Presse


AUS: Unipress Nr. 02/06

"Kriegsgipfel" und Gegenaktivitäten

Kriegs- und kapitalismuskritische Gruppen mobilisieren gegen den EU Gipfel am 6. und 7. März in Innsbruck.

Am 1. Jänner 2006 hat Österreich zum zweiten Mal nach 1998 den Ratsvorsitz in der Europäischen Union übernommen. Für ein halbes Jahr werden nun Mitglieder der österreichischen Bundesregierung bei den Treffen der 25 Staats- und Regierungschefs, sowie der FachministerInnenräte den Vorsitz übernehmen. Im Rahmen der Präsidentschaft wird in Innsbruck am 6. und 7. März ein informelles Treffen der EU VerteidigungsminsterInnen stattfinden.

FriedensaktivistInnen und KapitalismuskritikerInnen haben sich in einer "Plattform gegen den Kriegsgipfel" zusammengeschlossen, um Gegenaktivitäten zu koordinieren. Die verschiedenen Gruppen und Einzellpersonen haben es sich zum Ziel gesetzt den Protest gegen das von ihnen als "Kriegsgipfel" bezeichnete Treffen auf die Straße zu tragen. Aus diesem Grund wird zu einer "internationalen Demonstration" am Sonntag 5. März und zu einer Kundgebung zu Beginn des VerteidigungsministerInnengipfels am Montag 6. März aufgerufen. Inhaltlich wird am Samstag dem 4. März ein Gegengipfel mit internationaler Beteiligung stattfinden. Eingeladen sind dazu unter anderem der österreichische Friedensaktivist Gerald Oberansmayr und Winfried Wolf Mitherausgeber der Zeitung "Gegen den Krieg". Des Weiteren sind auch Kinovorführungen und die Organisation einer Schlafplatzbörse, für von außerhalb anreisende AktivistInnen geplant.

Innerhalb der "Plattform gegen den Krieg" sind die verschiedensten Gruppen organisiert. Besonders hervorhebenswert erscheint die Gruppe MOVE, ein "überregionales Netzwerk", das sich "gegen die EU-Präsidentschaft Österreichs formiert hat". Das Hinweisen auf die "Verbindung von Krieg, EU, Nationalstaaten und Kapitalismus", sowie "die Kreativität von Protestaktionen" ist den AktivistInnen ein besonderes Anliegen. Aus diesen Gründen versucht die Gruppe im Vorfeld des EU "Kriegsgipfels" in Form einer Homepage (www.catbull.com/move), Vorträgen, und einer eigens herausgegebenen Zeitschrift kritische Informationen über das Treffen in Innsbruck, die EU im Allgemeinen und globale Kriege zu vermitteln. Weiters wird am Samstag 4. März ein (Mobilisierungs)konzert auf die "Verbindung von Kultur und progressiver Politik" hinweisen. Auftreten wird unter anderem der deutsche Hip Hoper CHAOZE ONE, die oberösterreichische Ska Band SKAPUTNIK und die lokale Polit-Hardcore Band COMING FIRST.

Interessant bei der Arbeitsweise von MOVE ist die Verbindung der verschiedensten Ansätze von Widerstand. In diesem Sinne soll Widerstand gegen Krieg und Ausbeutung nicht nur theoretisch, sondern auch kreativ sein und zu "selbst bestimmtem Handeln" werden. Dem Netzwerk MOVE ist es ein Anliegen Aktivitäten und Demonstrationen gegen den "Kriegsgipfel" in Innsbruck und die österreichische Ratspräsidentschaft zu unterstützen und mit Hilfe von originellen Aktionen Zeichen des Widerstandes zu setzen!

Mehr Infos unter: www.catbull.com/move