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Kostnix hat derzeit wegen Umzug geschlossen

Miete isst Seelen auf...

Der Innsbrucker Umsonstladen Kostnix muss nach 12 Jahren durch Ankauf des Hauses von einer Immobilienfirma die Höttinger Gasse verlassen. Mit dem Auslaufen des Mietvertrags Ende April und der Verweigerung der neuen Vermieter*innen zu verlängern, ist dem Kostnix der Raum entzogen worden, als auch den allmählich auslaufenden Verträgen der anderen Mieter*innen. Dies zeigt wieder einmal deutlich - die Interessen der Immobilienvertreter*innen und der Wirtschaft stehen prägnant über den Bedürfnissen der Menschen.

Das Kostnix, ein beliebtes Projekt, das Alternativen zur Wegwerf- und Konsumgesellschaft bietet und die Bedürfnisse von Personen in den Vordergrund stellt, verliert seine Grundlage - einen konsumfreien Raum, in dem Menschen Sachen bringen können, die sie nicht mehr brauchen und andere jene mitnehmen können, wenn sie sie brauchen. 12 Jahre lang engagieren sich verschiedene Personen politisch und künstlerisch, dass ökonomische Schieflagen deutlich und praktisch verhindert werden und dass alle davon "profitieren" können. Diese Zeit war durchfressen von prekären Zuständen, die Subventionen reichten nicht einmal für die Hälfte der Fixkosten - durch solidarische Spenden und Engagement überlebte das Kostnix jedoch immer.

Jetzt braucht der Umsonstladen einen neuen leistbaren und zentralen Raum, um sich weiterhin für eine solidarische Welt, in der Menschen das haben können, was sie brauchen, einsetzen zu können.


Planeten Zerstörer Container

Im Rahmen des vom TKI finanzierten und vom KostNix-Laden Innsbruck kuratierten Projekts „Kapitalismus (Kritik) und Öffentlichkeit“ wird die Kunstinstallation „Planetary Destroyer Container“ in Tiroler öffentlichen Räumen in Nähe zu Einkaufszentren gezeigt werden.

Die Containerschifffahrt gehört zu den größten Verschmutzern der Umwelt. Tausende Transportschiffe werden mit einem Treibstoff betrieben, der aus Rückständen aus der Rohölaufbereitung hergestellt wird und sehr hohe Stickoxid, Schwefel- und Schwermetallgehalte aufweist. Die globale Hochseeschifffahrt verbrauchte 2018 600.000 Tonnen dieses hochgiftigen Brennstoffes täglich.

Das Review of Maritime Transport 2018 der Internationale Schifffahrtsorganisation (IMO) der Vereinten Nationen geht davon aus, dass die Containerschifffahrt um 4% jährlich zunehmen wird. Nichts desto trotz gibt es bislang keine verbindlichen Regeln die diesen Schadstoffausstoß begrenzt und alternative weniger schädliche Treibstoffe vorschreibt.

Das aus gesammelten Altmetallen zusammengeschweißte Objekt „Planetary Destroyer Container“ repräsentiert die Gefährdung des Planeten durch die Containerschifffahrt. Das Metallobjekt überlagert die ikonische Gestalt des Imperialen Zerstörers der Star Wars Filme mit signifikanten Merkmalen zeitgenössischer Containerschiffe. Auf diese Weise soll die bedrohliche Präsenz der Containerschifffahrt abgebildet werden. Das Objekt hat in etwa die Größe eines Kleinwagens.

Das Metallobjekt repräsentiert das wachsende öffentliche Bewusstsein für die kausale Beziehung zwischen kapitalistischer Globalisierung und Klimawandel. Experten und Journalisten sind sich einig, dass die globale Containerschifffahrt das fragile Ökosystem der Weltmeere bedroht. Trotz dieses Bewusstseins gelang es bislang nicht, den Treibstoff Verbrauch von Containerschiffen zu reglementieren oder den Konsum von Produkten aus Übersee effektiv zu reduzieren.

Die künstlerischen Intervention in der Nähe von Einkaufzentren hofft daher darauf die öffentliche Aufmerksamkeit auf die durch die Containerschifffahrt verursacht fortschreitende Zerstörung des Planeten und insbesondere seiner Ozeane zu richten. Darüber hinaus sollen Konsumenten dazu motiviert werden sich zu solidarisieren und ihren individuellen Boykott zu einer kollektiven Bewegung zu vereinen, deren Anliegen es ist Unternehmen und Regierungen dazu zu bringen, den Treibstoffverbrauch von Containerschiffen zu regulieren.