
Bildquelle. Ein Ast der Pflanze mit Blueten.
Da die in der Psychotria-Pflanze enthaltenen Halluzinogene DMT (Dimethyltryptamin) und 5-Methoxy-DMT nicht oral wirksam sind, werden sie mit sogenannten MAO-Hemmern kombiniert. Damit wird erreicht, dass die Tryptamine psychoaktiv wirksam werden koennen. Natuerlich werden bei den Erfindern der dortigen Amazonas-Kulturen Pflanzen verwendet, um diese MAO-Hemmung zu erreichen. Die am haeufigsten als MAO-Hemmer Quelle verwandte Liane ist Banisteriopsis caapi, eine Dschungelliane. (#32) Das Rauschgetraenk ayahuaska wird in einem langwierigen Verfahren, dass ueber Generationen hinweg weiterentwickelt worden ist, bereitet und zeigt - nebenbei bemerkt -, auch beispielsweise die pharmakologische Kenntnis solcher "primitiver" Voelker auf, die ihre pflanzliche Umgebung sehr genau kennen. Das zugrundeliegende Prinzip dieser Bereitung wurde durch die Forschungen von Jonathan Ott und anderen pharmakologisch untersucht und bestaetigt. (#57) Eine detaillierte Abhandlung dieser Experimente ist im Buch "Ayahuasca Analogues" von denselben Autor zusammengefasst worden. Die Wirkung der Ayahuasca-Bereitung ist natuerlich auch von einer Reihe anderer Substanzen, die ziemlich sicher die psychoaktive Wirkung des Rauschgetraenkes beeinflussen, mitgepraegt. So unterscheidet sich diese Rauschdroge sicherlich etwas in der Wirkung von den Reinsubstanzen. Deshalb testet die naturwissenschaftliche Methodik auch die einzelnen Substanzen, damit ihre Wirkung messbarer und einfacher zu bestimmen wird. (eigen) Beschreibungen ueber die Wirksamkeit von DMT finden sich nicht nur in J. Ott´s Werk, sondern auch in aelteren Quellen, wie bsp. bei Szara und Mitarbeitern, welche erstmalig pharmakologische Untersuchungen an der Reinsubstanz DMT unternahmen. Beschreibungen ueber die Wirksamkeit von 5-Methoxy-DMT finden sich auch in J. Ott´s Werk "Ayahuasca Analogues" (#57) und im Kapitel ueber diese Substanz in dieser Datenbank; (#57)
Die Pflanze wird auch mit einer Banisteriopsis-Art zusammen als Schnupfpulver gebraucht. (#11)

Bildquelle. Geoeffnete Bluete.

Bildquelle. Bluetenquerschnitt.
Das Konzept "MAO-Hemmer/halluzinogenes Tryptamin" wurde inzwischen auch auf andere, nicht indigen genutzte Pflanzen und sogar auf Medikamente angewendet. J. Ott gibt in seinem Buch "Ayahuasca Analogues" einen Ueberblick ueber verwendbare MAO-Hemmer und Tryptaminquellen. Es wurden sogar von J. Ott am Markt befindliche Antidepressiva als MAO-Hemmer fuer die Bereitung von halluzinogenen Rauschdrogen in "ayahuaska-Art" getestet und als verwendbar erkannt, wenn die entsprechende Menge an Tryptaminen zugegeben wird. Antidepressiva, deren Wirkung die Hemmung der MAO umfasst, koennen somit verwendet werden, um bestimmte, oral nicht konsumierbare Tryptamine (DMT, 5-Methoxy-DMT) trink- oder essbar zu machen. Diese Bereitung erhielt von ihm den bezeichnenden Namen "Pharmahuasca". (#57, #62)
Als tryptaminhaeltige Pflanzen, die den halluzinogenen Teil der Rauschdroge darstellen, wurden auch Extrakte von Desmanthus illinoensis und auch Phalaris arundinaceae, aber auch verschiedene Auszuege von Acacia-Arten wurden fuer die Bereitung einer ayahuaska-aehnlichen Rauschdroge getestet. (eigen)

Bildquelle. Bluetenblaetter, ausgebreitet.
1980: R. E. Schultes und A. Hofmann, ein Botaniker und ein Chemiker, verfassten in diesem Jahr das Buch "The botany and chemistry of hallucinogens", welches sich u.a. mit dieser Pflanze befasste. Dieses Werk war ueber viele Jahre hinweg das Standardwerk ueber halluzinogene Rauschdrogen. A. Hofmann ist vor allem bekannt geworden durch seine Entdeckungen im pharmazeutischen Bereich, R.E. Schultes v.a. durch seinen jahrelangen Einsatz fuer die Wissenschaft der Botanik. Er verfasste eine Reihe Buecher zu Rauschdrogen und war gleichzeitig Leiter des botanischen Gartens in Harvard. (...off the jungle, eigen)
1984: McKenna et al. untersuchten wiederum die Pflanze anhand von Proben aus Peru und fanden ebenso DMT. (#62/220)
1993-4: J. Ott, Verfasser von "Pharmacotheon" und "Ayahuasca Analogues" untersuchte diese Pflanze in Zusammenhang mit der oralen Wirksamkeit von tryptaminhaeltigen Bereitungen. Er beschaeftigte sich ausfuehrlich mit beta-Karbolinen und anderen Substituten fuer eine MAO-Hemmung, die ja notwendig ist, damit die oral unwirksamen Tryptamine, eingenommen werden koennen. Diese Kombination wurde uebrigens schon vor hunderten von Jahren von den Einwohnern des Amazonasgebietes entdeckt und in der dortig verwendeten Rauschdroge ayahuaska eingesetzt, welche aus MAO-hemmenden beta-Karbolinalkaloiden und halluzinogenen Tryptaminen besteht. (#57, #62)
Abbildung 2: Zeichner: BRADY I.; In: SCHULTES Richard Evans, HOFMANN Albert: "The Botany and Chemistry of Hallucinogens", THOMAS Charles C. Publishers, S. 311, 1980.