Ilex paraguariensis St. Hilaire

Andere Namen:

Paraguay-, Jesuiten, Missions- oder Mate-Tee, (#80/118) I. paraguayensis, Paraguay-Thee, Yerba mansa (span.), Yerba Pulo (span.), Yerba Mate (span.), (#95/96) I. bonplandiana Muenter, I. bonplandiana Muenter, I. congonhas Liais, I. curtibensis Miers, I. domestica Reiss., I. gongonha Martius, I. mata St.-HIl., I. mate St.-Hil., I. paraguaiensis Lamb., I. p. Unger, I. paraguajensis Endlicher, I.p. D. Don, I. paraguayensis Hook., I. paraguayensis Morong et Britt., I. paraguayiensis Ed. Winkler, I. paraguayriensis Bonpl., I. paraguensis D. Don, I. sorbilis Reiss., I. theazans Bonpl. I. theezans Bonpl., I. vestita Reiss., Rhamnus quitensis Spreng., Caa (Guarani "Blatt"), Caachiri, Caa-cuy, Caacuyo, Caa-guazu, Caaguagu, Cauna, Caunina, Congoin, Congoinfe, Congonha (Brasilien), Congonhas, Congoni, Erva mate, Gruenes Gold, Herba da Bartholomei, Herva-Mate, Jesuiten-Teestrauch, Jesuitentee, Kaa, Kaa-Mate, Mate, Mate, Mate-Palme, Matepflanze, Mathee, Matte, Palo de yerba mate, Paraguay tea, Paraguay-Tee, Suedseetee, Yerba, Yerba mate, Yerba mate, Yerbabaum, Yerva de palo. (#92/290) Mate, Mate-Teestrauch, Missions-Tee, Paraguay-Tee, Yerbabaum. (#144)

Vorkommen:

Die Pflanze wird in verschiedenen Laendern in Suedamerika angebaut. (#95/95f., #92) Sie waechst wild in Brasilien; (#95/96)

Die Pflanze waechst in Brasilien, von dort wird die Droge auch hauptsaechlich importiert. Teilimporte stammen aus Argentinien und Paraguay. (#144)

Pflanzl. Fam.:

Aquifoliaceae - Stechhuelsengewaechse, Stechpalmengewaechse

Inhaltsstoffe:

Mate-tee enthaelt bis 0,8-1,2% (#69/169) Koffein. (#80/118, #95/105, #92) Ebenso Theophyllin (Spuren) (#69/169, #92) und Theobromin, ausserdem Chlorogensaeure. (#92)

Mateblaetter enthalten Coffein (0.3 - 2.4 %), Theobromin, Phenolcarbonsaeuren, Flavonoide, Saponine, Vitamine und atherisches Oel. (#144)

Aussehen:

3-6m hoher Baum, (#80/118) der zu den Stechpalmen gehoeren soll. Blaetter: lanzettfoermig, laenglich, gezaehnt, oben dunkelgruen, unten blasser, 12-15cm lang; (#95/95)

Der Mate ist ein immergruener, bis zu 20 m hoch wachsender Baum mit heller Borke. In Kulturen werden die Baeume 2 bis 5 m hoch gehalten. Die kleinen weissen Blueten sitzen in den Blattachseln. Die kugeligen, roten Steinfruechte erreichen eine Groesse von 7 mm. (#144)

Allgemeines:

Mate-tee wird in Suedamerika angebaut und weltweit vertrieben. Mate-tee ist heutzutage bekannt geworden. Mate-Tee ist heutzutage bei uns fast in jedem Supermarkt in Europa zu haben, (#80/119) und wird auf verschiedenste Arten und Weisen bereitet. Schon Ernst Freiherr von Bibra befasste sich ausfuehrlich mit den verschiedensten Bereitungsarten und erwaehnte, dass er nicht nur mit Wasser bereitet werden kann. (Milch, ...)

In Suedamerika ist Mate ein Nationalgetraenk, in Europa konnte er sich wegen seines rauchig-herben Geschmacks nicht gegenueber Kaffee oder Schwarztee durchsetzen. (#144)

Mateblaetter sind als Teefilterbeutel im Handel erhaeltlich. Sie sind auch Bestandteil einiger Schlankheits-, Abfuehr- oder Blasen- und Nierentees sowie weniger Fertigpraeparate. (#144)

Droge:

Verwendet werden die waehrend der Sommermonate geernteten ledrigen Blaetter, die vorgeroestet als gruener Mate oder fermentiert als Mate in den Handel kommen. Da Verfaelschungen mit anderen Ilex-Arten vorkommen koennen, sollte nur Tee nach Arzneibuchqualitaet, wie er z.B. in Apotheken erhaeltlich ist, verwendet werden. (#144)

Wirkungen:

