
Bildquelle. Eine Pilzgruppe.
Nach Krieglsteiner lassen sich mehrere stark blauende Pilze als "Psilocybe cyanescens-Komplex" kennzeichnen, allesamt Pilze, die auf Rohhumus bzw. pflanzlichen Resten wachsen. Eindeutig widerlegt ist inzwischen die arealgeographische Aufspaltung von P. c. durch G. Guzmán, der P. mairei fuer Nordafrika, P. c. fuer England und Holland und P. serbica fuer Serbien und Boehmen als Verbreitungsgebiete zuordnete. (#51)

Bildquelle. Verbreitungskarte der Pilzart in Deutschland.
Der Hut ist 20-50mm breit, konvex bis breit-konvex bis eben im Alter mit einem hoeherliegendem und gewellten Rand, welcher in Drehung lichtdurchlaessig gewellt ist. Die Hutoberseite ist glatt und klebrig, wenn sie feucht ist. Sie ist von einem separaten gelatine-artigen Haeutchen ueberzogen. Die Farbe ist karamellbraun. Sie verblasst zu gelbbraun bis strohfarben im Zentrum. Die Lamellen sind befestigt und mattbraun mit weisslichen Kanten. Der Stamm ist 60-80mm lang, 2-5mm dick, faserig und verbreitert sich an der Basis. Die Oberflaeche ist glatt oder "ueberzuckert". Die Stammfarbe ist weisslich und seidig. Der Stamm wird blau, wenn er verletzt (gedrueckt) wird. Das partielle Haeutchen laesst kaum Spuren am Stamm zurueck. Der Sporenabdruck ist dunkel-purpurbraun. (#29)
J. Stevens, Verfasser eines fruehen Pilzfuehrers Halluzinogener Pilze, beschreibt diesen Schwamm folgendermassen:
Der Hut ist 1,9-5cm breit. Der Stamm ist 5-7cm lang und 0,2-0,6cm dick. Der Hut ist kastanienbraun. Er wechselt zu gelblich-braun an den Raendern. Er ist strahlenfoermig liniert, hat einen Hoecker mit gelber Toenung, wenn er nicht gestoert worden ist, oder er ist leicht blau, wenn er gedrueckt worden ist. Den Hut ueberzieht eine klebrige Haut. Die Lamellen haben eine zimtfarbene Ansicht. Sie werden leicht roetlich-braun bei Sporenreife. Die Kanten sind blass-weisslich. Der Sporenabdruck ist purpurbraun. Der Stamm ist dick, fleischig, verdickt an der Basis und weisslich. Die Oberflaeche ist mit seidigen Fasern bedeckt. Die Fasern werden dick nahe der Basis. Der Stamm wird stark blau, wenn er gequetscht wird. Das Velum ist weiss, duenn, wenn der Pilz jung ist. Es teilt sich in gewebegleiche Straenge im Alter. Es ist nicht mehr feststellbar in reifen Exemplaren. (#30)
Der Mykologe V. Kell beschreibt Psilocybe cyanescens, wie folgt:
Der Hut ist 2-4cm breit, anfangs gewoelbt, spaeter flach ausgebreitet und unregelmaessig verbogen und wellig, hygrophan und trocken ockerbraeunlich. An Druck- und Schadstellen verfaerbt er ziemlich schnell blaugruen. Die Blaetter sind blass ockerbraeunlich und erst spaeter dunkelbraun, blaugruen fleckend, schwach ausgebuchtet und kurz herablaufend. Das Fleisch ist weisslich und stellenweise blaeulich verfaerbt. Der Geruch ist rettichartig, der Geschmack bitter. Der Stiel ist weiss, stark blau bis blaugruen an Verletzungsstellen, nur mit undeutlicher Ringzone. Die Sporen sind laenglich mandelfoermig, glatt und messen 10-14x5-5,5mcm. Der Sporenstaub ist dunkel purpurbraun. (#40)
