Harmalin

Formel

Formel aus:

(#7, #62)

Andere Namen:

1-Methyl -7- methoxy -3,4- dihydro -beta- carbolin, (#23) 4,9-Dihydro -7- methoxy -1- methyl -3H- pyrido[3,4-b] indol, 3,4-Dihydroharmin, Harmidin, Harmalolmethylaether. (#62)

1-Methyl-7-methoxy-3,4-dihydro-beta-carboline, 4,9-Dihydro-7-methoxy-1-methyl-3H-pyrido[3,4-b]indole, Dihydroharmine, Harmalol methyl ether. (Aldrich)

IUPAC: 7-methoxy-1-methyl-3,4-dihydrobeta-carboline;

Dosis:

300-400 mg oral. (#25) J. Ott hingegen gibt die wirksame Dosis der Verbindung mit 1mg/kg i.v. oder 4mg/kg p.o. an. (#62)

150-300mg oral, berichtet A. Shulgin in seinem Buch Tihkal ueber Tryptamine und verwandte Stoffe. (#101)

Vorkommen:

Banisteriopsis caapi;
Peganum harmala.

Spezifikation:

Die Verbindung ist loeslich in Saeuren und in Aether, wenig loeslich in EtOH, H2O; Schmelzpunkt=250 Grad Celsius (erniedrigt), Fp 238 Grad Celsius (#20)

Loeslich in Alkohol, Benzol, Chloroform und Pyridin.
Es wird gesagt, dass es unloeslich in Pyridin sei, behaupten Munir et al. 1995.
Leicht loeslich in Wasser, Alkohol, Aether;
Ausgesprochen loeslich in heissem Alkohol, verd. Saeuren laut dem Merck Index.
Loeslich in Chloroform & in Alkohol laut Poethke et al. 1970.
Leicht loeslich in Wasser, Ethanol, Aether laut Clarke's 1986. (#148)

Sparsam loeslich in Wasser. Einigermassen loeslich in kaltem, groesstenteils loeslich in siedendem Alkohol. Sparsam loeslich in Aether. (#149)

Freebase Harmalin
Summenformel: C13H14N2O (#62, DMT-Nexus)
Schmelzpunkt: 232-234 C (Sigma Aldrich)
Siedepunkt: 120-140 C at 0.001 mm/Hg (TIHKAL)
CAS Number: 304-21-2(Aldrich)
Mol.gewicht: 214.27; (TimTec)
Mol.gewicht: 214,26. (#20, #62) Aussehen: weisse Kristalle. (eigen)

XLogP: 0.8
XLogP3: 1.2
pKa: 9.8
Loeslichkeit:
Leicht loeslich in alkalischem Wasser (DMT-Nexus)
Die Droge ist leicht loesl. in H2O, EtOH und Aether. (#62)
Prismen, Tafeln aus MeOH, achtseitig aus EtOH mit einem mp von 229-231 Grad Celsius. (#62)

Die Salze von Harmalin sind ohne weiteres loeslich in Wasser. (#149)

Harmalin hydrochlorid:
Aussehen: Weisse Kristalle. (eigen)

mp 212 Grad Celsius; Ott 1993; (#148, #62)
Loeslichkeit:
Maessig loeslich in Wasser (#62, DMT-Nexus, #149, eigen)
Unloeslich in salz-gesaettigten Wasser. (DMT-Nexus, #148, #149, eigen)

Harmalin Hydrochlorid dihydrat:
Maessig loeslich in Wasser und Alkohol laut dem Merck Index.
Maessig loeslich in Wasser. (#62, #149, eigen)
Unloeslich in kalten NaCl Loesungen. (eigen)