Mate hat eine stimulierende, erregende Wirkung, die Koerper und Geist erfrischt. Bei hohen Dosierungen kann es zu ephorischen Gefuehlen bei klarer Wachheit kommen. Meist wird der Appetit unterdrueckt. Die Wirkung von Mate ist nicht identisch mit der Koffeinwirkung, da sie durch mindestens 3 Wirkstoffe (Koffein, Theobromin, Chlorogensaeure) bestimmt wird. Nebenwirkungen oder unerwuenschte Effekte sind nicht bekannt. (#92)

Aufgrund des Coffein- und Theobromingehaltes wirken Zubereitungen mit Mateblaettern stimulierend und wassertreibend aehnlich Kaffe-, Schwarztee- oder Kakao-Getraenken. Matetee soll auch unterstuetzend bei Diaeten zum Abnehmen wirken und wird z.T. als "Schlankheitsmittel" propagiert, wobei die Gewichtsabnahme jedoch nur durch die Diaet zustande kommt. Mate wirkt dabei hoechstens daempfend auf den Appetit und bewirkt durch eine gesteigerte Diurese einen Wasserverlust. (#144)

Dosis:

Tee:
Etwa 1 Teeloeffel (2 g) zerkleinerte Mateblaetter werden mit ca. 150 ml siedendem Wasser uebergossen und nach 5 bis 10 Minuten abgeseiht. Mittlere Tagesdosis: 3 g.(#144)

Bei kuerzerem Ziehenlassen wird die anregende Wirkung des Tees verstaerkt und der Geschmack angenehmer. (#144)

Warnhinweise:

Waehrend Schwangerschaft und Stillzeit nur mit Vorsicht anwenden!

Wie alle coffeinhaltige Getraenke sollte Mate nicht oder nur in geringen Mengen eingenommen werden. Coffein geht in die Muttermilch ueber und kann Schlafstoerungen beim Neugeborenen verursachen. (#144)

Nicht bei Kindern unter 14 Jahren anwenden!
Kinder reagieren empfindlicher als Erwachsene auf Coffein. (#144)

Nicht in hoeheren Dosen oder ueber laengere Zeitraeume anwenden! (#144)

Wechselwirkungen:
Der Coffeingehalt in den Mateblaettern kann recht hoch sein. Daher sind bei Einnahme anderer Medikamente dieselben Vorsichtmassnahmen anzuwenden, die auch fuer Kaffee oder Schwarztee gelten. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an Ihren Arzt oder Apotheker. (#144)

Bereitung:

Die frischen Zweige werden ueber offenem Feuer bei etwa 250 Grad Celsius fuer 30 bis 40 Sekunden erhitzt, um ihren Wassergehalt zu verringern. Dann streift man die Blaetter ab, roestet sie mehrere Stunden und kann dann nach Zerkleinerung und Ablagerung einen Teeaufguss, das Mategetraenk, herstellen. (#80/118)

Geschichte:

16. Jhdt.: Mate spielte bei der Gruendung des Jesuiten-Staates eine zunehmend wichtige Rolle. Zunaechst verwendete ihn die Geistlichkeit, um die Guarani-Indianer vom Alkohol zu entwoehnen, den ihnen die Sklavenhaendler gebracht hatten. Bald erkannten sie auch, dass sich mit Mate das grosse Geschaeft machen liess und sicherten sich das Vertriebsmonopol. (#80/118)

1773-1858: Die Verbreitung des Matebaumes erfolgte vor allem durch die schillernde Persoenlichkeit des Armeechirurgen Aime Goujaud, genannt Bonpland, einen der Begleiter Alexander von Humboldts auf dessen Amerikareisen. Spaeter war er Direktor des botanischen Gartens von Malmaison, Professor fuer Naturwissenschaften in Buenos Aires, Gefangener des Diktators Francia und schliesslich Gruender grosser Plantagen und groesster Mateproduzent.(#80/118f.)

Trommsdurf fuehrte erste chemische Untersuchungen am Mate-tee durch. Er erhielt einen gelben Extraktstoff, Tanningensaeure und ein Harz. (#95/103) Er konnte die psychoaktiven Reinsubstanzen jedoch noch nicht herstellen. (eigen) Er glaubte an die Idee eines wirksamen Alkaloids. (#95/103)

Nees von Esenbeck versuchte wiederum eine Analyse der Pflanzenstoffe zu erreichen. (#95/103)

Stenhouse isolierte erstmalig Koffein aus dem Mate-tee. (#95/103)

1855: Ernst Freiherr von Bibra, ein Privatgelehrter, berichtet von der Sitte des Mate-trinkens in seinem Land und beschreibt auf mannigfache Art die Bereitungen, welche in Suedamerika ueblich sind. Ebenso erzaehlt er von den Sitten der dortigen Kulturen. Bibra spricht von einer weiten Verbreitung im Volk. (#95/95f.)

30'er Jahre d. Jhdts.: Der Mate-Tee wird auch in Europa als Koffein-haltiges Stimulans eingefuehrt. (#80/118)


Bibliographie:

Das Quellenverzeichnis der Enzyklopaedie