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Verein zur Förderung sozialer Zentren und Freiräume
20. Jan 2010

In Innsbruck gibt es keinen Raum mehr, in dem wir uns als antiautoritäre Linke treffen und Veranstaltungen organisieren können. Deshalb versammelten sich im Juli 2009 einige Menschen um zu diskutieren, ob und wie das geändert werden könnte. Herausgekommen ist der Verein zur Förderung sozialer Zentren und Freiräume. Ein kurzes Selbstverständnis soll euch und uns weiterhelfen, die Dinge besser zu verstehen und umzusetzen.

Die Suche nach einem sozialen und kulturellen Zentrum, das selbstverwaltet, unkommerziell und aus einem politischen, gegenkulturellen Selbstverständnis heraus betrieben wird, begleitet uns schon länger: Als es den Anschein hatte, dass ein erster Schritt mit der Beziehung der p.m.k-Räumlichkeiten in der Bogenmeile getan war, hatte die damals noch aufmüpfige Innsbrucker »freie Kulturszene« ein neues Zuhause gefunden. Räume wurden zur Verfügung gestellt, Subventionen garantiert, Konzerte und andere Veranstaltungen fröhlich drauflos organisiert. Einige wussten es aber schon damals: Die »Szene« wurde integriert und befriedet. Das ging fünf Jahre halbwegs gut - halbwegs, denn die Naziattacken und die Repression gegenüber linken Veranstalter_innen waren alles andere als angenehm. Trotzdem: Das Programm war umfangreich, unterhaltsam, informativ und sorgte für ein bisschen Diskussion. Vor allem aber: Es wurde kontinuierlich durchgezogen! Im Mai fand dies mit dem Rauswurf eines bekanntlich linken Kulturvereins ein Ende.

Der Rauswurf passt zur Politik der Stadt Innsbruck. Alles, wo die Unternehmer_innen und Politiker_innen ihre Gewinnsucht in Gefahr sehen, soll bekämpft werden. Kameras (Bogenmeile) und Platzverbote (Innenstadt; Hofgarten) sind da »nur« gefährliche Oberflächenerscheinungen. Drohende Subventionskürzungen (Autonomes FrauenLesben Zentrum, Caritas Flüchtlingsberatung) angesichts der Summen, die in das kaputte Bankensystem gepumpt werden, eine Frechheit. Und die übliche Tatsache, wie staatliche Subventionen die einstmals kritischen »Kulturschaffenden« korrumpieren und unterwürfig machen, ist beschissene Realität. Deshalb wollen wir als neuer Verein, bestehend aus (kultur-)politischen Aktivist_innen, es gar nicht erst soweit kommen lassen und sagen von vornherein: Keine Subventionen und keine Abhängigkeiten so weit es nur geht!

Klare Ansagen!

Wir suchen einen Raum, in dem (wieder) einiges möglich sein soll. Ohne Konsumzwang mit Freund_innen quatschen, für Interessierte die Möglichkeit bereitstellen, kleine Konzerte, Diskussionsrunden oder Filme zu organisieren, Vereine dazu einladen, sich dort zu treffen oder ihre Veranstaltungen durchzuführen - all das hatten wir schon und wollen wir wieder! Darüber hinaus wollen wir selbstbewusst und offen sagen: Dieses Lokal und die Menschen, die es betreiben, setzen sich aktiv für eine emanzipatorische und herrschaftsfreie Gesellschaft ein! Das ist eine antifaschistische, linke, antiautoritäre wie-auch-immer-Bude - nennt es, wie ihr es wollt, aber wir haben klar auf dem Schirm, dass wir irgendetwas gegen dieses miese Gesellschaftssystem tun wollen! Es gibt verschiedene Ideen und die müssen öffentlich (und nicht privat!) diskutiert werden. Dazu braucht es Raum, den wir schaffen und bereitstellen wollen!

Finanziert werden soll das Projekt vorerst durch freiwillige Mitgliedsbeiträge und dem Erlös aus dem Barbetrieb sowie gemeinsamen Veranstaltungen. Wir sind immer offen für Helfer_innen und Interessierte.