “Keine Angst vor Großdeutschland”!?; Online-Ausgabe von Unimut -- Zeitung (an) der Uni Heidelberg; online: http://unimut.fsk.uni-heidelberg.de/archiv/um097.html; Abgerufen am 01.07.08.

(5) Deutsches historisches Museum; Hans Martin Schleyer; Lebendiges virtuelles Museum Online; online: http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/SchleyerHannsMartin/index.html; Abgerufen am 01.07.2008.

(6) Krebs Felix; Extreme Toleranz; Jungle World / Homepage; online: http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_2000/18/31a.htm; Abgerufen am 27.05.2008.

 
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Corps Gothia
28.2.2009
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Corps Gothia (violett-weiß-rot)

Die Corps Gothia ist eine schlagende Verbindung, bestehend aus Studenten der Universität Innsbruck. Sie hat Ihre Bude in der Innstr.12 in Innsbruck. (1) Die Korporation entstand bereits 1870 unter dem Namen “Walhalla”. (2)
Die Mitglieder der Gothia versuchen sich einen unpolitischen Anstrich zu geben, indem Sie zum Beispiel den linkskatholischen Antifaschisten und Schriftsteller Francois Mauriac (3) auf ihrer Homepage zitieren.(4)
Doch allein der Wahlspruch der Gothia "Frei und treu" lässt erahnen welcher politischen Gesinnung Diese angehört. Bei genauerer Betrachtung werden weitere Hinweise deutlich:

Geschichte
So heißt es auf der Verbindungseigenen Homepage, daß “im NS-Staat ... Corpsstudenten führend im Widerstand tätig waren ...und dass in den kommunistischen Aufständen nach dem 1. Weltkrieg ... Corpsstudenten dem Hilferuf des Staates folgten – z.B. in München”(5) Die reservierte Position der deutschen Corps zum Nationalsozialismus ist schon fraglich, doch dies trifft sicherlich nicht für ihre österreichischen und Innsbrucker Verbandsbrüder zu, welche gemeinsam mit den Burschenschaften für den Nationalsozialismus aktiv waren. So waren zwischen 1918 und 1938 mehr als die Hälfte der 1556 von Michael Gehler untersuchten Innsbrucker Korporationsstudenten Parteimitglieder der NSDAP, bei den Corpsstudenten waren es gar mehr als drei Viertel.(6) Nach dem Verbot der NSDAP und des NSDStB spielten die Korporationen eine Vorreiterrolle für den organisierten Nationalsozialismus.(7)
 
So waren 74% der Mitglieder der Gothia schon vor dem Anschluss Parteimitglieder(8), was die auf der Homepage präsentierte Geschichte der Widerstandskämpfer gegen „totalitäre Gruppen“ zumindest in Richtung Nationalsozialismus Lügen straft.
Auch die Bezeichnung der Münchner Räterepublik als „totalitär“ lässt auf eine oberflächliche Auseinandersetzung mit dem Thema schließen – Hannah Arendt, die den Begriff prägte, trat selbst für ein Rätesystem ein.
Die Toleranz die von der Corps Gothia wiederholt propagiert wird, erscheint in diesem Lichte als eine Anbiederung an extrem rechte Denkmuster, verpackt in undeutlichen Begriffen.

Elitarismus
Der Corps Gothia bekennt sich auch zum Ideal des Lebensbundprinzips(9), “welches die lebenslange Mitgliedschaft im Bund zur Voraussetzung des Beitritts erklärt.”(10) “Das Lebensbundprinzip ist die Ursache dafür, dass Studentenverbindungen Seilschaften herausbilden: Verbindungsstudenten, die im Berufsleben stehen (Alte Herren), protegieren jüngere Verbindungsmitglieder - nicht selten mit Erfolg. So mancher Verbindungsstudent gelangt auf diesem Wege in hohe Positionen, was das Selbstbild der Studentenverbindungen stützt, die akademische Elite zu sein.”(11)
Um den Elitecharakter zu erhalten, hat die Gothia ein hohe Eintrittsschwelle: Sie ist ein pflichtschlagender Corps – die Mensur ist Bedingung für die Mitgliedschaft.
 