Erzeugt aus dem Acetat (in Loesung) durch die Zugabe von NaCl (#148, #149) CAS: 6027-98-1
TNP NUMBER: TNP00101;
MDL NUMBER: MFCD00004955;
Smiles: c1c(cc2c(c3c(C(=NCC3)C)[nH]2)c1)OC;
SOURCE: CNS stimulant aus den Samen der Peganum Harmala L., Zygophyllaceae;
ACCEPTORS: 1;
DONORS: 1;
ROTATION BONDS: 1;
N+O: 3;
Chiral Centers: 0;
LogP: 2.78;
LogS: -3.84;
LIPINSKI: 4;
Synonyme: HARMALOL METHYL ETHER HYDROCHLORIDE DIHYDRATE;HARMALINE HYDROCHLORIDE DIHYDRATE;1-METHYL-7-METHOXY-3,4-DIHYDRO-BETA-CARBOLINE HYDROCHLORIDE DIHYDRATE;3,4-DIHYDRO-7-METHOXY-1-METHYL-9H-PYRIDO[3,4-B]-INDOLE HYDROCHLORIDE DIHYDRATE;3,4-DIHYDRO-7-METHOXY-1-METHYL-BETA-CARBOLINE HYDROCHLORIDE DIHYDRATE;HARMALINE HYDROCHLORIDE DIHYDRATE TECH. 90%;Harmaline hydrochloride dihydrate,90%,tech.;
Summenformel: C13H19ClN2O3;
Mol.gewicht: 286.75-286,76;
EINECS: 253-734-0;
Schmelzpunkt: 232-240 Grad Celsius;
Lagertemp. -20 Grad Celsius;
CAS DataBase Reference: Xn,Xi;
Risk Statements: 20/21/22-36/37/38;
Safety Statements: 22-24/25-36/37/39-27-26 RIDADR 1544 WGK Germany 3 RTECS MG8750000;
HazardClass: 6.1(b) PackingGroup: III;
LogP: 2.94;
LogS: -4.74;
Acceptors: 3;
Donors: 5;
Rotation Bonds: 1;
Chiral Centers: 0;
N+O: 5;
IUPAC: 7-methoxy-1-methyl-3,4-dihydrobeta-carboline, chloride, hydrate, hydrate;
Smiles: c12[nH]c3cc(OC)ccc3c1CCN=C2C.Cl.O.O; (TimTec)

Harmalin acetat:
Nadeln mp 204-205 Grad Celsius; Merck Index ebenso Southon and Buckingham 1989.
Wasserloeslich. Bereits konvertiert zum Hydrochlorid durch die Zugabe von NaCl (eigen)

Harmalin nitrat:
Sparsam loeslich in kaltem Wasser. (#149)

Harmalin sulfat:
peradic. Sehr loeslich in Wasser. (#149)

Die verschiedenen Methoden zur Trennung von Harmin und Harmalin aus Gemischen, entstanden durch die Hasenfratz'sche Methode von 1927:

TROUT'S Trennungstek: Diese Prozedur benutzt die Tatsache dass beide, Harmin und Harmalin, relative unterschiedlich unloeslich sind in basischen Loesungen, um ihre Trennung zu ermoeglichen: Wenn jemand Harmin von Harmalin trennen will, muessen die gemischten Hydrochloride, welche durch die Hasenfratz/Manske Methode aus Peganum harmala gewonnen wurden, wiederum geloest in einer warmen Loesung mit Wasser und Ammoniak werden (Ammoniumhydroxid) wird vorsichtig hinzugefueft ein bisschen jedesmal. Die Loesung muss regelmaessig ueberprueft werden unter einem Mikroskop. Die Addition von Ammoniak verursacht die Bildung von Harmin und Harmalin als Freebase. Beide Freebases sind unloeslich in Wasser. Das Ammoniak verursacht fraktionierte Kristallization, zuerst von Harmin, weil es weniger loeslich ist, und dann von Harmalin. Das Harmin bildet lange Nadeln (mp 257). Sobald Platten aus Harmalinkristallen sich beginnen zu bilden, muss die Zugabe von Ammoniak gestoppt werden und das Harmin wird nun abgefiltriert. Weitere Zugabe von Ammoniak zur Mutterloesung bildet Harmalin als kristalline Platten zurueck (mp 238). Das Harmin und das Harmalin koennen jeder fuer sich weiter gereinigt werden durch Umkristallisieren in Form ihres Hydrochlorids.
z.Bsp: Das kristallisierte Harmin kann weiter gereinigt werden durch zweimaliges Loesens in einer Salzsaeure Loesung und Ausfaellen mit Salz, um das Harminhydrochlorid als ein ganz weisses Salz zu erhalten.
Wenn gewuenscht, kann Harmin zurueckgewandelt werden in die Base durch die Zugabe von Ammoniak zu einer warmen, waessrigen Loesung des Hydrochlorids. (#148)