Der Leipziger Pilzforscher J. Gartz gibt die typischen Merkmale dieses Pilzes in seinem Buch "Narrenschwaemme." folgendermassen an:
Die Huete sind 5-40mm breit, jung kegelig und mit steil zum Stiel fuehrenden straffen, bald fluechtig werdenden Cortinafaeden, spaeter glockig, teils mit Papille, schliesslich verflachend, flach bis aufgebogen und ohne Schleierreste, auch alt noch leicht stumpf gebuckelt. Frisch und feucht ist er kraeftig haselbraun, dann weisslich austrocknend, mit blauen bis blaugruenen Flecken. Die Lamellen sind teils flach ausgebuchtet, einige auch breit angewachsen, jung hell bis schmutzig beige, spaeter durch Sporenreifung zimt- bis purpurbraun, bei Druck nur schwach blau fleckend. Der Stiel ist 30-85mm lang, gleichmaessig dick, zwischen 1,5-3mm. Die Stiele und Myzelfasern verfaerben bei Beruehrung blau, teils ist er bereits blau gefleckt. Der Geruch ist leicht mehlig bis fast kartoffelaehnlich. (#51)

Bildquelle. Verbreitungskarte der Pilzart in Europa und Nordafrika.
Strophariaceae - Schuppenpilze/Traeuschlingsartige
Der Leipziger Drogenforscher und Mykologe J. Gartz gibt folgenden subjektiven Erlebnisbericht eines Naturwissenschaftlers aus Prag an:
"Die Wirkung der heissen Zubereitung der Pilze in Wasser (ca. 30mg Psilocybin) setzte schon nach 10 Min. ein. Ich wurde immer stiller. Zuerst begannen die Beine zu kribbeln, danach auch die Unterarme. Es konnten neben der etwas tieferen Atmung kaum weitere spuerbare koerperliche Wirkungen beobachtet werden. Ungewohnte gedankliche Assoziationen loesten anfaenglich Lachstuerme aus, die auch auf die beiden "nuechternen" Aufsichtspersonen ansteckend wirkten. Die auftetende Hyperakusie wirkte zuerst beim Anhoeren von Musik sehr stoerend, so stach Vivaldis "Fruehling" recht schmerzhaft im Hirn, "wie ein Saegemesser", sagte ich. Die Versuchsleiter sahen gedunsen und gelb aus. Vorhandene Koerpermerkmale, wie wenig Haarwuchs, bewirkten die illusionaere Verwandlung der Gestalt in einen Moench mit Kopfrasur. Die Stimmen wirkten dazu noch sehr weihevoll, wobei unter leicht wahnhaften Bezuegen die Herren teilweise wie in einer Schaltzentrale wirkten, die irgendwie gegen mich war. Gleichzeitig fand ich beide aber sehr sympathisch. Die andere weibliche Versuchsperson sah waehrend dieser Zeit grandiose Farbenspiele, ihr ganzes Leben rollte visionaer vor geschlossenen Augen ab. Waehrend dieser Zeit hatte ich das starke Gefuehl der Durchflutung des Koerpers mit elektrischem Strom, welches nicht unangenehm war. ..." (#51)
1962: Benedict et al. weisen Psilocybin nach. (#62/311)
1968: Moser und Horak weisen Psilocybin nach. (#62/312)
1973: Semerdzieva und Nerud berichteten ueber den Nachweis des Psilocybins in P. serbica, (#51, #62/312) einer verwandten Pilzart, die heute zu Psilocybe cyanescens, der Pilzart dieses Artikels, gerechnet wird. (eigen)
1977: Repke et al. weisen Psilocybin (#62/311) und Baeocystin nach. (#62/318)
1979: Unger und Cooks weisen Psilocybin nach. (#62/311)
1982: Beug und Bigwood weisen Psilocybin nach. (#62/311)
1985: Stijve und Kuyper weisen Psilocybin (#62/311) und Baeocystin (#62/318) nach.