Was wir wollen

Trotz des rauen Windes, der nicht nur von den Innsbrucker Bergen, sondern vor allem aus einer Gesellschaft her weht, in der der Gedanke der Ungleichheit von Menschen zur Normalität geworden ist, bemühen wir uns seit einigen Jahren, einen Kampf gegen Unterdrückung voranzutreiben.

Wir wollen in unseren Aktionen direkten Einfluss auf die Art nehmen, wie sich diese Gesellschaft entwickelt, wie sie produziert, und wie sich die Menschen in ihr zueinander in Beziehung setzen.

Es ist längst an der Zeit, uns und euch einzugestehen, dass wir nicht viele sind, dass wir nicht stark sind, und dass wir deshalb keine Ressourcen haben, um es mit der ganzen (Tiroler) Welt aufzunehmen. In unserem Hochmut haben wir oft geglaubt, wir seien die letzte moralische Stimme, die mit kritischen Texten zu Entwicklungen in der rechten Szene und ihrer Verwurzelung in der Tiroler Kultur Veränderung herbeischreibt.
Dabei haben wir vor allem eines vergessen: Buchstaben kämpfen nicht - der radikale Wandel in diesem Land wird nicht geschrieben, sondern er muss jeden Tag erkämpft werden.

Gerade in Zeiten der Krise schafft eine Radikale Linke, die keine eigenen Inhalte mehr hat, Raum für rechte Politik und rechte Erklärungsmuster. Das was wir hier betrieben haben, ist keine Politik, sondern ein Abwehrkampf.
Wir wissen viel darüber, was Rechtsextreme in Österreich treiben, wo sie sich treffen, mit wem sie vernetzt sind usw. Aber wozu? Wir laufen Nazis hinterher, beobachten, wie sie ihre Strukturen aufbauen, und ein Angriff auf die Rechten ist auch schon das höchste der Gefühle - wir handeln nicht selbst, wir reagieren nur mehr.
Wir wollen kein weiterer Spielball rechter Politik sein. Wir sollten wieder selbst sozialen Wandel betreiben, und nicht nur die rückschrittliche Entwicklung der Gesellschaft anprangern.

Linksradikal zu sein, bedeutet nicht, gegen rechts zu sein, linksradikal zu sein bedeutet zuallererst in die Richtung der Kollektivierung der Produktionsmittel und die radikale Dezentralisierung von Macht zu arbeiten.
Wir sind linksradikal, weil wir uns in einer hierarchiefreien Gesellschaft ein besseres Leben erhoffen. Wir wollen uns in einer solidarischen Gesellschaft bewegen, keine Chefs über uns haben müssen und selbst entscheiden, was wir brauchen und was dementsprechend produziert werden soll.
Wir wollen zusammen sein, ohne ständig von geschlechtlichen Rollenbildern und damit einhergehenden Machtstrukturen eingeengt zu werden, ohne uns von kulturellen Unterschieden oder gar Äußerlichkeiten wie der Hautfarbe oder einer lächerlichen Staatsbürgerschaft spalten zu lassen.

Aus diesen Ansprüchen muss unser gemeinsames Handeln erwachsen, aus diesen kollektiven Handlungen sollten Strukturen entstehen, und diese Handlungen und Strukturen sollen zeigen, dass sich unter Staat, Patriarchat und Kapitalismus noch ein anderes, besseres Leben regt - es könnte mit einem Raum beginnen, an dem wir uns treffen und austauschen können, und von dort aus wächst es in andere Lebensbereiche.
Aus dem Versuch, sich frei von Herrschaft miteinander in Beziehung zu setzen, und die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, ergeben sich soziale Kämpfe, denn auch die Hierarchiefreiheit ist eine Form von Macht, die sich erst gegen andere Interessen durchsetzen muss.

Wenn Antifaschismus sich auf das reine Aufzeigen des rechten Sumpfs reduziert, ist es nichts weiter als eine Moralinstanz, die an ein diffuses, bürgerliches Bewusstsein appelliert.
Unser Handeln erschöpft sich dann darin, Presseaussendungen an bestenfalls liberale Zeitungen zu schicken, und geradezu nach der Polizei zu schreien, die die Rechten einsperren soll.

Wir handeln nicht selbst, und damit legitimieren wir hierarchische Instanzen, die das "für uns" tun. Libertärer Kommunismus sollte es aber schaffen, konkrete Verbesserungen im hier und jetzt zu schaffen, ansonsten hat er keine Relevanz.
Es sei dahingestellt, ob dies eine Unterstützung im Kampf gegen den Staat im Allgemeinen, Chefs, Vergewaltiger oder Nazis, Abschiebebehörden oder sonstige Unterdrückungsmechanismen ist, oder einfach nur das gemeinsame Zusammenleben auf andere Art und Weise angenehmer macht. Dazu dürfen wir nicht vergessen, dass diese Gesellschaft von uns allen mitgetragen wird. Wer soll sie denn ändern, wenn nicht wir selbst? Wir alle gemeinsam können Unterdrückung in unserem alltäglichen Handeln bekämpfen, und dies geschieht durch eine gemeinsame, solidarische Praxis.

Diese Website ist eine Plattform für Informationen, die aber nur in Verbindung mit Handlungen Sinn ergeben. Nachdem wir ständig am Aufbau unserer eigenen Strukturen arbeiten, wird sie nicht regelmäßig aktuelle Infos über die Rechten in Tirol bieten. Aber das hindert uns nicht daran, weiter gegen sie zu arbeiten.
Die Alpenfestung besteht schließlich aus Menschen, nicht aus Bergen, und wir schleifen diese Nazihochburg, indem wir die Mauern zwischen uns einreißen und die autoritären Institutionen, die uns festhalten, endlich direkt angreifen!

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