DMT-Nexus-Harmala Trennungs-Tex: Zum Trennen von Harmin, den pKa Wert von DMT nutzend: Erhoehe den pH der Loesung, die beide Alkaloide enthaelt, zuerst mit NaHCO3 auf pH 8.75 (Kristallisation startet) um 92% des Harmins und nur 8% Harmalin zu kristallisieren, und dann erhoehe den ph weiter bis zur Ausfaellung der Kristalle mit NaCO3 bis das restliche Gemisch, ueberwiegend Harmalin; ausfaellt. Filtriere um die kristallisierten Alkaloide zu erhalten, und erhoehe den pH weiter um die Hauptmenge an Harmalin zu erhalten. (DMT-Nexus)

Munir Chloroform/Ethylacetat Trennungstex: Munir behauptet, dass Harmalin ist mehr loeslich in Ethylacetat als Harmin und weniger loeslich in Chloroform als Harmin ist. Munir et al. 1995
Unterschiedlich extrahiert wurde von einer alkalischen Loesung (pH 7.5-8.0 mit NaOH) aus Harmin und Harmalin; durch Extrahieren von Harmin mit Chloroform und Harmalin mit Ethylacetat erhielt man die Trennung. (#148)

Munir Pyridin-Tex: Ebenso durch Versetzten einer getrockneten und gereinigten Mischung der zwei mit Pyridin; in dem, behauptet Munir, Harmalin beinahe unloeslich ist. Munir et al. 1995; (#148)

Allgemeines:

Die Substanz ist ein beta-Karbolin-Alkaloid, dass z.Bsp. aus den Samen der Pflanze Peganum harmala (der Steppenraute) gewonnen wird, denn diese Pflanze enthaelt eines der staerksten natuerlichen Vorkommen von beta-Karbolinalkaloiden. Es ist nahe verwandt mit dem Alkaloid Harmin, dass in der selben Pflanze vorkommt und ebenfalls ein beta-Karbolin-Alkaloid ist. Beide Alkaloide werden und wurden haeufig in der Literatur verwechselt. (eigen)

Es gibt einige Argumente, dass Harmalin selbst nicht halluzinogen wirkt, sondern gleich wie Harmin durch Hemmung der MAO (Monoaminoxydase) die orale Wirksamkeit von Tryptaminen ermoeglicht. Das Prinzip, MAO-Hemmer und ein halluzinogenes Tryptamin zu kombinieren, ist das grundlegende Konzept der indianischen ayahuasca-Bereitungen. Die Quelle C. Naranjo ist die einzige, die von einer halluzinogenen Wirksamkeit von Harmalin spricht. Es ist zu zweifeln, ob diese Angaben richtig sind. (eigen)

Wirkungen:

Die Wirkung des Harmalin hat C. Naranjo im Rahmen psychotherapeutischer Experimente untersucht: "Eine im Jahr 1964 durchgefuehrte Untersuchung der subjektiven Wirkung von Harmalin an Freiwilligen, die nichts von der Wirkung der Droge wussten, fuehrte zu dem ueberraschenden Ergebnis, dass sich der Inhalt ihrer Visionen weitgehend glich, darueber hinaus aber auch mit denen der Indianer deckte. Am haeufigsten traten in diesen dreissig Sitzungen Tiere in den Traeumen auf, Tiger, Voegel oder sogar dunkelhaeutige fliegende Menschen oder der Tod; oder die Probanden sahen kreisfoermige Muster, die Assoziationen von Zentren, einer Quelle oder einer Achse wachriefen." Naranjo weist darauf hin, dass es sich bei den unter Harmalinwirkung ins Bewusstsein tretenden transpersonalen Erfahrungen und ihrer Symbolik um eine Art Jung'scher Archetypen handelt und dass solche Reaktionen fuer Harmalin kennzeichnend sind." (#13) Harmalin wird von C. Naranjo den imaginationssteigernden Drogen zugerechnet, gleich wie Ibogain. (#13)

Es wirkt als MAO-Hemmer und beguenstigt das freie Assoziieren, foerdert die Phantasie und Vorstellungskraft und verstaerkt enorm die Wirkung anderer psychotroper Substanzen (z.Bsp. von Cannabinoiden und Tropanalkaloiden), berichtet C. Raetsch. (#32)

Aus "Dr. Duke's Phytochemical and Ethnobotanical Databases" stammt folgende Beschreibungen der Wirkungen:

(Dr. Duke's Phytochemical and Ethnobotanical Databases)

Subjektive Wirkungsbeschreibungen:

mit 100mg oral: Ich habe es bei zwei Gelegenheiten probiert, tatsaechlich ohne Wirkung. (#101)

mit 150mg oral: In eineinviertel Stunden gab es ein rapides Einsetzen einer Vergiftung und ich fuehlte mich ein wenig instabil. Und ein bisschen betaeubt. Es gab ein ungewoehniches Schimmern in meinenen lateralen Visionen, wenn ich meinen Kopf zur Seite drehte. Alles war gerade ein bisschen down. Musik war ausgesprochen nett, aber ich vermisste die hoeheren Frequenzen. Sogar leichtes Essen wog schwer, und ich war nicht so hungrig (und ich erinnerte mich, was ich zu essen hatte, wegen dem MAO-Zeug). Sex ar schwierig - wahrscheinlich aufgrund reduzierter Sensationen. Ich fuehle, dass diese Verbindung wahrscheinlich unattraktiv fuer die meisten Leute sein wird, weil seine hauptsaechlichen Wirkungen sind eine Vergiftung, eine Vernebelung der Gedanken und eine Unterbrechung der musikalischen Beziehungen. (#101)

(mit 175 mg, oral) "Nach rund einer Stunde fand ich ich mich selbst entspannt und ein bisschen schlampig. Am Ende der zweiten Stunde, ereichte ich den Gipfel, und ich war saubere an der Basislinie nach fuenf Stuenden. An der Spitze, drei Gebiete der Beeintraechtigung waren offensichtlich. Es gab augenscheinliche Leuchtspuren -- wenn ich auf ein helles Objekt schaute, und die Augen zur Seite bewegte, das Bild des Objekts verging langsam in seine Hinterlassung des visuellen Feldes, und es ging fort in die gegenueberliegende Richtung. Fuer die Zuhoerer, schien es, als wenn die hoeheren Frequenzen der Musik wurden schwaecher, und die niederen Frequenzen wurden verstaerkt. Und um jemanden zu beruehren, war es ausgesprochen betaeubend. Ich hatte keinen Appetit, und das wenige was ich ass schmeckte wirklich gut.". (#101)

(mit 200 mg, oral) "Ungefaehr zu zweiten Stunde erinnerte ich mich an drei Dinge. Das erstte war der Versuch das visuelle Bild eines Gesichtes in die Realitaet zu bringen, das mit meinen geschlossenen Augen gesehenen Bilder spielte. Ich bekam den Mund und, nach ein bisschem Arbeit, bekam ich die Augen. So war auf die Nase konzentriert und sie kam in das Blickfeld, schliesslich, aber sie war auf den Kopf gestellt. Das zweite und dritte Ding waren am einfachsten zu definieren. Uebelkeit und Durchfall. Glueckerweise aenderte sich das. Dies war nicht mein Trip der Wahl." (#101)