Gothia im Dachverband Kösener Senioren Convent (KSCV)

Der Corps Gothia ist im deutschen Dachverband des Kösener Senioren Convents (KSCV) organisiert.(12)
Im einflussreichen KSCV (pflichtschlagend, farbetragend) sind etwa 100 Corps zusammengeschlossen welche als besonders elitär gelten.(13)
“Der KSCV ist politisch eher konservativ-elitär ausgerichtet. Allerdings sind seine Corps, großdeutsch organisiert (und somit) auch in Österreich vertreten...”(14) Des Weiteren werden Rechtsradikale im KSCV durchaus geduldet. Dass dies vor Allem historische Wurzeln hat beweist die Tatsache, daß “Corpsbruder Baldur von Schirach (Gauleiter von Wien), Führer des NS-Studentenbundes wurde. Umgekehrt wurden die Machtübertragung an Hitler 1933, ... vom KSCV emphatisch begrüßt und die eigenen faschistischen Bestrebungen in der Deutschen Corpszeitung herausgestellt...”.(15)
Ein weiterer Alter Herr des KSCV mit Innsbruck-Bezug, ist Hanns Martin Schleyer. Der SSler übernahm zunächst das Amt für Politische Erziehung an der Universität Heidelberg und trat dabei für ein verschärftes Vorgehen gegen kommunistische Studierende ein.(16) Nach dem Anschluss wurde er Leiter des Studentenwerks in Innsbruck wo er schließlich 1970 auch noch zum Ehrensenator der Universität Innsbruck ernannt wurde.(17)
“Der KSCV hält die Grundprinzipien Ehre und Männlichkeit hoch und propagiert Elitedünkel, Protektionismus, eine nicht aufgearbeitete Vergangenheit, die Ausgrenzung von Frauen und eine fehlende Abgrenzung zur extremen Rechten.”(18)
 
Von daher verwundert es in keiner Weise, dass es den Corps Gothia nicht scheut, gemeinsam mit Rechtsextremisten den Kommers in Innsbruck abzuhalten!



Quellenangabe:

(1)Corps Gothia; Offizielle Homepage / Kontakt; online: http://www.gothia-innsbruck.at/Kontakt.html; Abgerufen am 02.05.2008.

(2)Corps Gothia; Offizielle Homepage / Geschichte; online: http://www.gothia-innsbruck.at/Geschichte.html; Abgerufen am 02.05.2008.

(3)O.A; Francois Charles Mauriac (1885-1970); online: http://www.kirjasto.sci.fi/mauriac.htm; Abgerufen am 12.05.2008.

(4)Corps Gothia; Offizielle Homepage / Kontakt; online: http://www.gothia-innsbruck.at/Kontakt.html; Abgerufen am 02.05.2008.

(5)Ebda.

(6)Michael Gehler et al, „Blut und Paukboden“, 1997, S.142

(7)Ebda. S. 140

(8)Ebda, S.142

(9)Corps Gothia; Offizielle Homepage / Kontakt; online: http://www.gothia-innsbruck.at/Kontakt.html; Abgerufen am 02.05.2008.

(10)Schuldt Karsten; Das charismatische und das strukturelle Männerbundkonzept; Homepage Karsten Schuldt / Gender Studies; online: http://karstenschuldt.milten.lima-city.de/gender/DasCharismatischeUndDasStrukturelleMaennerbundkonzept.htm#u22; Abgerufen am 11.06.2008.

(11)Antifa Freiburg; Studentenverbindungen: Anachronismus an den Hochschulen; online: http://www.antifa-freiburg.de/spip.php?page=antifa&id_article=193&design=3; Abgerufen am 11.06.2008.

(12)Corps Gothia; Offizielle Homepage / Geschichte; online: http://www.gothia-innsbruck.at/Geschichte.html; Abgerufen am 02.05.2008.

(13)Antifa Freiburg; Studentenverbindungen: Anachronismus an den Hochschulen; online: http://www.antifa-freiburg.de/spip.php?page=antifa&id_article=193&design=3; Abgerufen am 11.06.2008.

(14)Krebs Felix; Extreme Toleranz; Jungle World / Homepage; online: http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_2000/18/31a.htm; Abgerufen am 27.05.2008.

(15)Eben da.

(16)Antifa-AK; Heidelberger Korporationen: “Keine Angst vor Großdeutschland”!?; Online-Ausgabe von Unimut -- Zeitung (an) der Uni Heidelberg; online: http://unimut.fsk.uni-heidelberg.de/archiv/um097.html; Abgerufen am 01.07.08.

(17)Deutsches historisches Museum; Hans Martin Schleyer; Lebendiges virtuelles Museum Online; online: http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/SchleyerHannsMartin/index.html; Abgerufen am 01.07.2008.

(18)Krebs Felix; Extreme Toleranz; Jungle World / Homepage; online: http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_2000/18/31a.htm; Abgerufen am 27.05.2008.
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