Cetraria islandica (Linnaeus) Acharius

Pflanzenbild Bildquelle. Die Pflanze.

Pflanzl. Fam.:

Parmeliaceae - Flechten

Andere Namen:

Islaendisches Moos (#104/164, #110/258, #144), Lungenmoos, Brockenmoos, Islaendische Flechte, Felsengras, Heideflechte, Krampeltee, Raspel, Geisstraube, Fiebermoos, Bergraupen. (#104/1647) Blaetterflechte, Fieberflechte, Fiebermoos, Heideflechte, Hirschhornflechte, Islaendische Flechte, Lappenflechte, Lungenflechte, Lungenmoos, Purgiermoss, Tartschenflechte. (#144)

Inhaltsstoffe:

Usninsaeure, Isolichenin, Staerke, Pflanzenschleim, Flechtensaeure. (#104/165)

Das Islaendische Moos enthaelt Schleimstoffe, vorwiegend die Polysaccharide Lichenan und Isolichenan, bitter schmeckende Flechtensaeuren sowie geringe Mengen an aetherischem Oel. (#144)

Vorkommen:

Die Pflanze ist in den alpinen und arktischen Regionen der noerdlichen Hemisphaere zuhause. Importiert wird die Droge aus Bulgarien, dem ehemaligen Jugoslawien, Rumaenien und Russland. (#144)

Allgemeines:

Das Islaendische Moos gehoert nicht zu den Moospflanzen, sondern ist eine als Flechte bezeichnete Lebensgemeinschaft eines Pilzes mit einer Alge. Der Pilz bildet dabei das Geruest, waehrend die Alge aufgrund Ihrer Faehigkeit zur Photosynthese Energie liefert. Islaendisches Moos sind als Lutschpastillen erhaeltlich und Bestandteil mehrerer Fertigarzneimittel zur Behandlung von Husten und Erkaeltungskrankheiten. (#144)

Aussehen:

Das Islaendische Moos waechst stets auf der Erde und wird 2 bis 6 cm hoch. Die Pflanze bildet Lappen in verschiedenen Brauntoenen, unterseitig auch grau bis weissgrau. (#144)

Droge:

Der Thallus (die gesamte Pflanze). (#104/165, #110/258)

Medizinisch verwendet werden die als Lichen islandicus bezeichneten, getrockneten Thallusstuecke. (#144)

Sammelzeit:

Der Thallus wird im Maerz/April oder im September/Oktober gesammelt. Dabei werden nur heile Pflanzen gewaehlt, die juenger sind (keine dunklen Exemplare nehmen). (#104/65)

Aufbewahrung:

Der Thallus wird von der Erde und anderen Pflanzen gesaeubert. Dann in der Sonne trocknen und in Papier- oder Stoffsaeckchen aufbewahren. (#104/165)

Pflanzenbild Bildquelle. Die Pflanze.

Wirkungen:

Ein bittersuesses, linderndes, antibiotisch wirksames Kraut; schleimloesend, beruhigt gereiztes Gewebe und stillt Erbrechen. Innerlich bei Magendarmkatarrh, Lebensmittelvergiftung, Tbc und Bronchitis. Aeusserlich bei Vaginalausfluss, Furunkeln und Eiterflechte. Extrakte werden den Antiseptika und Halspastillen gegen trockenen Husten und Halsentzuendung beigegeben. (#110/258)

(#104/165)

Wegen der reizlindernden Wirkung der Schleimstoffe werden Zubereitungen aus dem Islaendischen Moos als hustenreizmilderndes Mittel bei trockenem Reizhusten und wegen des bitteren Geschmacks auch bei Appetitlosigkeit angewandt. Den Flechtensaeuren wird eine antibiotische Wirkung nachgesagt. Islaendisches Moos soll auch die Abwehrkraefte stimulieren. (#144)

Dosis:

Tee:
1 Teeloeffel getrocknetes und zerkleinertes Islaendisches Moos (ca. 1,5 g) werden etwa 150 ml siedendem Wasser uebergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. 3 bis 4 mal taeglich eine Tasse frisch bereiteten Tee trinken. (#144)

Zur Appetitanregung empfiehlt sich ein Kaltwasserauszug, da die Bitterstoffe durch Kochen zerstoert werden. Dazu wird die gleiche Menge mit kaltem Wasser uebergossen, unter mehrmaligem Umruehren 1 bis 2 Stunden stehen lassen, kurz zum Sieden erhitzen und abseihen. Eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten eine Tasse Tee trinken. (#144)

Warnhinweise:

Die Anwendung von Islaendisch Moos ist meist sehr gut vertraeglich. Da wie auch Pilze, Flechten Gifte (z.B. Blei oder radioaktive Stoffe durch das Reaktorunglueck von Tschernobyl) aus der Umwelt aufnehmen und speichern koennen, empfiehlt es sich, nur Ware aus kontrollierter Herkunft, wie sie z.B. in Apotheken erhaeltlich sind, zu verwenden. (#144)

Durch die in der Droge enthaltenen Schleimstoffe kann moeglicherweise die Resorption bestimmter Medikamente beeintraechtigt werden. Sollten Sie andere Medikamente einnehmen, die exakt dosiert werden muessen (z.B. Antibiotika), empfiehlt es sich, einen 2-stuendigen Einnahmeabstand einzuhalten. Im Zweifelsfall fragen Sie Ihren Apotheker. (#144)


Bildquellen:

Abbildung 1: Zeichner/in: unbekannt; Bild entnommen aus: WURZER Walter: "Die Grosse Enzyklopaedie der Heilfplanzen. Ihre Anwendung und Ihre Natuerliche Heilkraft.", Neuer Kaiser Verlag, 1994.

Abbildung 2: Zeichner/in: unbekannt; Quelle: Internet;


Bibliographie:

Das Quellenverzeichnis der Enzyklopaedie