(mit 300 mg, oral) "Ich war ein einer psychotherapeutischen Umgebung, so gab es Anregungen und Federfuehrendes, dass meine Anworten beeinflusste. Aber ich hatte grosse Schwierigkeiten meine Erfahrung nachzuerleben, eigentlich erinnere ich mich an nichts. Ich hatte nur unzusammenhaengende Bilder. Da gab es ein Maechen -- mich -- vor einer Kirche auf einer staubigen Strasse, ich selbst war bei der Kommuniom, wobei ich die Hostie von einer unsichtbaren Hand grossen Alters erhielt. Ich fuehlte dass ich verrueckt wurde. Irgendetwas innen. Es ist nicht Aengstlichkeit. Es ist nicht Depression. Es ist etwas von jedem, plus Veraergerung und Orientierungslosigkeit. Ich bin tot aber ich muss nochmal zurueck zum Leben kommen. Ich habe einer Realitaet ins Gesicht gesehen, die ich nicht akzeptieren kann." (#101)

(mit 400 mg, oral) "Dies ist Fluka Material, und es hat einen laestigen Geschmack. Ich fuehlte mich ganz unbeweglich und krank im Magen. Bilder mit geschossenen Augen ergaben einheimische Frauen, 'organische' Farben und Formen, und ein schwarzer Panther! Ich wuerde gerne DMT und Harmalin zusammen einnehmen, aber ich wurde von der Uebelkeit abgeschreckt." (#101)

(mit 500 mg, oral) "Ich nahm ein halbes Gramm reinen synthetischen Harmalins nach dem Fasten eines Tages fuer die Erfahrung. Die sich ergebende Uebelkeit war grossteils vergangen nach dem ich Erbrochen hatte. Mit dieser Dosis gab es intensive und stoerende visuelle Beeintraechtigungen, und ein kompletter Kollaps der motorischen Koordination. Ich konnte kaum gerade ins Bad taumeln, und der Sicherheit zuliebe bewegte ich mich durch Schleichen. Leuchtspuren und wildes visuelles Geplaetscher beeintraechtige meine Sicht mit offenen Augen. Mit geschlossenen Augen, gab es fotographische bildliche Darstellungen. Es hatte keine symbolische Bedeutung, gerade laestige unzusammenhaengende Abfolgen, denen ein passendes Thema fehlte. Sie schritten so langsam fort sich zu veraendern (in Vergleich zur Geschwindigkeit meiner Gedanken), dass sie voraussehrbar und langweilig waren. Durch die ganze Erfahrung lag ich da in der Hoffnung es wuerde bald enden. Es schien nicht ganz so zaeh zu sein, aber ich war auf innerpsychisches Material gestossen, das durch koerperliche Symptome ausgedrueckt wurde. Eigentlich, fuehlte ich, dass ich mich bemuehte eine chemische Unterbrechung meiner physiologischen Funktionen zu metabolisieren. Obwohl die Sitzung nicht angenehm war, war ich damit zufrieden mich weitergebildet zu haben durch die Wirkungen, erzeugt von einer Strafdosis dieser Verbindung." (#101)

(mit 2 g Peganum harmala Samen, gemahlen, in Kapseln) "Keine Wirkungen." (#101)

