Conocybe cyanopus (Akt.) Kuehner

Andere Namen:

Blue Foot. (#30)

Inhaltsstoffe:

Die Pilze enthalten 0,8-1,01% (#51) Psilocybin (#11, #51, #62/309) in den getrockneten Pilzen. Sie enthalten auch 0,12-0,2% (#51) Baeocystin. (#51, #62)

Aussehen:

Der Hut ist 0,25-1,3cm (#30) oder 0,3-2,5cm (#51) breit, gelbbraun bis rostigbraun, dunkler am oberen Stueck. Er wird auslaufend heller bis zum Rand, (#51) stumpf kegelig bis halbkugelig, gerieft, ocker bis dunkelbraun ohne blaugruene Flecken. (#51) Die Lamellen sind gelbbraun bis rostigbraun von reifen Sporen. Der Stamm ist 1cm (#30) oder 2cm - 4cm (#51) teilweise bis zu 5cm lang 0,1-0,2cm (#30) oder 1-1,4cm (#51) dick, halb lichtdurchlaessig, leicht dicker an der Basis. Es gibt strahlenfoermige Linien am Hut. Das Hut- und Stammfleisch ist duenn und bruechig. Der Sporenabdruck ist rostigbraun. Blaeuung gibt es nur an der Basis des Pilzes. (#30) Der Stiel ist zuerst weisslich, dann silbrig, bei Verletzung oder im Alter besonders an der Basis blaugruen. Die Sporen sind feinwarzig und messen 7-10x4-5 mcm. (#51)

Vorkommen:

Er gedeiht im Spaetsommer bis Herbst (#30, #51) auf Rasen oder in Grasbuescheln. Bei dieser Gattung ist es schwer den Stamm sorgsam von umgebenden Material zu befreien, da er leicht bricht. (#30) Er ist weltweit verbreitet. (#11) Er waechst auf Rasenflaechen und Moos. Er ist in Europa aeusserst selten. Fundorte gibt es in den USA, Kanada, Finnland, Norwegen und Ostdeutschland. (#51)

Pflanzl. Fam.:

Bolbitiaceae - Blaetterpilze

Allgemeines:

Diese Pflanze gehoert zu den halluzinogenen Pilzen. (#51)

Die Pilze wachsen nur langsam auf Malzagar. (#51)

Wirkungen:

Aufgrund des gleichen Hauptinhaltsstoffes Psilocybin ist mit der gleichen Wirkung, wie bei anderen bekannten halluzinogenen Pilzarten zu rechnen. Es soll an dieser Stelle, an die Wirkungsbeschreibungen bei Psilocybe semilanceata (dem Spitzkegeligen Kahlkopf) verwiesen werden, aber auch an die ausfuehrlichen Kommentare ueber die Inhaltsstoffe Psilocybin und Baeocystin.

Wirkdauer:

Es ist aufgrund des Hauptinhaltsstoffes Psilocybin mit der gleichen Wirkdauer wie bei den anderen, bekannteren halluzinogenen Pilzen (P. cubensis, P. cyanescens oder auch P. semilanceata [dem Spitzkegeligen Kahlkopf]) zu rechnen. Die Dauer der Wirkung betraegt somit etwa 5-6 Stunden. (eigen)

Entgiftung:

Es soll an dieser Stelle an die Abhandlung ueber den Hauptinhaltsstoff Psilocybin verwiesen werden, aber auch an Beschreibungen anderer Psilocybin-haeltiger Arten, die bekannter sind. (P. cubensis, P. cyanescens, P. semilanceata [der Spitzkegelige Kahlkopf]). Dort koennen die entsprechenden Informationen entnommen werden. (eigen)

Sucht:

Die Ausbildung einer koerperlichen oder glaubhaften psychischen Abhaengigkeit ist nicht bekannt geworden. (eigen)

Geschichte:

1918: Diese Pilzart wurde erstmalig in den USA (Ithaca, New York) entdeckt. (#51)

1930: J. Schaeffer fand in Potsdam verschiedene Conocybe Arten. (#51)

1935: Kuehner nahm die Art in seiner Monographie "Sammethaeubchen" als Conocybe cyanopus (Akt.) Kuehner auf. (#51)

1961: In Fruchtkoerpern aus Seattle, USA konnte Psilocybin nachgewiesen werden. (#51)

1962: Benedict et al. isolierten Psilocybin aus diesem Pilz. (#51, #62/309)

1967: Benedict et al. isolierten nochmals Psilocybin aus dieser Pilzart. (#62/309)

1977: Repke et al. wiesen Baeocystin und Psilocybin in Pilzen aus den USA und Kanada nach. (#51, #62/309)

1982: Beug und Bigwood isolierten Psilocybin. (#62/309)

1982-83: Ein Psilocybin-nachweis erfolgte in Norwegen. (#51)

1984: Christiansen et al. isolierten Psilocybin. (#51, #62/309)

1985: Der Leipziger Pilzforscher Jochen Gartz isolierte Psilocybin. (#62/309)

1987: Ohenoja et al. isolierten isolierten wiederum Psilocybin aus den Pilzen. (#62/309)


Bibliographie:

Das Quellenverzeichnis der Enzyklopaedie