(mit 5 g Peganum harmala Samen, gemahlen, in Kapseln) "Um circa 1:45 war ein Ohrengeraeusch beobachtbar. Um 2:00 praezisse Bewegungen wurden problematisch und Nystagmus wurde notierbar. Milde Uebelkeit und Durchfall, aber kein Erbrechen. Ich war empfindlich gegenueber Licht und Musik, und zog mich in einen dunklen Raum zurueck. Halluzinationen waren instensiv, aber nur mit geschlossenen Augen. Sie bestanden anfaenglich aus einer weiten Auswahl an geometrischen Mustern in dunklen Farben, die staerker wurden, waehrend die Zeit vorbeiging. Sie verschwanden, wenn die Augen geoeffnet wurden. Obwohl die lockeren Darmschwierigkeiten und die Uebelkeit ausgesprochen konstant durch den ersten Teil des Trip vorhanden waren, hatte ich keine Angst. Es war so, wie wenn die "Angst-Schaltkreislaeufe" im Gehirn ausgeschaltet haette. Die geometrischen Formen entwickelten sich in konkretere Bilder, Gesichten von Menschen, Filme aller Art, die mit hoher Geschwindigkeit ablaufen, und dem Vorhandensein von Tieren, wie z.Bsp. Schlangen. Es war aehnlich lebendiges und intensives Traeumen, ausgenommen, dass ich mich noch danach an das meiste erinnern konnte. In einer weiteren Stunde wurden die Dinge handhabbar und ich konnte hinaus in die Oeffentlichkeit gehen. Mein Antrieb fuer Sex drive war angenehms erweitert, und ich schlief anschliessend gut." (#101)

(mit 7 g Peganum harmala Samen, gemahlen, in Kapseln) "Sehr krank fuer 24 Stunden." (#101)

(mit 20 g Peganum harmala Samen, als Extrakt) "Das ist genausoviel, wahrscheinlich, wie ein Gramm oder so der Harmalaalkaloide. Dies war gemahlenes Material, extrahiert mit heissen, verduennten Zitronensaft. Nach einer halben Stunde, fand ich mich sowohol munter als auch schlaefrig. Dann wurde ich ausgesprochen verwirrt, uebel, und mit beschleunigten Herzschlaegen. Ich hatte den starken Sinneseindruck von Rueckwaertsbewegen, treibenlassen, mit matten Bildern unter meinen Augenlidern. Das Unterdruecken des Drangs zum Erbrechen war ein laufendes Problem. Ich konnte ganz einfach aus dem Koerper gehen, ausgenommen, dass ich ganz durch die Uebelkeit verankert war. Nach drei Stunden, wusste ich, dass ich den Gipfel erreicht hatte, und ich ging schlafen und erfuhr intensive und eigenartige Traeume. Die gane Erfahrung war ein Konflikt zwischen dem Trip und krank sein. Ich will das mehr erkunden." (#101)

(mit 28 g Peganum harmala Samen, als Extrakt) "Ich sass einfach da letzte Nach und trank Schluck fuer Schluck des Tees von fast einer Unze der Samen, regelmaessig mehr Wasser hinzufuegend und vorsichtig koechelnd. Dieser Prozess dauerte einige Stunden, und obwohl ich ueber Harmalin recherchiert hatte, wusste ich nicht, was mich erwartete. Ploetzlich traf es mich wie eine Wand. Es begann aussen Tag zu werden und ich verschob meine Blicke, zebra-aehnliche Streifen von hellen und dunklen Streifen spiraligartig ansteigend vom Umfang der Fensterschemen. Jedesmal wenn ich meinen Fokus verschob wuerde mein Blickfeld zittern und herumwirbeln, bevor sich alles beruhigte. Diese visuelle Wirkung besass eine Koerperlichkeit anders als jedes andere Entheogen, welches ich erfahren hatte. Eher als Muster, die eine groessere Ordnung erkennen lassen in der Sinnesempfindung, waren dies Wellen von Chaos, die keine spezielle Ordnung erkennen lassen und den Geist mahnen zurueckzutreten von den beunruhigenden Bereich der Sinnesempfindung. Einhergehend mit dem gab es einen ausgesprochenes Gehoerssummen. Nachdem ich mich niedergelegt hatte und meine Augen geschlossen hatte, verliessen mich die koerperlicen Symptome und ich untersuchte die lebendigen spontanen Phantasien, die durch diesen Status hervorgerufen wurden. Unglueckerweise, wird es langsam hell, was es haerter macht die ablenkende Welt der Sinnesempfindungen auszuschliessen. Ich beschloss zukuenftige Sitzungen in der Nachtzeit durchzufuehren (und immer an einem ruhigen, ungestoerten Platz). (#101)

"Ein zweiter Verusch wurde mit der gleichen Dosis gemacht. Diesmal kam es sehr schnell auf. Diese enorme Begeisterung auf der einen Seite von dem erstaunlichen Reich des Unbewusstsens. Die einpraegsamsten Eindruecke dieses trips waren wilde Tiere. Ich stellte mir vor ein Karussell der fremdartigen gefluegelten Kreaturen aufzuziehen. Ich begann mich sehr krank zu fuehlen und passierte meinen Weg zum Bad, um de, Unvermeidlichen ins Geschicht zu schauen -- von beiden Koerperoeffnung gleichzeitig entleerend. Es hat sich als reinigend herausgestellt, und es entlastete mich um den Status vollstaendiger zu erfahren. Ich erinnnerte mich an Dschungel-aehnliche Plaetze gereist zu sein, voll von Bildern von Winden, Brunnen, und Tiere. Minuten schienen wie Stunden als ich diese Plaetze durchschweifte. Obwohl die sensorischen Wirkungen waren sehr aufwuehlend, wenn ich aufstand, mit festgelegter hoher Dosis, konnnte ich einfach meinen Koerper ignorieren, wenn ich mich niederlegte und in meinen Gedanken reiste." (#101)

Sucht:

Die Ausbildung einer koerperlichen oder psychischen Abhaengigkeit ist nicht bekannt geworden. (eigen)

Reaktionsschema Reaktionsschema.

Synthese:

  1. Von X-Tryptamin aus (Mit diesem Verfahren ist auch eine Isomerensynthese moeglich):

    Loese 3,4g 4,5- oder 6-Methoxy (oder Ethoxy, Methyl, ...)-tryptamin oder das Chlorid davon in 350 ml 0,1N HCl: Erhitze am Dampfbad 2h lang mit 1,1g Glycolaldehyd (Die Reaktion ist dann vorbei, wenn sich kein Niederschlag mit Dinitrophenylhydrazin mehr bildet.). Filtriere, konzentriere durch Erhitzen am Wasserbad oder verdampfe unter Vakuum; mache die Loesung basisch durch Zugabe von 20%-iger NaOH und extrahiere mit Et2O (am besten 18h lang im Extraktor). Trockne und verdampfe im Vakuum den Extrakt um ca. 5g Rest oder Oel zu bekommen, welches sich beim Stehenlassen niederschlagen kann. Fuege 250 ml 90%-ige Phosphorsaeure hinzu und erhitze am Dampfbad 2h lang. Verdampfe im Vakuum (oder verduenne mit H2O, mache basisch mit 20%-iger NaOH, extrahiere mit Et2O im Extraktor und trockne, verdampfe im Vakuum den Extrakt) um rund 2,5g Harmalin (oder Analoges) zu erhalten. (#23)

  2. Von 6-Methoxytryptophan aus:

    Loese 27g 6-Methoxytryptophan in 50 ml frisch destilliertem Acetaldehyd und 1l H2O und erhitze auf 50 Grad Celsius im locker geschlossenen Kolben 3h lang. Erhitze am Dampfbad 5h lang um den Acetaldehyd zu entfernen, fuege dann 5l H2O hinzu und erhitze zum Sieden. Fuege 1,2l 10%-ige Kaliumdichromatloesung hinzu und 240 ml konz. Essigsaeure und erhitze noch 3 Minuten lang. Kuehle und fuege Natriumsulfit im Ueberschuss hinzu. Fixiere den ph-Wert auf 8 mittels Natriumcarbonat. Extrahiere mit 5l Et2O und trockne, verdunste unter Vakuum (oder einfacher - verdunste unter Vakuum nach dem Kuehlen), um Harmalin zu bekommen. (#23)

Von Alexander Shulgin stammt folgende Synthese aus seinem Werk Tihkal:

Zu einer Loesung von 0.033 g 6-Methoxytryptamin in 3.5 mL 0.1 N HCl wurden 0.011 (g) Glycolaldehyd hinzugefuegt und die Mischung wurde auf dem Dampfbad 1.5 h lang erhitzt. Die Loesung wurde dann mit 10 mL 0.5 N NaOH basisch gemacht, und mit Et2O extrahiert mit einem kontinuierlichem Extraktor. Die Et2O Extrakte wurden vereint, ueber festem KOH getrocknet, und das Loesungsmittel wurde im Vakuum entfernt. Der Rest war ein Oel, dass kristallisierte, um einen Feststoff zu ergeben, Schmelzpunkt 170-175 Grad Celsius, vermutlich ein Hydrat von 1-Hydroxymethyl-7-methoxy-1,2,3,4-tetrahydro-beta-carbolin. Dies wurde mit 2.5 mL 90%-iger H3PO4 versetzt und auf dem Dampfbad 2h lang erhitzt. Nach Verduennung mit H2O, wurde dies mit waessriger NaOH alkalisch gemacht und mit Et2O extrahiert. Die vereinten Extrakte wurden von Loesungsmittel in Vakuum befreit, und der Rest destilliert, um eine Fraktion (Siedepunkt 120-140 bei einem Druck von 0.001 mm/Hg zu ergeben, die 0.027 g (72%) wog. (#101/444f.)

(In Zusammenhang mit dem Schmelzpunt gibt es eine interesannte historische Geschichte. Ein Bericht, der ein Alkaloid von Peganum harmala beschrieb, dass wie Harmalin aussah, aber einen 18 Grad zu hohen Schmelzpunkt hatte und man dachte dass es ein Isomer von Harmalin sei und man gab ihm den Namen Harmadin (Harmadine, engl.). Dies wurde einige Jahre spaeter aufgeklaert als man beobachtete, dass es einen Schmelzpunkt in einem Schmelzpunktblock hatte, wobei Harmalin einen von 242-244 Grad Celsius hatte (mit einem Beginnen der Sublimation bei 189 Grad Celsius) und Harmadin hatte die Werte von 241-243 Grad Celsius und 178 Grad Celsius. In einem capillary tube schmolz Harmalin bei 256 Grad Celsius und Harmadin bei 257 Grad Celsius. So, Harmadin ist nun ein Synonym fuer Harmalin.) (#101)

Wirkdauer:

5 - 8 h; (#101/445)

Geschichte:

1841: Es erfolgte in diesem Jahr die erste Isolation durch Goebel aus Samen der Peganum harmala (der Steppenraute). Aber der Extrakt war vermischt mit Harmin. (#62, #148)

1927: Strukturaufklaerung durch Manske et al. (#148)

1930: Die erste Synthese wurde durch Spaeth & Lederer entwickelt und veroeffentlicht. (#62, #148)

1957: Harmalin wurde durch Hochstein aus Banisteriopsis caapi, einer Dschungelliane, welche eine grosse Rolle bei der Bereitung von ayahuaska, der amazonischen Rauschdroge, spielt, isoliert. (#62) Dies wurde von Hochstein & Paradies durchgefuehrt. (#148)

1959: Synthese durch Spenser. (#62, #148)

1997: Synthese durch Shulgin & Shulgin (von 6-MeO-tryptamin). (#148)


Bildquellen:

Abbildung 1: In: TRACHSEL Daniel, RICHARD Nicolas: "Psychedelische Chemie.", S. 367, Nachtschatten Verlag, Solothurn, 2000.


Bibliographie:

Das Quellenverzeichnis der Enzyklopaedie